Am vergangenen Sonntag verwandelten sich die verwinkelten Gassen von Klecken im Landkreis Harburg in ein anspruchsvolles „Testgelände“ für die Orientierungsläufer des Team Eintracht Munster: Im Rahmen der „Trainingsserie Nord“ nutzten die Athleten das „Village Race“ nicht für die bloße Jagd nach Sekunden, sondern als taktische Generalprobe unter Wettkampfbedingungen.
Die Herausforderung war groß: Auf Sprint-OL-Karten im Maßstab 1:4000 mussten die Läufer in Sekundenbruchteilen entscheiden, welche Route durch die Ortschaften von Rosengarten die schnellste ist. Dabei war höchste Disziplin gefragt, denn ein falscher Schritt über eine Mauer, eine Hecke oder eine violett schraffierte Verbotszone hätte eine Disqualifizierung bedeutet.
Das Team aus Munster stellte sich dieser Aufgabe mit Bravour: Laura Ulbricht zeigte auf der Bahn A eine konzentrierte Leistung. Sie navigierte sich sicher durch die 14 Posten und brachte den Trainingslauf nach 2,2 Kilometern in starken 23:41 Minuten ins Ziel.
Andreas Katschanow und Olaf Handtrack wagten sich dabei an die deutlich komplexere Bahn B. Auf den 4,6 Kilometern mussten sie nicht nur 22 Posten finden, sondern beim „Mapflip“ (Kartenwechsel) blitzschnell umdenken, um den Rhythmus nicht zu verlieren. Andreas meisterte diese mentale Hürde perfekt und beendete seine Einheit nach nur 33:51 Minuten. Olaf nutzte die anspruchsvolle Strecke, um unter realem Zeitdruck an seiner Routine zu feilen und wertvolle Erkenntnisse für die kommenden Saison-Highlights zu sammeln.
Das „Village Race“ bot durch mehrfach anzulaufende Posten eine besondere technische Finesse. Jedes Mal musste erneut gelocht werden – ein ultimativer Test für die Konzentration. Nichtsdestotrotz: Die Formkurve der Munsteraner zeigt steil nach oben, und die technische Basis für die großen Herausforderungen der Saison 2026 steht felsenfest.