Kreisjugendfeuerwehrwartin Silke Fricke unter starkem Beifall verabschiedet

Dienstversammlung der Feuerwehren im Heidekreis in der Munsteraner Festhalle

Kreisjugendfeuerwehrwartin Silke Fricke unter starkem Beifall verabschiedet

In der Festhalle Munster stand kürzlich, nach zwei Jahren Corona-Zwangspause, die Dienstversammlung der Feuerwehren im Heidekreis auf dem Programm. Um deren Einsatzfähigkeit nicht zu gefährden, waren bei der Zusammenkunft trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen weiterhin strenge Hygieneregeln einzuhalten. Kreisbrandmeister Thomas Ruß konnte in seinem Tätigkeitsbericht, trotz Pandemie, steigende Mitgliederzahlen vermelden. Die Einsatzzahlen gingen insgesamt nach unten, insbesondere die Zahl der Brände. Dafür nahmen die Technischen Hilfeleistungen, so zum Beispiel Türöffnungen und Tragehilfen für den Rettungsdienst, zu.

Die Tätigkeitsberichte der diversen Fachbereiche der Kreisfeuerwehr wurden diesmal auf die Kreisausbildung und die Jugendfeuerwehr beschränkt. Einen großen Teil der Versammlung nahmen Beförderungen, Ernennungen und Verabschiedungen ein (Bericht folgt).

Mit Standing Ovations wurde Kreisjugendfeuerwehrwartin Silke Fricke aus Eilte bei der Dienstversammlung aus ihrem Amt verabschiedet. Kreisbrandmeister Ruß ließ die lange Laufbahn im Dienst für die Jugendfeuerwehren Revue passieren und hob dabei das beeindruckende Engagement und den unermüdlichen Gestaltungswillen der Eilterin hervor. Bereits im Alter von zehn Jahren war Fricke in die Jugendfeuerwehr Eilte eingetreten. 16 Jahre gestaltete sie dort später selbst als Jugendfeuerwehrwartin. Bis heute ist sie stellvertretende Gemeindejugendfeuerwehrwartin. Für ihre besonders engagierte Arbeit wurde sie dann auch mit den beiden höchsten Ehrungen, die es im Feuerwehrverbandswesen zu vergeben gibt, geehrt: Fricke erhielt das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes und ist zudem erst kürzlich mit der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Gold ausgezeichnet worden.

Nach mehr als 13 Jahren in leitenden Funktionen der Kreisjugendfeuerwehr stand sie bei den turnusgemäßen Wahlen nun nicht wieder zur Verfügung. „Ich möchte das Amt gern übergeben, solange es mir noch Spaß macht und ich die Aufgaben mit vollem Einsatz wahrnehmen kann. Ich habe gemerkt, dass es mir aufgrund von Beruf und Familie zunehmend schwerer fällt meinen eigenen Ansprüchen an diese Funktion gerecht zu werden. Daher habe ich mich dazu entschieden, nicht nochmal anzutreten“, erklärte Fricke im persönlichen Gespräch.

In ihrem letzten Jahresbericht sprach die Kreisjugendfeuerwehrwartin von einer „trotz Pandemiebedingungen erfolgreichen Jugendarbeit.“ So seien in den vergangenen beiden Jahren zwei neue Kinderfeuerwehren gegründet worden. Im Heidekreis gebe es somit nun 20 Kinderfeuerwehren und 43 Jugendfeuerwehren. Fricke würdigte nach ihrem Bericht das Engagement ihrer vielen Wegbegleiter und Unterstützer in den Kinder- und Jugendfeuerwehren, der Kreisfeuerwehr und der Kreisverwaltung.

Kreisausbildungsleiter Markus Harms stellte eindrucksvoll dar, wie die ebenfalls komplett ehrenamtlich geleistete Ausbildung auch während der Corona-Pandemie aufrecht gehalten werden konnte. Nach starken Einschränkungen im Jahr 2020 konnte mit 540 Lehrgangsplätzen im Jahr 2021 wieder ein gutes Stück des Bedarfs gedeckt werden (2019: 800 Lehrgangsplätze). Für 2022 plant der Kreisausbildungsleiter mit 880 Lehrgangsplätzen. Er lobte alle Ausbilder und Teilnehmer für die hohe Disziplin und schnelle Umsetzung aller erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Kreisbrandmeister Thomas Ruß berichtete über die Aufstellung und Ausrüstung der neuen Landeseinheiten zur Vegetationsbrandbekämpfung GFFF-V (Ground forest fire fighting using vehicles). Am 1. April wurden drei Fahrzeuge in den Heidekreis übergeben. Je ein „CCFM 3000“ (Tanklöschfahrzeug Waldbrand) sind nun in Wietzendorf und Essel sowie ein Gerätewagen Logistik in Bommelsen stationiert. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden Andreas Bode aus Soltau und Kai-Lars Hildebrandt aus Essel zu stellvertretenden Zugführern der neuen Einheit ernannt. Diese vom Land Niedersachsen aufgestellten Spezialeinheiten sollen bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden zum Einsatz kommen. Nach erfolgter Ausbildung ist auch ein europaweiter Einsatz im Rahmen des EU-Zivilschutz-Mechanismus vorgesehen.

Regierungsbrandmeister Uwe Quante berichtete in seinem Grußwort von Anstrengungen auf Landesebene, den Zivil- und Katastrophenschutz weiter auszubauen und zu fördern. Dazu habe das Land kurzfristig weitere 40 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt. „Dieses Geld nun bestmöglich einzusetzen, wird die Aufgabe vieler Arbeitsgruppen werden“, unterstrich Quante.

Karsten Mahler, Fachbereichsleiter Ordnung des Heidekreises, stellte weitere Fahrzeugneubeschaffungen für die Kreisausbildung in Aussicht. Mahler zeigte sich beeindruckt und stolz von der Leistungsfähigkeit des Ehrenamtes im Heidekreis und stellte klar: „Ohne das Ehrenamt geht es nicht“. Die sehr kurzfristige Einrichtung von weiteren Notunterkünften für die aktuelle Welle an Geflüchteten wären ohne die Hilfsorganisationen nicht möglich gewesen.

Mahler bedankte sich in diesem Zusammenhang für die sehr verlässliche Arbeit der Ehrenamtlichen und die gute Zusammenarbeit: „In meinen mehr als 20 Jahren Diensttätigkeit als Fachbereichsleiter Ordnung war Feuerwehr für mich immer ein besonderer und wichtiger Teil“, betonte er. Für ihn war es die letzte Dienstversammlung der Feuerwehr im aktiven Dienst. Der Kreisverwaltungsdirektor wird im kommenden Jahr in den Ruhestand versetzt.

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