Landrat und Bürgermeister informieren sich am Dethlinger Teich

Seit Jahren praktizierte enge Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen des Landkreises und der Stadt wird fortgesetzt

Landrat und Bürgermeister informieren sich am Dethlinger Teich

Am Dethlinger Teich bei Munster trafen sich kürzlich der neue Landrat Jens Grote und der neue Munsteraner Bürgermeister Ulf-Marcus Grube. Mit von der Partie waren Erster Kreisrat Oliver Schulze, Anna Adamczak, Fachbereichsleiterin Innere Dienste, Benjamin von Ahlen, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadt Munster, und Gerd Engel, Vorsitzender des Munsteraner Rates. Vor Ort ließen sich die Besucher von den Fachleuten der Fachgruppe Wasser, Boden, Abfall des Heidekreises die Vorgeschichte der einmaligen Rüstungsaltlast erläutern, um die bereits seit Jahren praktizierte enge Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen von Landkreis und Stadt fortzusetzen.

Die Experten erläuterten den Verwaltungschefs, wie durch die Verfüllung eines ehemaligen Kieselgur-teiches von 1942 bis 1952 die weltweit einzigartige Rüstungsaltlast entstand. Anhand der beeindruckenden Videoaufnahmen von der Teichöffnung erklärten die Fachleute die besonderen technischen und logistischen Anforderungen der ab 2022 geplanten Sanierung. Die endgültige Planung der Kampfmittelräumung befindet sich derzeit noch in der Abstimmung. Diese soll bis Anfang Dezember dieses abgeschlossen sein.

Die Kampfmittelräumung soll in einer 95x105 Meter großen, freitragenden Arbeitshalle erfolgen. Um sie herum werden das 20x30 Meter große „Teichöffnung- Zelt“ und das sogenannte „Erfassung-Röntgen-Transport-Zelt“ (E.R.T.-Zelt) , das 20 mal zehn Meter groß ist, als Schleusen für Personal, Gerät und Munition platziert.

Mit der Unterzeichnung des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ) hat sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, der Kontrollstelle OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) im niederländischen Den Haag jedes gefundene Stück Kampfstoffmunition zu melden und nach der jeweiligen Freigabe und Kontrolle zu vernichten. Hierzu muss jedes Kampfmittel mit Foto und Röntgenbild erfasst werden. Diese Arbeiten werden üblicherweise bei der GEKA in Munster ausgeführt, sollen nun aber vor Ort im E.R.T.-Zelt erfolgen.

Mit dieser Maßnahme kann der Umfang der Arbeiten auf dem Gelände der bundeseigenen GEKA reduziert werden, was letztlich die maximal zu vernichtende Anzahl an Kampfmitteln erhöhen soll. Die Planungen basieren auf insgesamt 30.000 Stück Kampfstoffmunition, wenngleich die Anzahl der tatsächlich im Teich versenkten Munition mangels überlieferter Dokumente nicht wirklich beziffert werden kann. Bei der Teichöffnung wurden in circa 120 Kubikmetern Aushub insgesamt 2.552 Kampfstoffgranaten gefunden. Das Volumen des Teiches wird momentan auf rund 30.000 Kubikmeter geschätzt.

Zum Abschluss erhielten die beiden Verwaltungschefs noch Informationen über den sogenannten Sanierungsbeirat, mit dem ergänzend zu den Veröffentlichungen auf der Internetseite des Heidekreises und den Pressemitteilungen die Bevölkerung künftig über ihre örtlichen Vertreter aus Oerrel und Trauen fortlaufend über das Geschehen am „Teich“ informiert werden soll.

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