Leunig weiter an der Spitze

Jahreshauptversammlung: Vorstandswahl bei SPD-Ortsverein Munster

Leunig weiter an der Spitze

Die Wahl des Vorstands stand im Mittelpunkt, als sich die SPD Munster am vergangenen Freitag in der „Oase - Zum Oertzetal“ zur Jahreshauptversammlung traf. Ein „Erdrutsch“ an der Spitze war nicht zu erwarten, denn der Ortsverein ist offensichtlich zufrieden mit seinem Führungsgremium. Und so gab es bei der Wahl nur Bestätigungen. Die wichtigste: Stefan Leunig ist der alte und neue Vorsitzende.

Ein paar Veränderungen gab es dann aber doch: Um den Vorstand kompakter zu gestalten, schlossen sich die Genossinnen und Genossen einstimmig dem Vorschlag an, künftig weder einen stellvertretenden Schriftführer noch einen stellvertretenden Finanzverantwortlichen in das Gremium zu wählen. Diese Positionen seien überflüssig und könnten wegfallen, so die einhellige Meinung.

Bei der anschließenden Wahl, bei der keine Konkurrenz angetreten war, fuhren die Kandidatinnen und Kandidaten Spitzenergebnisse ein. Von 22 möglichen Stimmen bekam Vorsitzender Leunig 22, also 100 Prozent. Stellvertretende Vorsitzende sind Oliver Meschke (21) und Birgit Ruf (20). Volle 22 Stimmen erhielten auch Schriftführer Mario Pietsch und Michael Klingbeil als Finanzverantwortlicher. Mit Detlev Rothe (22) und Rüdiger Vogt (22) verfügt der Vorstand über zwei Beisitzer. Hinzu kommen noch die Kassenprüferinnen Sabine Indra Kalldewey, Melanie Bade und Elke Theil. Mangels Kandidaten konnte die SPD allerdings die Vorstandsposition des oder der Seniorenbeauftragten nicht besetzen.

Dass die Munsteraner Genossinnen und Genossen mit ihrem Vorstand zufrieden sind, liegt vielleicht auch an den viele Aktivitäten. So war der Ortsverein mit zahlreichen Veranstaltungen im vergangenen Jahr aktiv. Das spiegelte nicht zuletzt der Bericht von Stefan Leunig wider, der die Veranstaltungen von Vorstandssitzungen über Stammtische, Informationsstände und Info-Abende bis hin zu Europawahlkampf und Besichtigung Munsteraner Betriebe Revue passieren ließ.

Auch Lars Klingbeil wusste zu bestätigen: „Der SPD-Ortsverein Munster gehört zu den aktivsten im Heidekreis.“ Klingbeil, hiesiger SPD-Bundestagsabgeordneter und SPD-Generalsekretär, ist bekanntermaßen selbst Munsteraner und hatte damit am vergangenen Freitag ein echtes Heimspiel: Er setzte in seinem Bericht aus der Bundespolitik die tödlichen rassistisch motivierten Anschläge der vergangenen Monate an den Anfang. Zunehmend würden auch Mandatsträger, selbst ehrenamtliche, von Rechten bedroht. Hier sieht Klingbeil die AfD als Ursache: „Jeder ist gefragt, sich hier zu positionieren“, betonte der Sozialdemokrat, der auch die CDU aufforderte, deutlicher auf Distanz zur AfD zu gehen: „Das ist eine grundsätzliche Frage der Demokratie. Thüringen war ein Fehler.“

Der Generalsekretär zeigte sich darüber hinaus erfreut über das Ergebnis der Hamburg-Wahl und sprach sich für die Fortsetzung der großen Koalition in Berlin aus: „Wir sind gewählt worden, damit wir diesen Job machen.“ Bei Angelegenheiten wie der Unterstützung für das Panzermuseum oder der Finanzierung der Sanierung des Dethlinger Teiches habe er nur so stark helfen können, „weil ich in der Regierung sitze.“

In Deutschland gebe es Stabilität, die es zu erhalten gelte. Eine Spaltung, wie sie Trump in den USA bewirkt habe, „wollen wir nicht.“ Die SPD stehe für Zusammenhalt und Verantwortung. Da sei es wichtig, über Themen zu sprechen, sich aber nicht mit sich selbst zu beschäftigen: „Mein größter Wunsch ist, dass wir nicht über uns selbst reden.“

Von der Bundespolitik führten Dr. Detlef Rogosch, der über die Kreispolitik berichtete, und Melanie Bade, die Infos aus dem Munsteraner Rat mitgebracht hatte, wieder zurück zu kommunalen Themen. Die SPD-Ratsfraktionsvorsitzende riss eine große Zahl wichtiger Punkte an - von der Ausweisung neuer Baugrundstücke über den Dethlinger Teich, den Feuerwehrbedarfsplan und die Fusion der Sportvereine bis hin zum Thema Straßenausbaubeiträge und Grundschule.

Rogosch wiederum sprach wesentliche Kreisthemen wie Gesundheitsversorgung und Heidekreis-Klinikum, aber auch zwei Anträge der SPD-Kreistagsfraktion zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an: Hier wolle die SPD eine wesentlich stärke finanzielle Förderung der Bürgerbusvereine auf den Weg bringen. Außerdem setze sich die Faktion für eine transparentere Nahverkehrsplanung ein, damit dieser Bereich öffentlich diskutiert werden könne.

Finanziell geht es der Munsteraner SPD übrigens recht gut, wie Michael Klingbeil als Finanzverantwortlicher feststellen konnte. Allerdings, auch das hatte Klingbeil zu vermelden, ist die Mitgliederzahl durch Wegzüge, Sterbefälle, aber auch Austritte zurückgegangen: Ende 2018 waren es noch 93 Mitglieder. Bei neun Ab- und zwei Zugängen im vergangenen Jahr lag die Mitgliederzahl zum 31. Dezember 2019 bei 86.

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