Munsters Städtepartnerschaft mit Mitschurinsk soll vorerst ruhen

Bürgermeister Ulf-Marcus Grube und Verwaltungsvertreter im Austausch mit den Städtepartnerschaftsbeauftragten

Munsters Städtepartnerschaft mit Mitschurinsk soll vorerst ruhen

Munsters Bürgermeister Ulf-Marcus Grube hatte kürzlich zu einem Treffen mit den Städtepartnerschaftsbeauftragten für die Städte Eragny sur Oise (Frankreich), Muggiò (Italien), Radcliff (USA) und Mitschurinsk (Russland) eingeladen. In diesem Austausch ging es unter anderem um die pandemiebedingten Einschränkungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die städtepartnerschaftlichen Kontakte. Die partnerschaftliche Kommunikation konnte in dieser Zeit über Telefon, E-Mails und Videokonferenzen aufgefangen werden. Allerdings mussten viele geplante und vorbereitete Besuche abgesagt werden, wodurch die persönlichen Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der Städte und auch zwischen den Schulen und Vereinen gelitten haben.

So wurden geplante Reisen der Munsteraner Schulen nach Muggiò, Eragny sur Oise und Mitschurinsk aufgrund der Pandemie gestrichen. Auch die von den Partnerstädten geplanten Besuche in Munster mussten ausfallen. So war zum Beispiel ein Besuch der Jugendfeuerwehr aus Ergagny sur Oise für den Sommer 2020 geplant. Der Verein Eragny-Munster-Exchange (EMEX) wollte die Nikolausmärkte in Munster in den Jahren 2020 und 2021 mit einem kulinarischen Stand bereichern. Nicht zuletzt wurden auch die gegenseitigen Einladungen von Delegationen aus Rat und Verwaltung aus den Terminkalendern gestrichen. Die Partnerschaftsbeauftragten Kahnwald und Mangold aus Munster versicherten aber trotzdem „gute Kontakte“ in die Partnerstädte Muggio und Eragny.

Gerd Engel als Partnerschaftsbeauftragter für Radcliff berichtete, dass der Kontakt zur Partnerstadt in den USA derzeit ruhe. Mit dem Ausscheiden der dortigen Partnerschaftsbeauftragten Patty Carry im Jahr 2015 sei auch die bis dahin rege Kommunikation eingestellt worden. Daher waren auch keine Reisen von Schülerinnen und Schüler in die USA mehr möglich. Engel versicherte, dass er trotzdem bemüht sei, den Kontakt wieder zu beleben.

Auch der russische Angriff auf die Ukraine seit dem 24. Februar war Thema des Treffens. In diesen für die Menschen in der Ukraine so schrecklichen Tagen stehe die Städtepartnerschaft Munster-Mitschurinsk vor einer besonderen Herausforderung, hieß es in der Runde.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Forderungen nach einem Abbruch der partnerschaftlichen Beziehungen zur russischen Stadt Mitschurinsk mit jedem Kriegstag lauter werden. Die bisherige Zusammenarbeit im Rahmen dieser Städtepartnerschaft habe aber gezeigt, was im Sinne von Völkerverständigung und an wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit möglich sei. Russische Menschen in Deutschland, die den Krieg in der Ukraine ablehnten, sollten nicht Diskriminierungen ausgesetzt werden, weil sie russische Wurzeln haben“. Es müsse vielmehr differenziert beurteilt werden. Es seien die zivilgesellschaftlichen Kontakte, die als Brücke zwischen den Völkern bestehen bleiben müsse.

Die bisherigen guten partnerschaftlichen Beziehungen zu Mitschurinsk, auch vor dem Hintergrund der Verbindungen „von Mensch zu Mensch“, sollten daher nicht beendet werden, betonten Bürgermeister Grube und die Städtepartnerschaftsbeauftragten einhellig. Angesichts der hohen Opferzahlen und des Leids in der Ukraine werde die Städtepartnerschaft zu Mitschurinsk allerdings bis auf Weiteres ruhen.

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