NABU-Gruppe ist enttäuscht | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Frühblüher-Aktion startet am 10. Oktober – vorerst keine Flächen in Munster

NABU-Gruppe ist enttäuscht

Sie beginnt am 10. Oktober auf dem Wochenmarkt in der Örtzestadt, die Frühblüher-Aktion der NABU-Ortsgruppe Munster. Angeboten werden heimische beziehungsweise ökologisch wertvolle Blumenzwiebeln, die Bürgerinnen und Bürger in ihren Gärten und auf geeigneten Flächen pflanzen können (HK berichtete). Für die Zwiebeln, die nach der Verkaufsaktion übrig bleiben, hatte der NABU außerdem vorgesehen, gemeinsam mit der Stadt geeignete öffentliche Grünflächen zu bepflanzen. Dazu hatte der NABU mehrere konkrete Flächen vorgeschlagen und um eine Abstimmung mit der Stadt gebeten.

„Die Stadt Munster hat dies nun abgelehnt. Als Begründung verweist die Stadt auf das derzeit geplante Bewirtschaftungskonzept für die öffentlichen Grünflächen. Zunächst solle neutral geprüft werden, welche Flächen künftig extensiv gepflegt, mit Wildkräutern entwickelt oder weiterhin regelmäßig gemäht werden sollen. Eine Bepflanzung mit Blumenzwiebeln könne dieser Entscheidung möglicherweise vorgreifen“, heißt es in einer Pressemitteilung der NABU-Gruppe aus Munster.

„Wir können nachvollziehen, dass Flächen, die künftig beispielsweise umgebrochen und mit einer Wildkräutermischung eingesät werden sollen, für eine Zwiebelpflanzung nicht infrage kommen“, so Martina Preloger vom NABU-Ortsverband: „Genau deshalb haben wir der Stadt verschiedene Flächen vorgeschlagen, bei denen eine solche Nutzung aus unserer Sicht nicht zu erwarten ist.“

Dazu gehörten beispielsweise Grünstreifen entlang von Wegen, die auch künftig regelmäßig gemäht werden müssen sowie auch Flächen, auf denen nicht gemäht werden könne. Dort könnten die Zwiebeln im Herbst gesetzt werden und im Frühjahr blühen. Lediglich der erste Schnitt müsste gegebenenfalls auf diesen Teilflächen bis zum Einziehen des Laubes Anfang Juni verschoben werden.

„Wir hatten uns deshalb eine pragmatische Lösung gewünscht: Flächen, die ohnehin weiterhin gemäht werden, könnten durch Frühblüher ökologisch aufgewertet werden, ohne einem zukünftigen Grünflächenkonzept vorzugreifen“, unterstreicht Preloger. Die NABU-Ortsgruppe bedauere sehr, dass eine solche Lösung in diesem Jahr nicht möglich sei. Die ursprünglich angekündigte Pflanzung auf öffentlichen Flächen werde daher nicht stattfinden.

Die nach der Verkaufsaktion verbleibenden Zwiebeln sollen nun auf der Fläche der Streuobstwiese mit dem Igellehrpfad an der St. Urbani-Kirche verwendet werden. Die Frühblüher-Aktion selbst auf dem Wochenmarkt in Munster läuft weiter. Der NABU möchte damit „einen kleinen, aber sichtbaren Beitrag zu mehr Blütenangebot und Nahrung für Wildbienen und andere Insekten leisten“.