Neun Rehkitze gerettet

Drohnen mit Wärmebildkamera unterstützen Jäger des Hegerings Munster

Neun Rehkitze gerettet

Wer die Ruhe in der Natur liebt und beim Spaziergang von lauten Geräuschen aufgeschreckt wird, die von einer durch die Lüfte schwebenden Drohne verursacht werden, dürfte umgehend den Impuls haben, das Fluggerät schnellstmöglich vom Himmel zu holen. Das summende Geräusch entsteht aufgrund der Motoren und Propeller, die Luftwirbel über den Rotoren erzeugen. Diese Geräuschemissionen können manchmal durchaus an den Bohrer in der Zahnarztpraxis erinnern. Die Geräusche indes sind zu verschmerzen, zumal Drohneneinsätze Leben retten können. Deshalb hat jetzt die Jägerschaft des Hegerings Munster auf die moderne Technik gesetzt - mit Erfolg. Dank der „Überwachung“ aus der Luft konnten insgesamt neun Rehkitze vor den für sie oft tödlichen Mähwerken gerettet werden.

Vor der ersten Wiesenmahd setzten Revierinhaber aus Kreutzen, Dehtlingen, Töpingen und Alvern in vier Revieren im Hegering Munster zwei Drohnen ein, die jeweils über eine Wärmebildkamera verfügten. Am Abend vor der Mahd wurden wie in jedem Jahr auf den Grünflächen Stangen mit Tüten oder Flatterband aufgestellt, um die Ricken mit ihren Rehkitzen von den Flächen zu verscheuchen. Bereits um 5.30 Uhr morgens trafen sich die beiden Teams mit je einer Drohne in den Revieren mit den Jägern und flogen mehrere Grünflächen unterschiedlicher Größe ab. Dank der „Aufklärung“ aus der Luft konnte eine Gesamtfläche von gut 45 Hektar abgesucht werden.

„Wurde durch eine Drohne ein Rehkitz gefunden, so wurden mit Hilfe von gut belüfteten Transportbehältern die Rehkitze aus den Wiesen gerettet und nach dem Mähen wieder freigelassen“, berichtet Peter Westermann, stellvertretender Leiter des Hegerings Munster: „Durch Handschuhe und ausreichend Gras wurde die Übertragung des menschlichen Geruchs vermieden.“

Privatpersonen hatten sich und ihre Drohnen für diese „lebensrettende Maßnahme“ zur Verfügung gestellt. Sie steuerten die Fluggeräte. „Insgesamt waren neben den beiden Piloten zehn weitere Jäger mehr als drei Stunden im Einsatz, um die Rehkitze zu retten“, berichtet Westermann.

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