Nicht weitere 70 Jahre warten

Bürgermeisterin Christina Fleckenstein informiert über wichtige Themen

Nicht weitere 70 Jahre warten

Ob es vielleicht am DFB-Pokalspiel Werder Bremen gegen Schalke 04 lag? Auf jeden Fall blieben viele Stühle leer, als Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein am vergangenen Mittwoch in der Stadtbücherei über wichtige Themen informierte: Statt der sonst gut 100 waren es diesmal nur etwa 30 Gäste, die sich auf den neuesten Stand bringen lassen wollten. Fleckenstein zeigte sich zwar ein bißchen enttäuscht, ging dann aber engagiert zur Sache.

Da in der rund zweistündigen Veranstaltung nicht jedes städtische Thema Platz finden konnte, hatte die Bürgermeisterin eine Auswahl getroffen. So wies sie auf den ab 15. Dezember 2019 auch für Munster geltenden Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) hin. Damit würden nicht nur Zeit- und Einzelkarten nach Hamburg, sondern auch nach Soltau günstiger.

Unter den zahlreichen Veranstaltungen in der Örtztestadt hob Fleckenstein zwei besonders hervor: Am 21. August steht der Lili-Marleen-Tag auf dem Programm. Im vergangenen Jahr sei er aus der Not heraus wegen Umweltschutzauflagen von der Sültinger Mühle auf den Heinrich-Peters-Platz vor dem Rathaus verlegt worden. Dies allerdings mit sehr guter Resonanz. Auch in diesem Jahr solle er dort über die Bühne gehen. Die zweite Großveranstaltung ist die traditionelle Ausstellung „Glasplastik und Garten“, die vom 17. August bis zum 8. September wieder zahlreiche Besucher nach Munster locken wird. 65 Künstlertinnen und Künstler werden dabei mit 109 Werken im Außenbereich und weiteren 96 kleineren Werken in der Stadtbücherei und der St. Urbanikirche vertreten sein.

Auch auf das jüngst mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichnete Deutsche Panzermuseum und dessen Umbau beziehungsweise Erweiterung ging die Bürgermeisterin ein. Der Zeitplan für das mit 19 Millionen Euro geförderte Projekt sehe für 2019 und 2020 Planungen und Auftragsvergabe, für 2020 bis 2022 Abriß und Bau von Hallen sowie für 2022 und 2023 Bau und Gestaltung vor. Während dieser Zeit werde das Museum, wenn auch etwas eingeschränkt, geöffnet sein, so die Bürgermeisterin.

Gebaut werden soll auch im Umfeld des Ollershofes: Neben Bänken und Beleuchtung soll hier ein möglichst barrierefreies Wegesystem entstehen, was das derzeitige Pflaster nicht erlaubt. Das allerdings soll nicht verschwinden und der Charakter der Anlage nicht zerstört werden. Rund 140.000 Euro soll die Maßnahme kosten, „die wir auf mehrere Abschnitte verteilen und die durch die Heideregion gefördert wird“, so die Bürgermeisterin.

Veränderungen kündigte Fleckenstein für Oerrel an: Das dortige Dorfgemeinschaftshaus (Sporthalle) und das Feuerwehrgerätehaus, das nicht mehr den Anforderungen entspreche, sollen in einer gemeinsamen baulichen Lösung zusammengeführt werden. Während die Stadt die dabei für das Gerätehaus anfallenden Kosten komplett selbst tragen müsse, sollten 500.000 Euro aus Leader-Mitteln in das Dorfgemeinschaftshaus fließen.

Was den bereits im März 2018 gefallenen Ratsbeschluß für die Grundschule Breloh und die dortigen Baumaßnahmen betrifft, so erläuterte die Bürgermeisterin, daß vor allem die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung für Verzögerungen gesorgt habe. Im Januar 2019 hätte aber schließlich acht Angebote vorgelegen, fünf seien ausgewählt worden und am Ende eines übriggeblieben. Jetzt gehe es zunächst um die Grobplanung durch den Architekten und den Verkehrsplaner, bevor über die verschiedenen Entwürfe entschieden werde. Erst danach könne das Genehmigungsverfahren beginnen. Das könne noch einige Zeit dauern, „denn alles muß gut durchdacht sein.“

Weiteres wichtiges Thema: Da Munsters Plätze für die Kinderbetreuung nicht ausreichen, wird ein Kita-Neubau mit 80 Plätzen auf dem Gelände der Förderschule in der Breloher Straße entstehen. Hier hat sich die Stadt für das Angebot der Lebenshilfe entschieden.

Einen besonders dicken Brocken hatte die Bürgermeisterin mit der Entschlammung des Mühlenteiches zu bieten. Alle dabei erforderlichen Maßnahmen beliefen sich auf insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro. Eine Lösung sei noch nicht beschlossen: „Es gibt so hohe Auflagen, daß wir noch immer nicht wissen, ob wir das hingkriegen. Ich weiß nicht, ob es eine Entschlammung geben wird, und, wenn ja, wann.“

Neben dem Ausbau der Straße Zum Schützenwald, dem Edeka-Neubau und dem Penny-Markt ging die Bürgermeisterin auch noch auf das brisante Thema Dethlinger Teich und die darin versenkten Weltkriegs-altlasten ein. Vom Mitte September bis in den Dezember 2019 hinein solle der Teich unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen geöffnet werden: „Das klingt gefährlich, aber wir müssen das tun und dürfen nicht weitere 70 Jahre warten.“

Zum Abschluß dann konnte Fleckenstein eine positive Perspektive präsentieren. Die Finanzlage der Stadt habe sich spürbar verbessert, meinte die Bürgermeisterin, gab sich dabei aber sehr zurückhaltend: „Wir sind zwar nicht wirklich gut aufgestellt, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“

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