Persönlicher Kontakt fehlt

Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Munster geht 2021 neue Wege

Persönlicher Kontakt fehlt

Multiple Sklerose - kurz: MS - ist eine Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei der Entzündungsherde an ganz unterschiedlichen Stellen im Gehirn und Rückenmark auftreten können. Je nachdem, welche Bereiche betroffen sind, können vielfältige Symptome auftreten. „Deshalb nennt man MS auch die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“, erklärt Udo Gebers. Er möchte für die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Munster auf den Welt-MS-Tag aufmerksam machen, bei dem am 30. Mai das Motto „Stay Connected - Wir bleiben in Verbindung“ im Mittelpunkt steht. In Verbindung bleiben - das sei bei der Munsteraner Vereinigung nicht einfach gewesen in der Zeit der Pandemie, weiß Gebers: „Zehn Monate gab es keinen persönlichen Kontakt bei Gruppentreffen.“ Daher gehen die Betroffenen der Örtzestadt 2021 neue Wege.

Durch die strengen Kontaktbeschränkungen sei es für die Selbsthilfegruppe nicht möglich gewesen, die monatlichen Gruppentreffen in Munster abzuhalten: „In diesen schwierigen Zeiten ist es aber für die Mitglieder sehr wichtig, sich untereinander auszutauschen. Telefon und Whats-App sind kein Ersatz für die Gruppentreffen. Gerade jetzt, ist die Gefahr groß, in eine ungewollte Isolation zu geraten. Es fehlt der Kontakt in der Gruppe, der persönliche Austausch und das gegenseitige Mut machen“, schildert Gebers die Situation in der Pandemie.

Doch es gebe einen neuen Weg: „Der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) Landesverband Niedersachsen bietet uns seit Anfang 2021 die Möglichkeit zu ‚virtuellen Gruppentreffen‘. Unsere monatliche Online-Runde begann im Februar 2021 im ‚kleinen Rahmen‘ mit drei Personen, mittlerweile nehmen bis zu zehn Personen an den Video-Treffen teil.“ Wenn auch nur über den Bildschirm, der Austausch habe dennoch Freude und Mut gemacht, so Gebers: „Es war für uns alle ein schöner Moment, sich nach zehn Monaten Pandemie, wieder ‚live‘ sehen und miteinander austauschen zu können. Momentan sind die ‚virtuellen Treffen‘ für unsere Gruppe die einzige Möglichkeit, sich zu sehen und miteinander zu reden. Der große Vorteil liegt aber darin, dass jeder von zu Hause daran teilnehmen kann und wir neue MS-Erkrankte zu unseren Treffen einladen können. Wir planen für 2021auch virtuelle Vorträge mit Referenten aus den Bereichen Medizin, Sport, Ernährung und Alltagsplanung mit MS.“

In der Vergangenheit seien über die direkte Ansprache durchaus „neue Gesichter“ zur Gruppe gestoßen, „da das aber zurzeit nur eingeschränkt möglich ist, haben wir seit Januar 2021 auch einen eigenen Internetauftritt unter www.dmsg-munster-kg.de. Hier finden Betroffene und deren Angehörige Informationen über unsere Gruppe, die Termine der Gruppentreffen und die von uns geplanten Veranstaltungen.“

Den Internetauftritt habe der Munsteraner Zusammenschluss zusammen mit der Initiative „Niedersachsen vernetzt“ geplant und umgesetzt: „Auch das war für uns Neuland, da niemand aus unserer Gruppe Erfahrungen in diesem Bereich hatte. Es war für alle Beteiligten sehr interessant, hat viel Spaß gemacht und wir haben erfahren, dass man als Team viel erreichen kann“, freut sich Gebers. „Die Corona-Zeit haben wir somit positiv genutzt, um neue Wege zu gehen.“

Jährlich bekommen fast 15.000 Menschen in Deutschland die Diagnose MS: „Wir möchten Betroffenen und deren Angehörigen dabei helfen, ihren Weg mit dieser Diagnose zu finden. Neue Gesichter sind jederzeit willkommen. Eine Mitgliedschaft in der DMSG ist nicht erforderlich“, ruft Gebers Ratsuchende auf, sich zu melden. Wer mehr über die virtuellen Treffen und die DMSG-Selbsthilfe-gruppe Munster wissen möchte kann sich direkt an Udo Gebers, Telefon (05191) 9994920, wenden oder per E-Mail an ms-munster@web.de Kontakt aufnehmen.

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