Rund 100 Kräfte im Einsatz: Brandbekämpfung mit Luftunterstützung

Feuer auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd: Übungsschießen die Ursache

Rund 100 Kräfte im Einsatz: Brandbekämpfung mit Luftunterstützung

Ein Übungsschießen war die Ursache des Brandes, der am gestrigen Mittwoch am späten Vormittag auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd bekämpft wurde. In den sozialen Netzwerken tauchten nach und nach Posts von Nutzerinnen und Nutzern aus dem Heidekreis auf, die sich über starken Brandgeruch wunderten. Selbst aus Schneverdingen und Fintel kamen derartige Meldungen.

Wie Oberstleutnant Thomas Poloczek vom Landeskommando Niedersachsen, Abteitlung Informationsarbeit, mitteilt, waren auf dem Übungsplatz rund 50 Hektar auch munitionsbelastetes Waldgebiet in Brand geraten. Dies entspreche einer Fläche von rund 70 Fußballfeldern. Marco Füllberg, Einsatzleiter der Bundeswehr-Feuerwehr, ließ daher frühzeitig zivile Einsatzkräfte zur Unterstützung nachalarmieren.

„Nach Alarmierung waren in der Spitze rund 100 zivile und Bundeswehr-Feuerwehrkräfte mit 40 Löschfahrzeugen, einem Bergepanzer zum Schieben von Brandschneisen sowie zwei Transporthubschrauber NH-90 mit Löschwasserbehältern im Einsatz“, berichtet Poloczek. Und weiter: „Der Brandbekämpfung wurde aufgrund der anhaltenden Trockenheit höchste Priorität eingeräumt, so dass der Schießbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Munster und auch größtenteils auf dem Truppen- übungsplatz Bergen eingestellt wurde, um die Bundeswehr-Feuerwehrkräfte schnell zusammenzuziehen.“ Durch die „erfolgreiche und schnelle Zusammenarbeit der zivilen und Bundeswehr-Feuerwehrkräfte“ sei der Brand gegen 20 Uhr unter Kontrolle gewesen. Nachlöscharbeiten auch über Nacht seien durch die Bundeswehr-Feuerwehr sichergestellt worden. Der Schießbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Munster sei bis zum Abschluss der Brandbekämpfung eingeschränkt gewesen. Oberst Dirk Waldau, Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen, habe sich persönlich ein Bild vor Ort gemacht und den zivilen und Bundeswehr-Feuerwehrkräften für deren „gemeinsamen, reibungslosen und erfolgreichen Einsatz“ seinen Dank ausgesprochen.

Laut Daniel Dwenger von der Feuerwehr Heidekreis richtete der Wassertransportzug 25 (WT 25) der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord des Heidekreises bei der Brandbekämpfung einen Pendelverkehr für die Betankung der geländegängigen Bundeswehrfahrzeuge ein. „Die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Munster, Wietzendorf, Soltau, Schneverdingen und Neuenkirchen, die zusammen den Fachzug bilden, lieferten dazu je Fahrt circa 5.000 Liter Wasser in das Einsatzgebiet“, so der Feuerwehrsprecher. Die Brandbekämpfung sei dann mit den geländegängigen Fahrzeugen der Bundeswehr-Feuerwehr zielgerichtet erfolgt. „Hier hat die zivil-militärische Zusammenarbeit von der ersten Minute an hervorragend funktioniert“, unterstreicht der Zugführer des WT25, Jens Brockmann.

Aber auch andere Kräfte waren gefordert, wie Sprecher Dwenger weiter berichtet: „Der Feuerwehrflugdienst Niedersachsen erkundete die Einsatzstelle aus der Luft und lieferte der Einsatzleitung wertvolle Informationen über die Größe und Laufrichtung des Feuers. Mit dem Flugzeug vom Standort Lüneburg wurde die Einsatzstelle mehrere Stunden überflogen und eingeschätzt.“

Hilfreich sei auch der Einsatz der beiden NH90-Hubschrauber des Transporthubschrauberregiments 10 in Faßberg gewesen, die mit Außenlastbehältern zum Abwurf von Wasser gegen die Flammen vorgegangen seien. Darüber hinaus sei ein Teil der kürzlich aufgestellten Einheit GFFF-V (Ground Forest Fire Fighting using Vehicles) des Landes Niedersachsen vor Ort gewesen. „Die speziell für Waldbrandbekämpfung ausgestatteten Fahrzeuge vom Typ CCFM 3000 waren hier erstmals in Niedersachsen im Einsatz“, so Dwenger. Mit vereinten Kräften aller Beteiligten war die Ausbreitung des Feuers gegen 15.30 Uhr gestoppt. Dwenger: „Gegen 19 Uhr konnten alle ehrenamtlichen Feuerwehreinsatzkräfte die Einsatzstelle wieder verlassen.“

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