„Schlaglos schlagfertig“

Antiaggressionstraining an der Realschule Munster

„Schlaglos schlagfertig“

„Während der Corona-Pandemie sind bei vielen Schülerinnen und Schüler soziale Verbindungen und damit auch soziale Kompetenzen verloren gegangen. Die Folgen sind mancherorts auch in den Schulen zu spüren, etwa durch aggressives Verhalten einiger Schülerinnen und Schülern ihren Mitschülern gegenüber““, so Marc Bobka. Wie der Lehrer an der Realschule Munster in seiner Mitteilung berichtet, hat die Schule das Thema kürzlich bei einem Projekttag in den Fokus gerückt: „Die Realschule Munster hat nun gegengesteuert und in einigen Klassen des 6. und 7. Jahrgangs das Projekt ‚Schlaglos schlagfertig‚ durchgeführt.“

Angeleitet durch die Sozialpädagogin und Antiaggressivitätstrainerin Evelyn Zinke haben die Schülerinnen und Schüler vor allem praktische Übungen durchgeführt: „Eine kleine Rangelei auf dem Schulhof ist vielleicht für die Beteiligten noch Spaß, doch wo ist die Grenze? Wo wird es ernst und wo fängt Gewalt an?“, erklärt die Sozialpädagogin das Ziel dieser Übungen. „Ich möchte das Füreinander und Miteinander stärken und mehr Homogenität in der Klasse herstellen“, ergänzt Evelyn Zinke. Dazu gehöre es ebenfalls, Regeln, Normen und Werte wieder herzustellen: „Wenn wir wegsehen, dann dulden wir den Regelverstoß“, führt die 57-Jährige weiter aus.

Ein zusätzliches Ziel dieses Projektes sei es außerdem, Vertrauen unter den Mitschülerinnen und Mitschülern aufzubauen, so die Antiaggressivitätstrainerin. Dazu kommt beispielsweise bei einer Übung ein sogenanntes Metalog-Band zum Einsatz. „In einer anderen Übung sollten die Schülerinnen und Schüler Grenzen spüren. Wie nah darf mir eine andere Person kommen, ohne dass ich mich in meiner Privatsphäre angegriffen fühle?“ Wichtig ist ihr, dass sie individuell auf die Probleme der jeweiligen Klasse eingeht, denn die Situation ist in jeder Lerngruppe anders.

Und wie kamen die Übungen bei den Schülerinnen und Schülern an? „Mir hat es gefallen, dass man gelernt hat, dass man dem anderen vertrauen konnte. Ich finde, das Projekt hat die Gemeinschaft gestärkt“, so Laura Kaiser.

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