Sehr große Spendenbereitschaft

Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Munster und den Nachbargemeinden

Sehr große Spendenbereitschaft

Auch wenn noch nicht alle Spendendosen eingetroffen sind: Im Zuge der diesjährigen Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am 8. November in Munster und den Nachbargemeinden konnte, wie die Initiatoren mitteilen, „ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden.“ Bereits knapp 8.000 Euro sammelten die rund 80 Soldaten um den Bürgermeister der Stadt Munster, Ulf-Marcus Grube, und den Standortältesten, Brigadegeneral Björn Schulz, am ersten offiziellen Spendentag. Die Sammelaktionen gehen in den nächsten Tagen weiter.

„Der Krieg in der Ukraine wird immer mitschwingen“ - das hoben die Organisatoren der diesjährigen Straßensammlung, Hauptmann Michael Zappe als Standortoffizier, Andrea Holz, Kulturbeauftragte der Stadt Munster, und der Beauftragte für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Rainer Grygiel, bereits bei der Begrüßung im Soldatenheim „Oase Zum Oertzetal“ hervor.

Grygiel erläuterte den freiwilligen Sammlern anschließend die Arbeit des Volksbundes. Als gemeinnütziger Verein hat es sich der Volksbund seit 1919 zur Aufgabe gemacht, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Hauptmann Michael Zappe unterstrich, dass es „eher eine Selbstverständlichkeit als eine Pflicht“ sei, sich für die Arbeit des Volksbundes einzusetzen. „Bereits als junger Soldat habe ich mich freiwillig als Sammler gemeldet“, sagte der Standortoffizier. Und Bürgermeister Ulf-Marcus Grube, an die Freiwilligen gerichtet: „In Munster werden Sie als Spendensammler auf sehr viel positive Resonanz stoßen. Die Bevölkerung am Standort Munster ist den Soldaten gegenüber sehr positiv eingestellt.“

Vom Obergefreiten bis hin zum General schwärmten die Sammler der Dienststellen des Standortes in ihre Sammelbezirke aus. „Es ist gut, in diesen Zeiten mit diesem Anliegen in unserem Standort sichtbar zu sein und den Mitbürgern im Gespräch zu begegnen“, betonte der Standortälteste, Brigadegeneral Schulz. Und die Soldatinnen und Soldaten kamen dann auch sehr schnell mit der Bevölkerung ins Gespräch. In jedem Haushalt nutzen die Soldaten die Gelegenheit, um über die Arbeit des Volksbunds zu informieren. So sei es vielen Menschen nicht bewusst, dass der Volksbund nur für die Kriegsgräber im Ausland zuständig sei. In Deutschland seien die Kommunen dafür zuständig.

In den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern wurde auch der Krieg in der Ukraine, wie bei der Begrüßung vorhergesagt, immer wieder thematisiert. Vielen Munsteranern liegt die Arbeit des Volksbunds besonders am Herzen. Eine bewegende Familiengeschichte erzählte zum Beispiel Adelheid Nickel. Ihr Vater galt im zweiten Weltkrieg in Russland zunächst als vermisst und später als gefallen. „Wir wissen bis heute nicht genau, wo mein Vater gefallen ist beziehungsweise er beigesetzt wurde. Bei der Suche nach meinem Vater hat uns der Volksbund und der Suchdienst des Roten Kreuzes sehr unterstützt, daher bin ich diesen sehr dankbar für ihre Arbeit“, erzählte Nickel den Spendensammlern. Sie kam als Kind und Kriegsflüchtling aus Ostpreußen noch vor Kriegsende mit ihrer Mutter nach Munster. Für den Kapitänleutnant, der mit ihr sprach, werden diese und andere Geschichten noch lange in Erinnerung bleiben. Das gilt auch für dessen Kameradinnen und Kameraden: „Das Gespräch mit Frau Nickel verdeutlicht nochmals die Sinnhaftigkeit der Arbeit des Volkbundes. Uns wurde sehr deutlich, dass das Leid der vergangenen Kriege für viele Menschen noch sehr präsent ist“, unterstrich der Spendensammler.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland die deutschen Gräber beider Weltkriege im Ausland. Mehr als 800 Friedhöfe mit mehr als 1,9 Millionen Gräbern in 46 Staaten befinden sich in seiner Obhut. Die Kriegsgräberfürsorge umfasst die Sorge um die Gräber, das öffentliche Erinnern, Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie die auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit. Der Volksbund leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Frieden, Versöhnung und Achtung der Menschenwürde. Für seine Arbeit ist er auf Spenden angewiesen.

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