Soldaten für kreative Ideen belohnt

„Kontinuierliches Verbesserungsprogramm“ in der Bundeswehr: Drei Soldaten der Panzertruppenschule mit Prämien ausgezeichnet

Soldaten für kreative Ideen belohnt

Bereits im vergangenen Jahr hatten Soldaten der Panzertruppenschule Munster mit kreativen Ideen geglänzt und wurden dafür im September mit dem ersten Platz beim bundeswehrweit ausgetragenen „KVP-Cup“ ausgezeichnet. Die drei Großbuchstaben stehen in der Bundeswehr für „Kontinuierliches Verbesserungsprogramm“. Nun wurden auch einige der kreativen Köpfe hinter den Ideen an der Panzertruppenschule für ihre Vorschläge mit Prämien ganz persönlich belohnt.

Nachdem die Panzertruppenschule beim „KVP-Cup“ im Jahr 2019 den sechsten Platz erreicht hatte, konnten die kreativen Kameraden nun beim dritten Wettbewerb mit insgesamt 48 Verbesserungsvorschlägen die Spitze des Siegerpodestes erklimmen. „Die Teilnehmer am KVP-Cup haben nicht nur finanziellen Einsparungen zur Folge. Viele der Beiträge tragen deutlich zur Verbesserung der Sicherheit oder zur Vereinfachung des Dienstbetriebes bei“, erläutert Hauptmann Bastian Block, KVP-Beauftragter an der Panzertruppenschule in der Örtzestadt.

Manchmal sind es nur Details, die bei der Auftragserfüllung für Verbesserungen sorgen. „Das Vorschlagsverfahren ist recht einfach und unproblematisch. Ich finde es sehr gut, gehört zu werden und so zur Verbesserung beizutragen“, berichtet Stabsunteroffizier Dominik Winter. Ein Vorfall beim Schießen mit dem Kampfpanzer Leopard 2 hatte ihn gemeinsam mit Stabsunteroffizier und Feldwebelanwärter Jan Groszyk auf eine gute Idee gebracht: „Eine vergessene Keilsicherung sorgte bei einem Schießen mit dem Leopard für eine zeitaufwendige Instandsetzung. Die herkömmliche Keilsicherung gibt es in schwarz oder weiß und kann leicht übersehen werden“, so Groszyk. Deshalb regten die Soldaten an, die Keilsicherung ganz einfach auffällig einzufärben. Bei ihrem Zugführer, dem Abteilungsleiter der technischen Abteilung, rannten die beiden Instandsetzungssoldaten mit ihrem Vorschlag offene Türen ein. Und so wurde die Idee dann auch sogleich gemeinsam in die Tat umgesetzt. Zunächst wurde die helle Sicherung farblich auffällig lackiert - kleine Maßnahme, große Wirkung. Künftig werden diese Sicherungen von der Industrie in Signalfarbe hergestellt und ausgeliefert. Der Verbesserungsvorschlag der beiden Soldaten wurde mit jeweils 450 Euro prämiert. „Einen Teil des Geldes lasse ich bei einem Grillabend meiner Fußballmannschaft zukommen“, versprach Groszyk. Sein Kamerad Winter ließ noch offen, was er mit seiner Prämie machen werde.

Rund 30 Vorschläge hat Hauptfeldwebel Marco Boldt bereits beim KVP eingebracht. Diesmal konnte er sich für einen weiteren über eine Prämie von 600 Euro freuen. „Kleine Ideen mit wenig Aufwand können zu mehr Sicherheit und erheblichen Optimierungen beitragen. Dabei ist es unerheblich, ob der Gefreite oder der Oberst einen Vorschlag einbringt“, unterstreicht Boldt. Sein Vorschlag: Der Batteriesatz eines Funkgerätes vom Typ SEM 93 verfügt über eine Blockbatterie zum Erhalt der Systemuhr und der internen Speicher. Dieser Akku muss bei Fristarbeiten jährlich getauscht werden. Und das wiederum wird gemacht, egal ob der Akku noch Restkapazitäten aufweist oder leer ist. Die Idee des Hauptfeldwebels: „Der Akku passt doch auch in das Funkgerät vom Typ SEM 52, da könnte dieser doch noch eingesetzt und weiter genutzt werden.“

Das SEM 52 wird üblicherweise mit acht LR6-AA-Mignon-Batterien betrieben. Aufgrund des Vorschlages von Boldt werden nun nicht nur die Akkus weiterverwendet, vielmehr wird auch die Kapazität des SEM 52 von 16 auf nun 40 Stunden erhöht. „Allein an der Panzertruppenschule lassen sich jährlich so bis zu 1.300 Batterien einsparen“, merkte Boldt in seinem Vorschlag an. Neben der wirtschaftlichen Einsparung schone diese Maßnahme auch die Umwelt erheblich. Und was hat er mit der Premie vor? Da muss der kreative Hauptfeldwebel nicht lange überlegen: „Mit dem Geld mache ich etwas Schönes mit meiner Familie.“

Die drei Soldaten erhielten bei einem Corona-konformen Antreten durch den Stellvertretenden Kommandeur der Panzertruppenschule, Oberst Jesko Peldszus, ihre Prämierungen.

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