Staatssekretär macht sich selbst ein Bild

Dethlinger Teich: Änderungsvereinbarung zur Finanzierung unterzeichnet

Staatssekretär macht sich selbst ein Bild

Noch einmal hoher Besuch am Dethlinger Teich, bevor an dieser Stelle nur noch das Fachpersonal Zutritt hat: Am vergangenen Montag unterzeichneten dort Staatssekretär Frank Doods vom Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Hannover und Landrat Manfred Ostermann eine Änderungsvereinbarung. Sie betrifft die Finanzierung der Erkundungsmaßnahme in der zugeschütteten Kieselgurgrube mit ihrem gefährlichen Kampfstoffinhalt.

Schon vor einigen Wochen hatte der Landrat darauf hingewiesen, dass die Öffnung des Dethlinger Teiches und die damit verbundenen Schritte teurer würden, als ursprünglich kalkuliert worden sei. Gleichzeitig hatte er aber auch betont, dass sich das Land weiter beteiligen werde (HK berichtete). Waren zunächst 2,8 Millionen für die Teichöffnung vorgesehen, liegt die Summe jetzt bei 3,6 Millionen Euro. 70 Prozent dieser 800.000 Euro Mehrkosten übernimmt das Land, 30 Prozent der Landkreis Heidekreis. Diese Vereinbarung haben Landrat und Staatssekretär am vergangenen Montag mit ihrer Unterschrift besiegelt.

Zuvor allerdings nutzte Doods die Gelegenheit und ließ sich von Carsten Bubke, Umwelttechniker beim Landkreis, durch die Anlagen führen, die inzwischen auf dem Dethlinger Teich und daneben errichtet worden sind (HK berichtete). Wenn das runde Loch mit einem Durchmesser von rund 3,5 Metern im stabilen, hallengroße Zelt erst einmal geöffnet ist, „saugt ein Mammutsauger das Material ab, solange es ungefährlich ist. Wenn wir auf Metall stoßen, muss das per Hand untersucht werden“, so Bubke. So gibt es neben dem Sauger noch einen Kran, um Material zu heben, und einen weiteren, um Personen zu befördern, wenn das Loch einmal tief genug ist. Demnächst beginnen die Öffnungsarbeiten. Was aber bereits im Gange ist: Täglich werden mehr als 100 Kubikmeter Flüssigkeit aus dem Dethlinger Teich abgesaugt, in einen Tank gepumpt und zur weiteren Behandlung zur Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) gebracht. Da von Wasser zu sprechen, ist wahrscheinlich weniger angebracht: „Wir fördern hier giftige Lauge“, so Bubke.

Auf die große Problematik des Dethlinger Teiches, der bis 1952 als Deponie für chemische Kampfstoffe genutzt worden ist, machte Ostermann noch einmal aufmerksam: Seit 1996 liege die Kieselgurgrube in der Zuständigkeit des Landkreises, der aber die nötigen Maßnahmen nicht finanzieren könne. Hier leiste zwar das Land die Hilfe. Doch wenn nach Abschluss der Sondierung ein Sanierungsplan für den gesamten Teich aufgestellt werde und es um die Sicherstellung der Finanzierung gehe, „dann können das auch Landkreis und Land nicht mehr. Dann hoffen wir, den Bund mit ins Boot zu kriegen“, so der Landrat. Immerhin geht es hier nach Schätzungen um eine Summe von rund 50 Millionen Euro. Ostermann rechnet mit schwierigen Gesprächen, denn der Bund werde sich vermutlich nur beteiligen, wenn nachgewiesen werde, dass Leib und Leben der Menschen gefährdet seien. Bei diesen bevorstehenden Verhandlungen hoffe er, Ostermann, auch auf Unterstützung durch das Land.

Von der Notwendigkeit, tätig zu werden, zeigte sich auch der Staatssekretär überzeugt: „Wenn man die GEKA braucht, um mit Wasser umzugehen, dann ist es mit Monitoring nicht getan. Dann muss es andere Maßnahmen geben.“ Mit der bevorstehenden Teichöffnung werde verantwortungsvoll ein Weg beschritten, „den wir weitergehen müssen. Wir müssen das Risiko für nachfolgende Generationen möglichst ohne Schäden auflösen.“ Zur Beschäftigung mit dem Dethlinger Teich gebe es keine Alternative, so Doods.

Interesse weckt das Projekt Dethlinger Teich übrigens auch im Ausland: Eine chinesische Delegation hat sich für den 23. September angekündigt.

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