Stadtwerke Munster-Bispingen dürfen auf Feld „Hollmoor“ nach Lithium suchen

Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte Erlaubnis

Stadtwerke Munster-Bispingen dürfen auf Feld „Hollmoor“ nach Lithium suchen

Sie darf auf dem „Erlaubnisfeld Hollmoor“, das sich über eine Fläche von knapp 42 Quadratkilometern bei Munster erstreckt, nach Lithium suchen: die Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH. Die Stadtwerke Munster-Bispingen haben vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit Sitz in Hannover die Erlaubnis zur „gewerblichen Aufsuchung von Lithium“ erhalten. Das teilte am heutigen Mittwoch, dem 23. Dezember, LBEG-Pressesprecher Eike Bruns mit.

Die Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH hatte am 28. Oktober 2019 den Antrag auf „Aufsuchung für Lithium für gewerbliche Zwecke“ gestellt. Das Feld „Hollmoor“ umfasst eine rechteckige Fläche, die sich von weiten Teilen der Kernstadt Munster im Nordwesten bis zum Ortsteil Trauen im Südosten erstreckt. „Die Erlaubnis beginnt am 1. Januar 2021 und läuft bis zum 30. September 2021“, so der Pressesprecher.

Lithium ist das leichteste Metall auf der Erde und zählt zu den nicht nachwachsenden Rohstoffen. Es kommt zwar häufig vor, allerdings nur in sehr niedrigen Konzentrationen. Lithium wird unter anderem zur Herstellung von Aluminium, Glas, Keramik und Akkus eingesetzt. Wie alle Alkalimetalle reagiert elementares Lithium bereits in Berührung mit der Hautfeuchtigkeit und führt so zu schweren Verätzungen und Verbrennungen. Lithium-Batterien werden in Elektroautos, Kameras, Laptops, Handys und anderen Geräten verwendet. Der globale Markt für das Alkalimetall wächst rasant. Weil der Lithium-Abbau am jeweiligen Ort einen Eingriff in die Umwelt darstellt, ist er international ein Streitthema.

Mit der Erlaubnis habe sich die Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH allerdings zunächst „in einem ersten Schritt das alleinige Recht gesichert, in dem festgelegten Gebiet nach Lithium suchen zu dürfen“, heißt es seitens des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. Damit seien noch keine technischen Maßnahmen verbunden. Dazu Bruns: „Technische Maßnahmen müsste die Firma Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH gesondert in Form von Betriebsplänen beantragen. Über diese Betriebspläne würde dann das LBEG als Bergbehörde auf der Grundlage des Bundesberggesetzes (BBergG) und des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) unter Beteiligung der Betroffenen sowie der in ihrem Aufgabenbereich berührten Behörden und den Gemeinden als Planungsträgern entscheiden.“ Und weiter: „Das LBEG hatte den Landkreis Heidekreis, die Stadt Munster und die Gemeinde Wietzendorf in das Vergabeverfahren für die Aufsuchungserlaubnis eingebunden. Die Kommunen benannten im Rahmen ihrer Stellungnahme keine überwiegenden öffentlichen Interessen, die eine Aufsuchung von Lithium ausschließen. Da auch die anderen, im Gesetz aufgeführten Versagungsgründe, nicht zutrafen, hat das LBEG jetzt die Erlaubnis erteilt.“

Weitere Infos zum Thema Bergbauberechtigungen (Erlaubnisse/ Bewilligungen) finden Interessierte im Internet (http://lbeg.info/?pgId=9&WilmaLogonActionBehavior=Default).

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