Truppenübungsplatz per Rad erkunden

Volksradfahren am 7. Juli: Truppenübungsplätze Munster-Nord und Munster-Süd für Radler und Inlineskater geöffnet - erstmals gibt es auch eine Route für Rollstuhlfahrer

Truppenübungsplatz per Rad erkunden

Ein eingespieltes Team sei die Gruppe aus Helfern der Bundeswehr sowie der Stadt Munster, lobt Oberstleutnant Jörg Heimann, „und darum läuft die Veranstaltung immer gut.“ Damit meint der Kommandant der Truppenübungsplätze Munster natürlich das Volksradfahren, bei dem das Militär einmal im Jahr das riesige Areal öffnet, das sonst „Sperrgebiet für Zivilisten“ ist: Am 7. Juli können Interessierte wieder von 9 bis 17 Uhr per Rad die Truppenübungsplätze Munster-Nord und Munster-Süd erkunden. Etliche Radler und zahlreiche Inline-Skater kommen jedes Jahr zu diesem Ereignis, für das die Organisatoren erneut unterschiedliche Streckenabschnitte zwischen 20 und 112 Kilometern anbieten - „und dieses Jahr gibt es auch eine Strecke für Rollstuhlfahrer“, fügt Hauptmann Gerd Suhr hinzu. Der Leiter der Truppenübungsplätze stellte jetzt zusammen mit Stadtmanagerin Eva-Maria Willer von der Munster-Touristik das Programm für das kommende Volksradfahren vor.

Insgesamt 15 Kilometer betrage die Distanz für die Rollstuhlfahrer, so Suhr, „denn auch unter ihnen gibt es durchaus zahlreiche Sportler“. Mit der neuen Strecke - vom Startpunkt Hornheide geht es zur Sültiger Mühle und zurück - wollen die Organisatoren jener Zielgruppe eine Möglichkeit bieten, diese besondere Veranstaltung mitzuerleben.

„Ansonsten gestaltet sich der Ablauf wie in den Vorjahren und alle erfahrenen Kräfte helfen wieder mit“, so Suhr. Vom Start- und Endpunkt (Biwakraum Hornheide) aus geht es mit dem Rad auf die unterschiedlich langen Strecken von 20 und 26 Kilometer über 55 Kilometer bis hin zu 80 und sogar 112 Kilometer auf Tour. Wer möchte, kann auch auf der 20 Kilometer langen Inlinerstrecke das Gebiet erkunden. Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr erneut eine geführte Radtour des ADFC: Start ist um 10 Uhr in Breloh Hornheide, die Strecke ist zwischen 55 und 60 Kilometer lang, die Tourleitung übernimmt Harald Steinhoff.

Letzte Startmöglichkeit ist um 14 Uhr. Auf dem Truppenübungsplatz werden wieder drei Versorgungsstationen eingerichtet, an denen sich Teilnehmer mit Getränken und Speisen stärken können - eine im Bereich Hornheide, eine in Lopau sowie eine weitere an der Sültiger Mühle. An Start und Ziel gibt es einen Parkplatz, der am Veranstaltungstag ab Ortsschild Munster ausgeschildert sein wird. „Der Jugendverkehrsclub übernimmt wieder die Einweisung auf den Parkplätzen“, das habe im vergangenen Jahr bereits bestens funktioniert, so Willer. Und bevor Teilnehmer am Biwakraum Hornheide losfahren, erhalten sie außerdem eine Karte mit der von ihnen gewählten Route. So gerüstet können Radler, Inline-Skater und Rollstuhlfahrer individuell ab 9 Uhr starten. Anmeldungen sind nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei, und alles verläuft in entspannter Atmosphäre. Das heißt: Jeder kann starten, wann er möchte, und jeder bestimmt sein Tempo selbst.

Doch es gibt Regeln, denn die Teilnehmer des Volksradfahrens bewegen sich dabei durch ein Übungsgelände des Militärs, auf dem bei Manövern scharf geschossen wird. Daher ist ein Verlassen der vorgegebenen Routen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet: „Alle müssen auf den Wegen bleiben“, so Suhr. Außerdem sollen sich natürlich alle an die Straßenverkehrsordnung halten und es ist zudem verboten, Munition oder Munitionsteile zu berühren oder gar mitzunehmen.

Mehrere Helfer aus den Reihen der Bundeswehr kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf und um die Sicherheit der Teilnehmer. Die Streckenposten stehen auch bereit, um Teilnehmer bei Problemen zu unterstützen. „Am Ende der Veranstaltung fahren die sogenannten ‚Lumpensammler‘ nochmals die Strecken ab, holen mögliche Liegengebliebene und deren kaputte Fahrräder zurück“, so der Hauptmann.

Auch wer kein eigenes Rad hat oder seinen „Drahtesel“ nicht mitbringen möchte, kann beim Volksradfahren starten: „Fahrrad Sandau Munster bietet an diesem Tag einen Verleih an“, erklärt Willer. Hierfür ist allerdings eine Voranmeldungen (bis zum Vortag der Veranstaltung) erforderlich unter der Telefonnummer (05192) 2458. Im vergangenen Jahr zog das Volksradfahren rund 1.500 Interessierte an, die bei bestem Wetter die Truppenübungsplätze erkundeten - nicht unbedingt aus Interesse am Militär, vielmehr führen die Touren durch eine fast unberührte Natur mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Damit das so bleibt und ebenso der Schutz vor Waldbränden gewährleistet ist, gilt auch bei der zwölften Auflage des Volksradfahrens: Rauchen verboten. Nur an den Versorgungspunkten, wo auch hierfür entsprechende Zonen mit Aschenbechern eingerichtet sind, darf geraucht werden.

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