Verstärkungskräfte für Litauen

350 Soldaten und 100 Fahrzeuge gehen auf den Weg nach Osten: Verladung von Panzerhaubitzen und Artillerie in Munster

Verstärkungskräfte für Litauen

In der vergangenen Woche hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht eine Verstärkung der sogenannten „Enhanced Forward Presence Battle Group“ in Litauen angekündigt: Dazu entsendet Deutschland rund 350 Soldatinnen und Soldaten mit etwa 100 Fahrzeugen mit unterschiedlichen Waffensystemen ins Baltikum. Am gestrigen Montag wurden in Munster Panzerhaubitzen und Artillerie für den Weg nach Osten verladen.

In einer Mitteilung erklärt die Bundeswehr, was es mit dem Transport auf sich hat und wer und was sich genau auf den Weg macht : „Den Schwerpunkt bildet die Artillerie des Heeres mit ihren Panzerhaubitzen. Darüber hinaus bestehen die Verstärkungskräfte unter anderem aus Aufklärungs-, ABC-Abwehr-, Feldjäger- und Sanitätskräften. Mit der Verlegung dieser Fähigkeiten stärkt die Bundeswehr den Kräftebeitrag an der NATO-Ostflanke und sendet ein deutliches Signal der Geschlossenheit des Bündnisses.“ Als ersten Teil der Verstärkung hat das Artillerielehrbataillon 325 am 14. Februar sechs Panzerhaubitzen 2000 in Munster auf Schwerlasttransporter verladen: „Diese begeben sich dann auf den Marsch nach Litauen.“

Die Streitkräftebasis (SKB) sichert mit ihren Unterstützungsleistungen die bundeswehrgemeinsame Auftragserfüllung im In- und Ausland. Und: „Der Inspekteur der Streitkräftebasis ist zugleich der Nationale Territoriale Befehlshaber“, hebt die Bundeswehr hervor und erklärt in ihrer Mitteilung: „Zu den konkreten Aufgaben der SKB gehört die Funktion als sogenanntes ‚Auf-marschführendes Kommando‘ für die Truppenverlegung Deutscher Kräfte - so wie jetzt bei der Verlegung der Verstärkungskräfte für das deutsche Kontingent in Litauen.“

Der Transport dorthin ist mit vielen logistischen Aufgaben und genauer Planung verbunden: „Die Unterstützungsleistungen der Streitkräftebasis an den Rastplätzen (Convoy Support Center CSC) umfassen Betriebsstoff für die im Straßenmarsch verlegenden Fahrzeuge sowie Verpflegung und Unterbringung für die Soldaten der Verstärkungskräfte an mehreren Standorten der Verlegerouten. Die Unterbringung erfolgt je nach infrastrukturellen Gegebenheiten der Rastplätze in Mehrzweckhallen und Truppenunterkünften“, so die Mitteilung. Die Vorbereitung und Bereitstellung der Unterstützungsleistungen durch die Streitkräftebasis werde als „mount and deploy“ bezeichnet.

Die Phase „mount“ umfasse dabei das Einrichten der CSC, das Zusammenziehen der Schwerlasttransporter (SLT) sowie die Abholung von Munition und Treibstoff aus den Depots. Die Phase „deploy“ beinhalte den Betrieb der CSC sowie den Transport von schwerem Gerät, Betriebsstoff und Munition in den Einsatzraum. „Ferner stellt die Streitkräftebasis für die Verstärkung der deutschen Kräfte in Litauen im Rahmen der ‚Enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen‘ (EFP BG LTU) Einheiten der Feldjäger, ABC-Abwehr und Logistik“, so die Bundeswehr, die Angaben zu Umfang, Routen und Zeitlinien der Verlegung aus Gründen der operativen Sicherheit nicht machen könne.

Bei der Verlegung der Ausrüstung - insbesondere der riesigen Kettenfahrzeuge - über weite Strecken kommt einem Gefährt aus dem Fuhrpark der Streitkräftebasis eine wichtige Rolle zu, nämlich dem Schwerlasttransporter: „Ganz besondere Fähigkeiten beweisen die Schwerlasttransporter (SLT) der Logistikbataillone der Streitkräftebasis des ganz neuen Typs ‚Scania SLT‘. Sie beeindrucken mit bis zu 70 Tonnen Nutzlast, beispielsweise mit einer Panzerhaubitze 2000 (57 Tonnen) auf der Ladefläche. Denn die ‚Scania SLT‘ werden eingesetzt, um schwerstes Material zu befördern. Die Sattelzüge verlegen vor allem gepanzerte Fahrzeuge, die keine weiten Strecken über asphaltierte Straßen zurücklegen sollen“, so die Bundeswehr, die in ihrer Mitteilung auch ein paar technische Daten zu den Sattelzügen und dessen Einsatzgebieten gibt: „Im Schwerpunkt dienen die Fahrzeuge, die mit einem V8-Motor mit 478 Kilowatt Leistung ausgestattet sind, mit ihren Sattelaufliegern mit acht Achsen und 32 Rädern zum Transport von schwerem Gerät der Bundeswehr bis hin zum Leopard 2 A7 V. Zudem ist der Transport von Containern und Stückgut möglich.“

Logo