Waldschutz beginnt vor der Haustür

NABU begrüßt Initiative Munsteraner Bürger /heute Treffen

Waldschutz beginnt vor der Haustür

Die verheerenden Waldbrände in Australien, Brasilien, Sibirien und Kalifornien haben es deutlich vor Augen geführt: Jahr für Jahr gehen weltweit mehr als zehn Millionen Hektar Wald in Flammen auf oder werden mit Harvestern, Sägen und Äxten gerodet. Die Ursachen der Entwaldung sind vielfältig. Während die Hauptgründe in Südamerika, Asien und Afrika in der Ausweitung landwirtschaftlicher Produktionsflächen zum Anbau von Futter- und Lebensmitteln, dem großflächige Holzeinschlag für die Bau-, Zellstoff- und Papierindustrie und der Ausbeutung von Bodenschätzen liegen, müssen europäische Wälder häufig Bauvorhaben und Infrastrukturprojekten weichen. Dabei stellt die rapide voranschreitende Zerstörung der Wälder nicht nur eine der größten Bedrohungen für die weltweite Biodiversität dar, sondern sie trägt durch die Freisetzung von Treibhausgasen auch erheblich zum Klimawandel bei. Dem Schutz bestehender und der Wiederherstellung verschwundener Waldökosysteme kommt somit eine besondere Bedeutung zu.

Doch gilt es nicht allein, die artenreichen tropischen Regenwälder zu bewahren – „auch unser heimischer Wald ist ein hohes Schutzgut, das nicht leichtfertig für Beton-, Pflaster- und Schotterwüsten geopfert werden sollte“, meint der 1. Vorsitzende des NABU Heidekreis, Klaus Todtenhausen, und verweist auf ein jüngst vom Rat der Stadt Munster ausgewiesenes Neubaugebiet, für das ein ortsnahes Wäldchen am Rehrhofer Weg südlich der Hasenheide gefällt werden soll.

Anwohner hatten den Naturschutzverein auf den drohenden Verlust des vielfältigen und reich strukturierten Laubmischwaldes aufmerksam gemacht und um Hilfe beim Erhalt des Naherholungsgebietes gebeten.

Die in der Stellungnahme vorgetragenen Bedenken und das Plädoyer für einen schonenden Umgang mit den Schutzgütern Wald und Boden verhallten jedoch ungehört, obwohl die Fläche im Bebauungsplan Nr. 73 ursprünglich für „die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie Gewässerschutz“ festgesetzt worden war und alternative Standorte durchaus vorhanden wären.

Der NABU begrüßt daher den Aufruf von Stefan Koszowyj und Editha Sund, sich am heutigen Sonntag, dem 18. Oktober, im Rahmen eines musikalisch umrahmten Waldspaziergangs mit Kundgebung für den Erhalt des Mischwaldes stark zu machen. Wer mitmachen möchte, ist eingeladen, sich um 16 Uhr auf den Bürgersteigen in der unmittelbaren Umgebung einzufinden.

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