Vor neuen Aufgaben steht der Hegering Munster: digitale Abschusslisten, veränderte Anforderungen in der Wildbewirtschaftung und dazu noch ein wachsender Handlungsdruck beim Waschbären. Im Verlauf der Jahreshauptversammlung am 27. März im Gasthaus „Zum Oertzewinkel“ in Kreutzen wurde zugleich deutlich, dass der Hegering organisatorisch gut aufgestellt ist und auf einen starken Zusammenhalt bauen kann.
Hegeringleiter Peter Westermann begrüßte bei guter Beteiligung an der Versammlung die Mitglieder, Gäste und Vertreter der Jägerschaft Soltau und des Landkreises. Ein Schwerpunkt des Abends war die Umstellung auf digitale Abschusslisten. Nach Angaben des stellvertretenden Kreisjägermeisters Hermann Renk gibt es bei dem neuen Verfahren noch Abstimmungsbedarf. Die digitalen Freigaben sollen den Revierinhabern voraussichtlich erst Ende April zugehen. Bis dahin gilt seit dem 1. April 2026 eine Übergangsregelung nach Vorgaben der Unteren Jagdbehörde. In seinem Bericht zum vergangenen Jagdjahr hob Hegeringleiter Peter Westermann hervor, dass die Übergabe der Amtsgeschäfte reibungslos verlaufen sei. In seinem Jahresbericht stellte er die vielfältige Arbeit des Hegerings dar. Genannt wurden unter anderem die Raubwild- und Frischlingsjagd, die Hegeschau, das Hegeringschießen, ein Kurzwaffenschießen, die Beteiligung an der Aktion „Saubere Stadt“, eine Baumpflanzung für verstorbene Mitglieder sowie der Nikolausmarkt.
Bemerkenswert aus dem Streckenbericht sind die stabilen Zahlen bei Rot- und Schwarzwild. Beim Rehwild fiel neben der Strecke vor allem die hohe Zahl an Fallwild und aufgefundenen Rissen ins Gewicht. Daraus leitete der Hegering die Empfehlung ab, die Bejagung in Bereichen großer Verkehrsachsen im Fokus zu haben. Besonders aufmerksam verfolgt wurde zudem die Entwicklung beim Waschbären. Mit 98 erlegten Tieren rückt die invasive Art im Hegering Munster deutlich stärker in den Fokus. Aus Sicht des Vorstandes ist das ein klares Signal, die bisherige Bewirtschaftungsstrategie weiterzuentwickeln.
In Sachen Wolfsmonitoring verwies der Hegering auf die fortlaufende Erfassung im Raum Munster. Das Thema wurde in der Versammlung nur kurz gestreift, machte aber deutlich, dass sich die jagdliche Arbeit zunehmend auch mit Monitoring und rechtlichen Veränderungen befasst. Kassenwart Bernd Tegtmeyer legte den Kassenbericht vor. Die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen, der Vorstand wurde entlastet. Moritz Renk schied als Kassenprüfer turnusgemäß aus, vorgeschlagen und neugewählt wurde Carsten Schröder, der nun mit Dr. Carsten Freundt die Hegeringkasse in diesem Jahr prüfen wird. Neu im erweiterten Vorstand ist Dr. Carsten Brauer als Obmann für das Hundewesen. Auch die Obleute berichteten aus ihren Bereichen. Die Mitgliederzahl blieb mit 174 konstant auf hohem Niveau.
Zum Abschluss wurden zahlreiche Mitglieder geehrt. Eine Ehrenurkunde für fünf Jahre Jagdhornblasen erhielten Jan Philipp Augustin und René Sandau. Für 25-jährige Mitgliedschaft in einer jagdlichen Vereinigung wurden Wolfgang Leu, Werner Schwarz, Thomas Turner, Hans-Günter Winkelmann und Walter Lischitzki ausgezeichnet. Für 40-jährige Mitgliedschaft und Ehrenmitgliedschaft wurde Hans- Jürgen Altmann geehrt. Ihm wurde auch die Ehrenmitgliedschaft im Deutschen Jagdverband angetragen.
Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Dr. Hugo Leist und der Ehrenvorsitzende des Hegerings Munster, Hermann Lüders, ausgezeichnet. Eine Ehrung für 65-jährige Mitgliedschaft erhielt Hermann Rössler. Als Ehrenpreisträger 2026 des Hegerings Munster wurde Holger Frey geehrt.
Für das kommende Jahr kündigte der Hegering bereits weitere Vorhaben an, darunter ein Kurzwaffenschießen, einen Umwelttag, einen Fallen-Lehrgang und die erneute Teilnahme am Nikolausmarkt. Die Versammlung machte damit vor allem eines deutlich: Der Hegering Munster will sich neuen Herausforderungen stellen, ohne seine gewachsenen Strukturen und die Gemeinschaft aus dem Blick zu verlieren.