„We Serve“: Bratwurst

Lions-Club „serviert“ zu Jubiläum und Grillplatz-Einweihung „kleines Menü“

„We Serve“: Bratwurst

„We Serve“ („Wir dienen“) ist das Motto der weltweit rund 1,4 Millionen und deutschlandweit mehr als 50.000 Lions-Club-Mitglieder. Sie „dienen“ dabei der Gesellschaft, initiieren eigene Projekte oder unterstützen nützliche Aktionen von Partnern, setzen sich für Völkerverständigung, Toleranz, Humanität und Bildung ein. „Übergeordnetes Ziel ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Rolf Plaschka. Doch der Präsident des Lions-Clubs Munster-Bispingen, griff den „Löwen“-Leitspruch am vergangenen Wochenende mal auf ganz andere Weise auf, „verwurstelte“ das Motto mit einem Augenzwinkern: „Hier ist ‚We Serve‘ als ‚Wir servieren‘ zu verstehen - und wir servieren heute Bratwurst.“ Deftiges vom Rost gab es nämlich zur Grillplatz-Einweihung: Für die aufwendige Sanierung der Anlage am Flüggenhofsee hatte der Lions-Club Munster-Bispingen über einen langen Zeitraum Gelder gesammelt.

„Es gibt ein Drei-Gänge-Menü: Bratwurst, Senf und dazu korrespondierende Getränke“, witzelte Plaschka. Das „kleine Menü“ servierten die Lions, die außerdem ihren 50-jähriges Bestehen feierten, auch nur einem kleinen Kreis - wegen der Corona-Bestimmungen war eine größere Veranstaltung nicht möglich. „Das hätte ich mir alles ganz anders vorgestellt“, begrüßte der Lions-Präsident die Handvoll Gäste. „Der Plan war ein kleines Volksfest, an dem die Lions Danke sagen für 50 Jahre Unterstützung und mehr als 300.000 Euro, die in der Zeit zusammenkamen durch Losverkauf, Entenrennen, Tombola, Glühwein und viele weitere Aktionen.“ Zur Wiedereröffnung des sanierten Grillplatzes waren auch Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein und ihr Amtskollege aus Bispingen, Dr. Jens Bülthuis, vor Ort. Ebenfalls beim „Angrillen“ mit dabei: Jan-Peter Alvermann, Stifter des Lions-Steins am Eingang des Areals, sowie Ehrenbürger und Lions-Freund Alfred Schröder. „Er hatte die Idee, den Grillplatz wieder auf Vordermann zu bringen“, erinnerte sich Plaschka an den Ursprung des gesamten Unterfangens.

Doch von der Idee zum Plan und schließlich zur Umsetzung sei es ein schwieriger Weg geworden: „Gleich zum Start des Projektes kam Corona dazwischen“, so der Lions-Präsident. Etliche Veranstaltungen, auf denen der Club hätte Spenden sammeln können, seien ausgefallen - wie etwa der Munsteraner Nikolausmarkt. „Schließlich stellten wir hölzerne Lose her, die lange halten und ‚fälschungssicher‘ sein sollten, und verkaufen diese jede Woche auf dem Wochenmarkt, später dann bei Edeka.“ Zudem habe der Club die Gewerbetreibenden in Munster per E-Mail aufgefordert: „Kaufen Sie doch für Ihre Mitarbeiter zum Nikolaus ein Los“, so Plaschka.

Schließlich konnten die Lions trotz der Pandemie mehrere Tausend Euro für die Aufarbeitung des Grillplatzes zusammentragen. Dort hatten die beauftragten Handwerker reichlich zu tun: „Alles war abgängig“, beschrieb der Lions-Präsident den damals desolaten Zustand der Anlage am Rande des Flüggenhofsees. „Es musste wirklich viel gemacht werden“, so Plaschka, von der Erneuerung des Holzes für Dach und Sitzkreis bis hin zu den Mülleimern und dem Grill selbst.

Der lässt sich sogar mit einer Metallplatte abschließen: So gab es im Rahmen der „Mini-Feier“ dann doch noch eine feierliche Schlüsselübergabe an Munsters Bürgermeisterin. Die lobte noch einmal das Engagement des Clubs: „Es war wirklich schwierig, in dieser Zeit Geld für ein solches Projekt zu sammeln. Die Lions haben hier wirklich viel in Bewegung gesetzt“, so Fleckenstein. „Ich freue mich sehr, dass der bis vor kurzem noch abgängige Grillplatz nun wieder genutzt werden kann. So haben alle Munsteraner etwas von dem Einsatz der Lions.“

Der große Anlass, der 50. Geburtstag des Clubs, kam bei der kleinen Zusammenkunft zwar etwas zu kurz - „aber ein größeres Fest wird nachgeholt“, versprach Plaschka. Gegründet wurde die dortige Lions-Vereinigung 1971: „Erstes Clublokal war das Hotel Winkelmann. Von den damals 16 Freunden sind heute noch Alfred Schröder und Dr. Olf Kirck Clubmitglieder. Heute sind wir 34 Lions-Freunde, die sich normalerweise zweimal im Monat im Kaiserhof treffen“, so der Präsident. „Dieses Jahr war alles anders: Wir trafen uns entweder nur draußen oder - wenn es das Wetter nicht zuließ - über ‚Zoom‘.“

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