Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages informiert sich in Munster

Dr. Eva Högl besucht Panzertruppenschule: „Viele wichtige Eindrücke“

Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages informiert sich in Munster

Sie ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Bundeswehr und Parlament: die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Eva Högl. Am 14. Juli besuchte sie die Panzertruppenschule in Munster. Der Kommandeur, Brigadegeneral Ullrich Spannuth, begrüßte Högl in der Örtzestadt und wollte insbesondere die Möglichkeit nutzen, um der Wehrbeauftragten den Ausbildungsalltag an der Panzertruppenschule näherzubringen. Das Fahren und Schießen mit dem Großgerät sowie die Gespräche mit den Angehörigen der Schule standen dabei im Mittelpunkt.

„Wer selbst mit einem Kampfpanzer geschossen hat, wer selbst in einem Schützenpanzer Puma gesessen und erfahren hat, wie komplex die Ausbildungen und Anforderungen an das Personal sind, kann darüber auch authentisch berichten“, so General Spannuth zu diesem Informationsbesuch. Und deshalb ging es zum Auftakt zur Schießbahn des Truppenübungsplatzes Bergen.

Dort lernte die Wehrbeauftragte den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma kennen. Die Soldaten präsentieren ihre komplexen Arbeitsplätze und die damit verknüpften Ausbildungen und Herausforderungen. Besonders bei Leopard 2 und Puma wird der Übergang zwischen dem analogen und dem digitalen Gefecht gut sichtbar. Högl ließ es sich nehmen, den Leopard 2 selbst vom Kommandantenplatz im scharfen Schuss zu führen. Außerdem war sie als Teil der Besatzung mit den Bord des Schützenpanzers Puma, um den Feuerkampf der Panzergrenadiere hautnah mitzuerleben. „Es ist für meine Aufgabe als Wehrbeauftragte sehr wichtig, die Ausbildung am Panzer unmittelbar zu erleben. Ich bin allen sehr dankbar, die sich für eine gute Ausbildung engagieren“, betonte Högl unmittelbar nach dem Schießen und der Fahrt auf den Gefechtsfahrzeugen.

Anschließend folgte eine halbstündige Fahrt mit einem Spähwagen Fennek in die Panzertruppenschule. Beim Gespräch unter vier Augen machte Spannuth deutlich: „Nur, wenn wir voll ausgestattet sind, haben wir die Möglichkeit, unser hochmodernes Gerät voll zu nutzen. Jeder Panzer, jeder Schützenpanzer, der uns in der Ausbildung fehlt, verringert die Ausbildungsmöglichkeiten und damit die Einsatz- und Überlebensfähigkeit unserer Besatzungen.“

Was bei einem Besuch der Wehrbeauftragten keinesfalls fehlen darf, ist das persönliche Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dabei wollte Högl insbesondere wissen, was die Menschen in den Kasernen bewegt. In verschiedenen Gesprächsrunden nutzten Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie Vertreter und Vertreterinnen des Stammpersonals die Gelegenheit der „Anwältin der Soldaten“ ihre Erfahrungen mitzuteilen. Dabei spielen Dienstgrad und -stellung keine Rolle. An das Hilfsorgan des Parlaments kann sich jeder Angehörige der Bundeswehr wenden.

Auch die Infrastruktur gilt als ein Barometer für den Zustand der Streitkräfte. Bei einer Ortsbegehung informierte sich die Wehrbeauftragte über Unterkünfte, Sportanlagen und Ausbildungsstätten in der Panzertruppenschule. „Mit ist es wichtig, der Wehrbeauftragten den aktuellen Zustand der Kasernenanlagen aufzuzeigen, wie wir aktuell die vorhandene Infrastruktur bestmöglich nutzen und wie wir für die Zukunft planen“, so der Beauftragte für die Infrastruktur in der Panzertruppenschule, Oberstleutnant Sven Knoop.

Eine der größten Herausforderungen dabei ist die sehr lange Dauer für die Umsetzung von Bauprojekten. Bei dem Thema Unterkünfte gab es bereits Veränderungen. So können demnächst die ersten vier Unterkunftsgebäude bezogen werden. Die Bundeswehr möchte mit modernen und ansprechenden Unterkünften mehr Berufs- und Dienstzufriedenheit erzeugen.

Nach einem informativen Tag zog die Wehrbeauftragte Bilanz: „Hier aus Munster nehme ich viele wichtige Eindrücke mit in den parlamentarischen Raum nach Berlin. Hier sind sehr viele Frauen und Männer, die sehr engagiert und sehr professionell ihren Auftrag erfüllen. Ausbildung ist eines der wichtigsten Themen, die wir in der Bundeswehr haben, um den Auftrag zu erfüllen. Das Ministerium und der Bundestag sind in der Pflicht, den Soldaten und Soldatinnen die Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Auch in Munster mangelt es in Bereichen des Materials, der Infrastruktur und des qualifizierten Personals. In diesen Bereichen sehe ich Handlungsbedarf - und diesen Auftrag nehme ich als Wehrbeauftragte mit nach Berlin.“

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