Wer baut, glaubt an die Zukunft

In Munster legte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) im feierlichen Rahmen den Grundstein für ein 18,5-Millionen-Euro-Projekt.

Wer baut, glaubt an die Zukunft

Ein Spähfahrzeug „Fennek“ und ein Radpanzer „Boxer“ flankierten am vergangenen Freitag in der Kaserne Panzertruppenschule in Munster die vor einer großen Baustelle aufgebauten Zelte für die Gäste, darunter Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Dieser fühlte sich beim Anblick der Fahrzeuge an seine Bundeswehrzeit beim Panzerbataillon 523 in Lingen erinnert. „Damals hatten wir noch amerikanische M48-Panzer“, so der Landespolitiker. Hilbers war natürlich nicht in die Örtzestadt gereist, um beim Ausbildungszentrum Munster moderne Militärtechnik zu bestaunen und in Erinnerungen zu schwelgen. Vielmehr griff er zur Maurerkelle, um gemeinsam mit Brigadegeneral Olaf Rohde, Leitendem Baudirektor Michael Brassel vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide sowie Munsters stellvertretendem Bürgermeister Gerd Engel im feierlichen Rahmen den Grundstein für ein Großprojekt zu legen: In der Kaserne entstehen vier moderne Unterkunftsgebäude, in denen nach Fertigstellung 316 Lehrgangsteilnehmer nach neuesten Standards in Einzelzimmern, die jeweils über eigene Naßzellen verfügen, untergebracht werden können. 18,5 Millionen Euro sind für dieses Bauvorhaben veranschlagt.

„Wer baut, glaubt an die Zukunft“, betonte Hilbers in seinem Grußwort. Der Bau der vier Gebäude läute den Beginn eines neuen Unterkunftsstandards in Munster ein und sei mit seinem Investitionsvolumen „auch finanziell ein Leuchtturmprojekt.“ Niedersachsen sei, so Hilbers weiter, „ein Bundeswehrland.“ Der Heerestandort in der Örtzestadt werde durch diese Investitionen dauerhaft gestärkt. „Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und dem Staatlichen Baumanagement ist ausgezeichnet“, unterstrich der Finanzminister. Sorge bereite indes der Fachkräftemangel: „Während das Land Niedersachsen von der insgesamt erfreulichen Wirtschaftsentwicklung profitiert - und das steigende Steueraufkommen die Bemühungen der Landesregierung, weiterhin einen Haushalt ohne neue Schulden aufzustellen, unterstützt - wird es andererseits für das Staatliche Baumanagement immer schwieriger, leistungsfähige Fachfirmen zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen auf die Baustellen zu bekommen. Das gilt ebenso für die Ressourcen freiberuflich tätiger Architekten und Ingenieure“, erläuterte Hilbers, der als Finanzminister zugleich oberster Dienstherr des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide ist. Die Grundsteinlegung nahm er zum Anlaß, „allen Soldatinnen und Soldaten aus Munster und den übrigen Bundeswehrstandorten in Niedersachsen, die am Bündniseinsatz im Kampf gegen Terror und Gewalt an den verschiedenen Brennpunkten weltweit beteilgt sind, alles Gute zu wünschen.“

„In einem Zeitraum von gut drei Jahren werden hier modernste Unterkünfte auf dem neuesten Stand errichtet. Darin werden Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer, also Führungskräfte und Führungskräftenachwuchs, wohnen“, betonte Brigadegeneral Rohde, Kommandeur des Ausbildungszentrums Munster. Und weiter: „Damit werden sich die Rahmenbedingungen für die Führerausbildung klar verbessern. Ich bin davon überzeugt, daß sich der dann vorhandene Wohnstandard auch förderlich auf die Motivation der Auszubildenden und die Lehrgangsergebnisse auswirken wird. Da sind wir schon gut, aber besser geht immer.“ Rohde sprach von einer „Investition in die Zukunft“. Das Projekt sei „ein gutes Signal dafür, daß die Bundeswehr es sehr ernst meint, ein moderner und attraktiver Arbeitgeber zu bleiben, ein noch besserer zu werden und dafür auch bereit ist, viel Geld in die Hand zu nehmen.“ Denn über den Bau der vier neuen Gebäude hinaus werde in etliche weitere Projekte investiert. Dazu der Brigadegeneral: „So werden am Standort in den kommenden Jahren insgesamt 20 neue Unterkunftsgebäude errichtet und weitere sieben grundlegend umgebaut und saniert - mit einem Volumen von rund 120 Millionen Euro. Das ist eine echte Marke.“ Insgesamt sind laut Bundesverteidigungsministerium für Infrastrukturmaßnahmen am Standort Munster in den kommenden zehn Jahren 300 Millionen Euro vorgesehen.

Die vier neuen Gebäude für das Ausbildungszentrum Munster, die größte Ausbildungseinrichtung des Heeres, wurden nach den Vorgaben der „Agenda Attraktivität“ des Bundesverteidigungsministeriums geplant. Jedes der dreigeschossigen und nicht unterkellerten Unterkunftsgebäude bietet 79 Soldatinnen und Soldaten Platz, die jeweils in 13,5 Quadratmeter großen Stuben mit eigenem Naßbereich mit Dusche, Waschbecken und WC untergebracht werden. Jede Stube wird zudem mit WLAN, Fernseher und Kühlschrank ausgestattet. Außerdem gibt es Funktionsräume wie Teeküchen, Kleidertrockenräume und Putzräume, die jeweils klar von den Stuben getrennt in der Gebäudemitte angeordnet sind.

„Wir vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide sehen uns in der Verantwortung, den Soldatinnen und Soldaten die Infrastruktur zu liefern, die sie benötigen, um ihren Auftrag für uns alle, für Deutschland, zu erfüllen“, hob Brassel hervor. Auch er ging auf die schwierige Situation im Baugewerbe, das hohe Auftragsvolumen bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, ein. „Ich hoffe, daß wir keinen Verzug haben und die Termine halten werden“, konstatierte der Leitende Baudirektor und Amtsleiter. Die Baumaßnahme solle bis Mitte 2022 abgeschlossen sein, das Richtfest für das erste Gebäude solle bereits im Juli dieses Jahres gefeiert werden. „Möge der Grundstein, der heute gelegt wird, Solidität und ein Stück Sicherheit symbolisieren“, betonte Rohde, bevor er, Hilbers und Brassel die mit diversen Utensilien gefüllte „Zeitkapsel“ im Fundament einzementierten. Die Segnung der Baumaßnahme durch Militärpfarrer Yves Töllner rundete das feierliche Zeremoniell bei eisigen Temperaturen ab.

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