„Wir bauen hier ein Haus für Kinder“

Munster: Fleckenstein und Suder legen Grundstein für Lebenshilfe-Kita

„Wir bauen hier ein Haus für Kinder“

„Unser Zeitplan ist sportlich, aber durchaus realistisch“, betont Gerhard Suder. Was der Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau damit meint: Die neue Munsteraer Kita in der Breloher Straße soll zum Kindergartenjahr 2020/21 im August kommenden Jahres ihre Tore öffnen. Bis dahin ist aber noch jede Menge zu tun, denn am vergangenen Donnerstag stand erst einmal die Grundsteinlegung auf dem Programm, zu der sich Vertreterinnen und Vertreter von Rat, Verwaltung und Lebenshilfe bei schlechtem Wetter, aber guter Laune auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule eingefunden hatten.

Bevor Suder und Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein zur Maurerkelle griffen, gab es noch einmal einen Blick auf die bisherige Entwicklung. Wie andere Kommunen stellte auch Munster vor einiger Zeit fest, dass die Betreuungsplätze für Kinder nicht ausreichten. Eine weitere Kita war erforderlich, die in der Breloher Straße entstehen sollte. Auf das entsprechende Interessenbekundungsverfahren im Oktober 2018 meldeten sich insgesamt vier potentielle Betreiber, unter denen die Lebenshilfe am Ende das Rennen machte.

So kaufte die Einrichtung das 2.000 Quadratmeter große Grundstück in der Breloher Straße mit der Verpflichtung, dort eine Kita zu errichten und 25 Jahre zu betreiben. „Wir haben uns dabei für einen Neubau entschieden. Er war gegenüber einer Ertüchtigung des alten Gebäudes die wirtschaftlichere Variante“, erläutert Suder. Insgesamt rund 2,5 Millionen Euro, eingeschlossen die 180.000 Euro für den Abriss der früheren Pestalozzischule, soll das Projekt kosten.

Unter architektonischer Federführung von Joachim Krampitz entsteht so eine Kita, die zwar noch keinen Namen, aber mit Alexandra Dietz bereits eine Leiterin hat und insgesamt 80 Plätze bieten wird - 50 im Elementarbereich (Alter von drei bis sechs Jahren) und 30 in der Krippe (Alter bis drei Jahre). „Das Gebäude wird uns alle Möglichkeiten bieten, Gruppen etwa auch integrativ zu betreiben“, so Suder.

Wie schon in ihrer Kita Piccolino in Soltau will die Lebenshilfe auch in Munster das Hamburger Raumgestaltungskonzept von Angelika von der Beek umsetzen, wonach der Raum als zusätzlicher Erzieher fungiert. Besonders wichtig ist da das Mobiliar - und das wird von der Tischlerei des Hand-in-Hand-Werks gefertigt. Zu dieser gemeinützigen GmbH der Lebenshilfe gehört zudem Galabau, das den Außenbereich der Kita gestaltet. All dies wird in Einklang mit dem pädagogischen Konzept gestaltet, dessen Schwerpunkte wie in der Kita Piccolino auf Bewegung und Ästhetik (Kreativität) liegen.

Davon künden derzeit allerdings erst ein paar Wände. Aus ihnen solle, so Suder am Donnerstag, „ein Haus für Kinder“ werden. Insgesamt rund 400 seien es, die im Laufe der nächsten 25 Jahre diese Kita besuchen würden, rechnete der Lebenshilfe-Geschäftsführer vor: „Sie verbringen bei uns einen wichtigen Teil ihrer Kindheit und sollen hier die Welt entdecken.“ Für die Lebenshilfe ist diese Kita nicht das Erste Projekt in der Örtzestadt: Mit Familieninsel, Tischlerei von Hand-in-Hand-Werk und Schulkooperationen ist die Einrichtung in Munster aktiv. „Und wir freuen uns, dass es mit der Lebenshilfe-Kita weitergeht“, meinte Fleckenstein. Die Bürgermeisterin unterstrich, wie wichtig genügend Kinderbetreuungsplätze für die Attraktivität einer Stadt seien. Als sich gezeigt habe, dass es hier zusätzlichen Bedarf gebe, sei dies nicht mit einem Fingerschnippen zu lösen gewesen: „Dazu ist ein längerer Entscheidungsprozess nötig“, so Fleckenstein, die in diesem Zusammenhang den Einsatz der Ratsmitglieder würdigte.

Dass dafür die Pestalozzischule habe weichen müssen, so Fleckenstein, „bedauern zwar manche, aber nichts ist so beständig wie der Wandel: Hier war früher ein Ort der Bildung, und auch künftig werden dort wieder Kinder sein. Die Stadt Munster entwickelt sich weiter.“

So blicken denn alle auf den kommenden August, wenn die neue Kita öffnen soll. Dazu Architekt Krampitz: „Es gab einige Herausforderungen, so etwa, die rund 1.000 Quadratmeter Gebäudegrundfläche entsprechend unterzubringen oder das Grundstücksgefälle zu meistern. Aber bei der Einweihung werden wir sehen, dass dies ein tolles Gebäude mit einigen architektonischen Schmankerln geworden ist.“

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