"Wir sind voller Zuversicht“

Verschmelzung der Munsteraner Sportvereine: Vorstände weiter am Ball

"Wir sind voller Zuversicht“

Was die geplante Verschmelzung der fünf Munsteraner Sportvereine SVM, Breloher SC, VfB, ESV und SV Trauen-Oerrel angeht, so bleiben die Verantwortlichen weiter am Ball und sind optimistisch, nicht in die Verlängerung gehen zu müssen. Aus Sicht des VfB Munster berichtete Michael Zappe, Vorsitzender des Vereins, am vergangenen Dienstag gemeinsam mit seinem Stellvertreter Knut Schrubstock über den aktuellen Stand. „Wir hatten als Termin den 1. April 2020 angestrebt - und das ist auch weiter unser Ziel“, erklärte Zappe. Seit der öffentlichen Informationsveranstaltung in der Festhalle zum Thema im Januar dieses Jahres werde weiter emsig an der Bildung eines neuen Gesamtvereins „gebastelt“. „Das ist schon sehr viel Arbeit, aber es geht um eine gute, lohnenswerte Sache“, unterstrich der VfB-Vorsitzende: „Und je mehr Vereine mitmachen, umso mehr Möglichkeiten haben wir.“

Am Donnerstag vergangener Woche hatten Vertreter der Vorstände der fünf Vereine ein Gespräch mit Christian Goergens, Fachanwalt für Vereinsrecht, der engen Kontakt mit dem Landessportbund hat und das Procedere begleitet. In einer gemeinsamen Pressemitteilung gaben die Vereinsvorsitzenden anschließend bekannt, „dass nach rechtlich verbindlicher Information durch einen Fachanwalt eine Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz im kommenden Jahr angestrebt wird. Alle Mitglieder der betroffenen Vereine werden gebeten, Vorschläge für einen Namen sowie ein Vereinswappen und die Vereinsfarben des neu zu gründenden Vereins bis zum 1. Oktober 2019 bei den Vorständen einzureichen.“

Was im Volksmund Fusion genannt wird, ist formaljuristisch eine Verschmelzung auf Grundlage des Umwandlungsgesetzes. Laut Zappe sei der größte Vorteil der Verschmelzung, dass die alten Vereine ohne Liquidation aufgelöst werden könnten, womit auch das sogenannte Sperrjahr entfalle.

Bei einer Verschmelzung geht das gesamte Vermögen der aufgelösten Vereine auf den neuen Verein im Zuge der Gesamtrechtsnachfolge über. Gleichzeitig werden alle Mitglieder automatisch zu Mitgliedern des neuen Vereins. Diese Vorgänge werden wirksam, sobald die Verschmelzung in das Vereinsregister eingetragen worden ist.

Was „seinen“ Verein angeht, so rechnet Zappe „nicht mit besonders vielen Nein-Stimmen“. In den bisherigen VfB-Versammlungen habe es - wie auch bei der Info-Veranstaltung in der Festhalle - „keine großen Diskrepanzen“ gegeben. „Wir vom VfB sind voller Zuversicht“, meinte der Vorsitzende. Turner und Leichtathleten verschiedener Munsteraner Vereine trainierten bereits jetzt zusammen, das funktioniere hervorragend. Mit Blick auf die vielfältigen Herausforderungen, die auf dem Weg zum Zusammenschluss zu meistern seien, gebe es eine fruchtbare Zusammenarbeit der Vereinsvorstände. „Wir arbeiten sehr kooperativ zusammen und spielen mit offenen Karten“, betonte Zappe.

Während das Zusammenwachsen der Seniorengruppen wohl reibungslos vonstattengehen dürfte, sei die Verschmelzung im Fußballbereich „eine große Herausforderung“. Hier sei eine enge Abstimmung erforderlich „und es könnte einige Dinge geben, die auf uns zukommen“, vermutet Zappe. Zwei Gespräche habe es bereits mit Vertretern der Fußballsparten gegeben. Zappe begleitet das Ganze als Mediator, Carsten Scharmentke vom BSC hält hier als Organisator die Fäden in der Hand. Ende dieses Monats soll es ein weiteres Gespräch mit den Vertretern der Fußballabteilungen geben, zumal noch vieles zu klären ist - vom Spielbetrieb bis hin zur Trainerfrage. Im Oktober oder November soll es dann eine öffentliche Veranstaltung für die Fußballabteilungen in der „Oase Zum Oertzetal“ geben, in der Fragen gestellt und strittige Punkte erörtert werden können. „Es wird schwierig, aber es ist nicht unmöglich“, zeigt sich Zappe optimistisch: „Ich bin da guter Dinge. Das ist schließlich nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, für alle Sparten etwas zu erreichen, gerade in Sachen Nachwuchs und im Jugendbereich.“ Auch mit Blick auf die Trainingszeiten bringe das Ganze Vorteile mit sich.

Selbst wenn sich letztlich nicht alle Vereine zu ihrer jeweiligen Auflösung entscheiden könnten, werde es zu einer Verschmelzung kommen, gegebenenfalls auch nur von zwei oder drei Vereinen. Sollten indes alle fünf Clubs mit an Bord sein, dann werde der neue Verein rund 3.000 Mitglieder und 22 Sparten haben. „Da kann dann keiner sagen, dass für ihn nichts dabei ist“, sagte Zappe. Und weiter: „Die Mitgliedsbeiträge werden angeglichen, wir wollen aber auch künftig der günstigste Verein im Heidekreis sein.“ Klar sei, dass die Geschäftsstelle erweitert werden müsse und es einen Geschäftsführer beziehungsweise eine Geschäftsführerin geben werde. „Alle Vereine behalten erst einmal ihre Strukturen. Sparten und Gruppen bleiben zunächst so, wie sie sind. Dann werden sie sich, zum Beispiel die Seniorengruppen, nach und nach annäherm“, erklärte Zappe: „Und auch bei den Spielstätten bleibt zunächst alles, wie gehabt.“

Was den Namen, das Wappen und die Vereinsfarben des neuen Gesamtvereins angeht, so ist auch der VfB-Vorsitzende gespannt auf die Vorschläge. „Es sollte auf jeden Fall ein Name sein, mit dem sich alle indentifizieren können“, hob er hervor.

Wer Vorschläge machen möchte, kann diese, wie bereits erwähnt, bis zum 1. Oktober bei den Vereinsvorsitzenden einreichen, oder aber auch per E-Mail an die Geschäftstelle der SV Munster, E-Mail-Adresse infos@svmunster, schicken.

Einige Namensvorschläge sind bereits eingegangen, zum Beispiel Blau-Weiß Munster, Fortuna 05 Munster und Eintracht Munster. Zappe persönlich ist der Meinung, dass der Drache auf das Wappen gehört, „denn er ist nun mal ein Symbol für Munster.“

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