Zahngold bringt 30.000 Euro

Praxis Wotsch in Munster spendet Geld an mehrere Organisationen

Zahngold bringt 30.000 Euro

„Kleinvieh macht den meisten Mist, das sagte schon meine Großmutter“, lacht Agathe Wotsch. Und wenn man lange genug wartet, wächst der Mist zu einem ordentlichen Berg an. Nur, dass es im vorliegenden Fall nicht wirklich um Mist ging, sondern vielmehr um Gold. Die Zahnärztin sammelt in ihrer Praxis in Munster seit annähernd 35 Jahren Zahngold von Patienten für einen guten Zweck und hat mit dem Erlös schon mehrfach das Cafe Atempause bedacht. Diesmal sammelten sich die Minispenden der Patienten über einen besonders langen Zeitraum an und führten zu einem Rekorderlös. So überreichte die Medizinerin kürzlich gleich drei dicke Spendenschecks an Organsiationen in Munster, die das Geld alle gut gebrauchen können.

Über den seltenen Betrag von jeweils 8000 Euro können sich das Café Atempause, die Diakoniestation und die Freiwillige Feuerwehr freuen. Britta Brockmüller und Bettina Fabian nahmen die Spende für die Diakoniestation, Michael Kammstieß für die Feuerwehr und Erika Wieckhorst für das Café Atempause entgegen. Weitere 6000 Euro wollen Agathe Wotsch und ihr Ehemann dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen zukommen lassen. Denn insgesamt brachte das jetzt eingeschmolzene Zahngold einen Erlös von 30.000 Euro.

Seit sie die Praxis 1986 übernommen hat, fragt Wotsch Patienten, die neue Füllungen oder Zahnersatz benötigen, ob sie ihr altes Zahngold mitnehmen oder spenden möchten. „Ich habe keine Strichliste geführt, aber kaum einer nimmt das alte Material mit nach Hause“, so die Ärztin. „Bestimmt 90 Prozent der Patienten“ spendeten dagegen ihr altes Zahngold, schätzt sie.

Etwa alle fünf bis acht Jahre haben Wotsch und ihr Mann dann die gesammelten „Werke“ zum Abscheiden gebracht. Über den Erlös konnte sich dann immer das Café Atempause freuen, dem das Paar seit Jahrzehnten zugetan ist. „Mein Mann hat dort lange mitgearbeitet, daher die innige Verbindung“, erläutert die Munsteranerin.

2005 gab es die letzte Zuwendung für den Verein, danach „hat uns das Leben einfach ein wenig überholt. Man muss neben der Arbeit ja auch Zeit dafür finden“, so Wotsch. So dauerte es diesmal 15 Jahre, bis sie dazu kam, das in der Zeit angesammelte Material zum Einschmelzen zu bringen. „Geschieden wurde in Ahlden und Jörg Brüschke verzichtete netterweise auf die Scheidekosten“, so die Zahnärztin. Das Warten hat sich in zweifacher Weise gelohnt: zum einen kam natürlich mehr Material zusammen, zum anderen stieg der Goldpreis.

Und da der Erlös diesmal so gewaltig ausfiel, entschieden die Zahnärztin und ihr Mann, mit 24.000 Euro mehrere Organsiationen in Munster zu bedenken. Die restlichen 6000 Euro will das Paar dem Kinderhospiz Löwenherz zur Verfügung stellen. Wotsch: „Wenn Kinder schwer krank werden, ist das ganz besonders schlimm und hart für die Familien, daher möchten wir auch diese wichtige Einrichtung gerne unterstützen.“

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