Ausstellung „Animus“ wird eröffnet

Künstlerin Alexandra Leykauf zu Gast im Springhornhof Neuenkirchen

Ausstellung „Animus“ wird eröffnet

Zur Eröffnung der Ausstellung „Animus“ der Künstlerin Alexandra Leykauf lädt der Kunstverein Springhornhof neuenkirchen am kommenden Samstag, dem 10. Juli, um 17 Uhr ein. Die Begrüssung durch den 1. Vorsitzenden des Kunstvereins, Professor Dr. Martin Warnke, ein einführendes Gespräch von Alexandra Leykauf mit Kuratorin Bettina von Dziembowski und die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen stehen im Garten auf dem Programm.

Für ihre Ausstellung in der Lüneburger Heide machte sich die Künstlerin auf die Suche nach dem „Anderen“. Sie findet dieses „Andere“ zum Beispiel in den Reproduktionen berühmter Landschaftsgemälde von Künstlern wie Van Gogh, Monet oder Renoir in Kalendern oder Büchern: Versteckte Gesichter, Körper oder Augenpaare, die plötzlich aus dem Bild zurück zu blicken scheinen. Mittels Vergrößerungen, Nachkolorierung, Drehung und perspektivischer Verschiebung arbeitet Leykauf diese Details heraus und macht sie sichtbar. Das Wahrnehmungsphänomen der „Pareidolie“ begegnet Menschen auch in der Natur - immer dann, wenn sie meinen, in einer Wolkenformation ein Gesicht oder in einem Baumstamm eine Gestalt zu erkennen.

An zentraler Stelle der Ausstellung widmet sich Leykauf Holzfiguren aus prähistorischen Sammlungen, die aus Mooren geborgen wurden und seltene Beispiele des germanischen und keltischen Glaubens sind. Es wird angenommen, dass sie Götter und Göttinnen verkörperten. Es ist dieser seltsame Vorgang, Bäume mit minimalen handwerklichen Eingriffen in menschenähnliche Figuren zu verwandeln, um sie als dieselben Götter zu verehren, die der keltisch-germanischen Mythologie zufolge die Menschheit aus Bäumen erschufen, die Leykauf an diesen Objekten fasziniert. Die Grobheit dieser Idole ist nicht auf mangelndes Können zurückzuführen – aufwendiger Schmuck aus der gleichen Zeit zeugt davon -, es scheint eher so etwas wie die „Ökonomie der Mittel“ im Spiel zu sein. Zuerst scheint es einen pareidolischen Moment gegeben zu haben, einen Baum, der einer menschlichen Figur ähnelt, der dann mit möglichst wenig Eingriff vertieft und verbessert wurde. Ein Grund für die Entscheidung, die Idole eher abstrakt zu halten, war vielleicht auch Raum für Projektion und Imagination zu lassen. Fotografien dieser hölzernen Figuren reproduziert Leykauf nahezu lebensgroß auf Spiegel, so dass sich die Erscheinung der Betrachtenden mit denen der Figuren vermischen.

Wie in allen Arbeiten von Leykauf stehen auch hier Fragen der Repräsentation und Verkörperung im Mittelpunkt ihres künstlerischen Denkens. Während die „Vermenschlichung“ als unwissenschaftlich und daher als etwas zu Vermeidendes angesehen wird, würde Leykauf argumentieren, dass die Objektivierung der nicht-menschlichen Welt die Gesellschaft in den ökologischen Schlamassel gebracht habe, in dem sie sich heute befinde.

Alexandra Leykauf wurde 1976 in Nürnberg geboren, hat in Nürnberg und Amsterdam studiert und lebt mittlerweile in Berlin. Einzel- und Gruppenausstellungen hatte sie unter anderem in der Villa Du Parc, Annemasse (2015), der GAK, Bremen (2015), der Städtischen Galerie Wolfsburg (2014) im Stedelijk Museum Amsterdam (2014), und bei der III. Moscow Biennale in Moskau (2012). Ihre Werke sind in zahlreichen Sammlungen wie der des Centre Pompidou (Frankreich), des Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (Frankreis) und der Royal Dutch KPN Collection (Niederlande) vertreten.

Die Ausstellung ist bis zum 12. September dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sie wurde gefördert durch das Land Niedersachsen und den Lüneburgischen Landschaftsverband.

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