Bemalter Baum, Wandmalereien und eine Löschtaste im Wald

Studentinnen und Studenten kreieren neue Landschaftskunstwerke

Bemalter Baum, Wandmalereien und eine Löschtaste im Wald

Bei einem kleinen Gartenfest mit Kunstgesprächen, Performance und deutsch-koreanischer Bewirtung eröffnet der Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen in der Lüneburger Heide am kommenden Samstag, dem 26. Juni, um 15 Uhr das Ausstellungsprojekt „Forced Feral / Erzwungene Verwilderung“.

21 Studentinnen und Studenten der Hochschule für Künste in Bremen haben neue Landschaftskunstwerke, Performances, Skulpturen, Videos und Fotoarbeiten entwickelt, die nun in einer einwöchigen Ausstellung im Springhornhof und bis Anfang Oktober an mehreren Standorten im Dorf und entlang des Feldwegs nach Rutenmühlen gezeigt werden.

Seit Frühjahr 2020 waren alle regelmäßig vor Ort und okkupierten das Gastatelier. Aufgrund der Corona-Pandemie durfte die Gruppe jedoch nicht mehr gemeinsam auftreten. Die Erkundung der Landschaftskunstwerke rund um Neuenkirchen und das sich vertraut machen mit den Orten geschah auf eigene Faust, was eine gewisse „erzwungene Verwilderung“ zur Folge hatte. Die Studentinnen und Studenten erkundeten die Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad und kamen so immer wieder mit den Einheimischen ins Gespräch. Bei der Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen suchten die Kunststudentinnen und -studenten Pilze, verirrten sich, saßen in Bäumen und gruben Dinge aus. Entstanden sind 17 neue Werke, die menschliche und nicht-menschliche Beziehungen verweben, Angebote für ein Miteinander schaffen oder Orte neu erschließen.

Zwischen Neuenkirchen und Rutenmühle finden sich nun monumentale Betonskulpturen, ein bemalter Baum im Wald, schwebende Metallfiguren und Objekte aus Erde. In und um den Springhornhof entstanden ortsbezogene Performances, eine Kimchihütte, Wandmalereien, Foto- und Videoarbeiten und filigrane 3D-Drucke. Die Werke sprechen sozusagen miteinander und suchen die Aufmerksamkeit der Besucher des Springhornhofs, der Gemeinde Neuenkirchen, der Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Virenwelt, der industrialisierten Felder, der Steine und der „schlammigen Begierden“.

Folgende Studentinnen und Studenten ließen sich im schnuckendorf und der Umgebung inspirieren: Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz. Betreut wurden sie von Kayle Brandon, Bettina v. Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen und Monika Zimmermann.

Ein großes „Dankeschön“ richteten die kreativen Gäste und alle Mitwirkenden an Familie von Fintel (Delmsen), Jens Prüser (Neuenkirchen), Wolfgang Hinze (Brochdorf), Heinrich Inselmann (Neuenkirchen), Johann Kath (Rutenmühle), Thomas Methner WRM (Grauen), die Gemeinde Neuenkirchen, die Heidjers Stadtwerke und die Neuenkirchener St.-Bartholomäus-Kirchengemeinde - und zwar für Rat und Tat und die für die Außenarbeiten zur Verfügung gestellten Plätze.

Die Ausstellung im Kunstverein Springhornhof ist ab 27. Juni und bis 4. Juli von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Die Außenarbeiten zwischen Neuenkirchen und Rutenmühlen verbleiben bis Oktober. Ein Lageplan ist im Springhornhof erhältlich. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Hochschule für Künste Bremen realisiert und gefördert durch das Land Niedersachsen, den Lüneburgischen Landschaftsverband, die „Karin und Uwe Hollweg Stiftun“, die „Waldemar Koch Stiftung“, die Fonds-Innovative Lehre und den Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.

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