Bohren für gesunden Wald

Forstliche Standortkartierung wird fortgesetzt

Bohren für gesunden Wald

Der Geschäftsbereich Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) wird im Laufe des Jahres die forstliche Standortkartierung in den Bezirksförsterei Neuenkirchen fortsetzen, die im vergangenen Jahr im LWK-Forstamtsbereich Nordheide-Heidmark begonnen hat. Das diesjährige Kartier-Gebiet erstreckt sich dabei hauptsächlich über den Raum Neuenkirchen-Süd, Gilmerdingen, Leverdingen, Ellingen, Riensheide-Ost, Falshorn und Wiedingen.

Die forstliche Standortkartierung ist eine wesentliche Grundlage der waldbaulichen Planung. Primäres Ziel der Standortkartierung ist die Erfassung der für das Waldwachstum relevanten natürlichen Bedingungen, um den privaten Waldbesitzern eine wichtige Grundlage für die Waldbewirtschaftung zur Verfügung zu stellen.

Der Kartierer beurteilt daran die drei Kriterien Wasserverhältnisse, Nährstoffversorgung und geologische Schichtung/ Substratverteilung. Letztere gibt Auskunft, ob sich etwa nur Nährstoffe in der obersten Schicht, vielleicht nur in der untersten Schicht oder gleichmäßig über den gesamten Bodenraum verteilen. Von der Nährstoffverteilung im Boden ist ganz wesentlich abhängig, welche Baumart auf einem bestimmten Standort am besten wachsen kann.

Die Standortkartierung trägt dazu bei, stabile und auch ertragreiche Mischbestände auf den jeweils geeigneten Standorten zu begründen. Neben einer Stabilisierung der Bestände gegen Sturm, Feuer und Insekten erfüllt ein Wald aus standortgerechten Baumarten darüber hinaus in der Regel auch die Schutz- und Erholungsfunktion in hohem Maße. Nicht zuletzt liefert sie wichtige Basisdaten zur Auswirkung des Klimawandels auf unsere Wälder und zum Bodenschutz.

Die forstliche Standortkartierung ist eine Aufgabe der LWK Niedersachsen, sie ist von öffentlichem Interesse und wird durch das Land finanziert. Die dazu erforderlichen Bodenuntersuchungen in den Privatwäldern werden überwiegend mittels Handbohrungen vorgenommen, die entlang befahrbarer Wege und Schneisen zuvor durch Baggeraufgrabungen vorerkundet werden, weil die Waldbäume viel tiefer in den Boden hineinwurzeln als andere Kulturpflanzen. Die Bodeneinschläge werden anschließend wieder mit dem Bagger verfüllt.

Die Ergebnisse werden vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), als zuständige Behörde, in das Niedersächsische Bodeninformationssystem (NIBIS) übernommen.

Waldbesitzer, die den Kartierarbeiten in ihren Wäldern nicht zustimmen, werden gebeten, dies dem LWK-Forstamt Nordheide-Heidmark spätestens bis zum 1. März per Post, Fax oder E-Mail unter Angabe der Lagebezeichnung (Gemarkung, Flur, Flurstück) mitzuteilen. Nähere Infos gibt es unter Ruf (05195) 9723210.

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