Freiwilligendienst in Corona-Zeiten

BFD im Sport: Mika Renken berichtet von seinen Erfahrungen

Freiwilligendienst in Corona-Zeiten

Seit 2011 ermöglicht der Bundesfreiwilligendienst jungen Menschen ein Engagement auch im Sport. Die Freiwilligen bekommen Taschengeld, Urlaub und insbesondere die Möglichkeit, sich unter Anleitung im praktischen Einsatz zu bewähren und sich gesellschaftlich zu engagieren. Die Tätigkeiten der sogenannten „Bufdis“ variieren stark. Häufig steht die sportliche und pädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt, aber auch Verbands- und Projektarbeit gehört dazu. Einsatzstellen sind im Regelfall Vereine und Sporteinrichtungen, aber auch Verbände, Kindergärten und Schulen. Das nötige Handwerkzeug dazu wird in Seminaren und während der Lizenzausbildung vermittelt. Auch in Neuenkirchen haben bereits zahlreiche Jugendliche diese Möglichkeit genutzt. Derzeit ist es Mika Renken, der beim TSV Neuenkirchen in Kooperation mit der Grund- und Oberschule (GOBS) Neuenkirchen und dem Kindergarten Tausendfüßler seinen Bundesfreiwilligendienst ableistet. Natürlich wirken sich die aus der Corona-Pandemie resultierenden Einschränkungen massiv auf seine Tätigkeit aus.

Die Aufgaben junger Frauen und Männer im Freiwilligendienst im Sport bestehen eigentlich darin, die Arbeit der Erzieher, Lehrer und Übungsleiter in den drei Einsatzbereichen Kindertagesstätte, Schule und Sportverein zu unterstützen. So gilt es zum Beispiel, für die Kindergartenkinder Bewegungsangebote zu erarbeiten und sie in die Turnhalle zu begleiten, in der Schule Sport-AGs zu leiten sowie in der Grundschule im Sportunterricht und im Ganztagsbereich zu unterstützen. Die Nachmittage sind gefüllt mit Aufgaben im Verein, so zum Beispiel Unterstützung beim Kinderturnen, Leichtathletiktraining und Fußball.

Wegen der Corona-Pandemie sind die Möglichkeiten jedoch arg begrenzt. Und so hat auch Mika Renken kaum Gelegenheit, den „normalen“ Alltag eines Freiwilligendienstleistenden zu erleben. Er hatte mit seinem Freiwilligendienst im September vergangenen Jahres begonnen. Damals erhielt er zunächst in einigen wenigen Wochen Einblicke in die pädagogischen Aufgaben in der Kita, Schule und Vereinsarbeit. „Von 8 bis 11.40 Uhr war ich im Kindergarten. Danach musste ich auch schon rüber zur Schule. Dort habe ich meine Mentorin bei einer Sportfördergruppe unterstützt. Das Thema war Hampelmann. Die Kinder sollten lernen, Arme und Beine gleichzeitig einzusetzen. Im Anschluss betreute ich das Mittagessen der Ganztagskinder und nachmittags unterstützte ich beim Fußballtraining“, berichtet Renken.

Dann kam der Novemberlockdown, am Einführungsseminar musste der FSJler online teilnehmen. Eigentlich handelt es sich hierbei um Präsenzseminare, in denen die Freiwilligen viel Hintergrundwissen in Theorie und Praxis sammeln und sogleich in ihrer Einsatzstelle anwenden können. Auch die praktische Arbeit vor Ort veränderte sich in der Corona-Krise erheblich: Renken wurde in der Schule verstärkt in der Notbetreuung der Grundschüler und weniger im Schulsport eingesetzt. Und was den Einsatz im Vereinssport angeht, so musste dieser zu seinem großen Bedauern komplett wegfallen, da die niedersächsischen Corona-Bestimmungen den Vereinssport untersagt hatten. Stattdessen beteiligte sich Renken mit seinem Erfahrungsbericht an der Erstellung der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des TSV Neuenkirchen.

„Ich hoffe, dass ich auch im Sportverein bald wieder aktiv werden kann und dann wieder eine volle Arbeitswoche habe“, so Renken weiter. Dennoch sei auch dieses „besondere“ Freiwilligen-Jahr ein Gewinn für ihn: „Es war sehr aufregend und abwechslungsreich und trotz Corona hat es immer Spaß gemacht. Durch den BFD bin ich außerdem noch selbstbewusster geworden.“ Für die neue BFD-Maßnahme hoffen die Verantwortlichen nun auf ein „normales Freiwilligenjahr“ vom 15. September dieses Jahres bis zum 15. Juli 2022. Konkret heißt das: 39 Wochenstunden arbeitet ein Freiwilligendienstleistender. Es gibt verpflichtende Seminare, Urlaub und Taschengeld. Der Freiwillige ist sozialversichert, es besteht Kindergeldanspruch und gegebenenfalls auch Wohngeldanspruch. Wer Interesse an einem Freiwilligendienst in Neuenkirchen hat, sollte Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben sowie keine Berührungsängste Kindern und Jugendlichen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen haben.

Bewerbungen können bis zum 30. April dieses Jahres an das Sekretariat der GOBS Neuenkirchen, Kabenstraße 17, in 29643 Neuenkirchen, Telefon (05195) 333100, E-Mail info@gobs-neuenkirchen.de, geschickt werden. Interessierte werden bereits vor den Vorstellungsgesprächen zu einem Schnuppertag eingeladen, um schon einmal einen Einblick in die Aufgabenbereiche zu bekommen. Coronabedingte Änderungen im Zeitplan werden den Bewerbern umgehend mitgeteilt. Hier folgen die Verantwortlichen den jeweils geltenden aktuellen Richtlinien.

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