Lehrerehepaar fällt Verbrechen zum Opfer

Obduktion ergibt Einwirkung stumpfer Gewalt als Todesursache

Lehrerehepaar fällt Verbrechen zum Opfer

Zwei Tote und eine Schwerverletzte - das ist die traurige Bilanz einer Gewalttat am vergangenen Montag in Neuenkirchen. Schon da ging die Polizei von einem Tötungsdelikt aus, was sich inzwischen durch die Obduktion bestätigt hat.

Als Polizei und Feuerwehr am 27. Juli um 20.35 Uhr wegen einer Rauchentwicklung in einem Wohnhaus im Neuenkirchener Lohweg alarmiert wurden, war noch nicht klar, was sich ihnen offenbaren würde. Als die Polizei eintraf, stieß sie vor dem betroffenen Haus auf eine schwerverletzte Frau, die sofort notfallmedizinisch versorgt wurde.

Da unklar war, ob sich noch Menschen im brennenden Haus befanden, wurde das Alarmstichwort „Feuer mit Menschenleben in Gefahr“ gegeben. Die Feuerwehr war dadurch innerhalb kurzer Zeit mit knapp 70 Einsatzkräften vor Ort. Das Feuer konnte durch mehrere Trupps unter Atemschutz schnell unter Kontrolle gebracht werden. Dann der Schock: Im Haus entdeckten die Feuerwehrleute zwei Leichen - einen Mann und eine Frau.

Nach dem Stand der Ermittlungen von Montag gingen die Beamten von einem Gewaltgeschehen aus. Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion (PI) Heidekreis in Soltau nahm die Ermittlungen auf.

Zu deren momentanem Stand zeigt sich die zuständige Staatsanwaltschaft Lüneburg sehr zurückhaltend. Pressesprecher Jan Christoph Hillmer gab bekannt, bei den beiden Toten handele es sich um einen 70jährigen und seine 69jährige Ehefrau.

Die vor dem Haus aufgefundene Schwerverletzte habe in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu den beiden Toten gestanden. Gegen die 56jährige liege auch kein Tatverdacht vor. Inzwischen ist klar, dass es sich bei den beiden Todesopfern um das Lehrerehepaar Annegret und Kurt G. handelt.

Und es ist mittlerweile auch bekannt, wie die beiden ums Leben gekommen sind. Auf Anfrage teilte Hillmer das Obduktionsergebnis mit: Todesursache ist die Einwirkung stumpfer Gewalt. Dazu der Pressesprecher: „Von einem Gewaltgeschehen ist daher auszugehen.“

Angaben zum möglichen Tathergang und zum Brand macht der Pressesprecher nicht - mit Verweis auf den frühen Stand der laufenden Ermittlungen.

Ob das Feuer etwa gelegt wurde, um das Tötungsdelikt zu vertuschen, bleibt also derzeit ebenso offen wie Ursache und Ablauf des Geschehens: „Konkrete Angaben zu Hergang und Hintergründen, auch zu Motiven der Tat“ sollen nach jetzigem Stand auch weiterhin nicht erfolgen, so die Staatsanwaltschaft.

Auch was den oder die Täter angeht, gibt es zur Zeit nur spärliche Informationen: Nach ersten Erkenntnissen habe es zunächst einen Anfangsverdacht gegen eine Person gegeben, der sich aber bisher nicht weiter erhärtet habe. Das heißt allerdings nicht, dass der oder die Betreffende aus dem Schneider wäre: „Es besteht weiterhin ein Anfangsverdacht gegen die eine genannte weitere Person, nicht aber gegen die Verletzte“, bestätigt Hillmer.

Darüber hinausgehende Angaben zu dieser tatverdächtigen Person oder zu möglicherweise weiteren Tätern gebe die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Mit Stand vom vergangenen Donnerstag war die 56jährige schwerverletzte Frau noch immer nicht vernehmungsfähig.

Was den Einsatz der Feuerwehren bei diesem Brand betrifft, so kam für Nachlöscharbeiten unter anderem die Drehleiter der Feuerwehr Soltau zum Einsatz. Aus dem Korb der Drehleiter wurden Teile des Daches geöffnet um eine Brandausbreitung auszuschließen. Die Feuerwehr leuchtete im weiteren Verlauf auch die Einsatzstelle für die Arbeiten der Polizei aus.

Im Einsatz waren am vergangenen Montag die Feuerwehren Neuenkirchen, Brochdorf, Delmsen, Gilmerdingen-Leverdingen und Soltau sowie drei Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und ein Rettungshubschrauber.

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