Montage „fünf vor zwölf“

„Kopf hoch“ in Neuenkirchen: Kirchturmuhren sind zurück

Montage „fünf vor zwölf“

In Neuenkirchen sind die Kirchturmuhren zurück: Am vergangenen Montag wurden die restaurierten Zifferblätter und die goldenen Zeiger wieder an den Turm der St. Bartholomäuskirche montiert - bei äußerst wechselhaftem Aprilwetter und in luftiger Höhe.

„Die Sonne strahlte um die Wette mit den goldfarbenen römischen Ziffern auf den in schwarz und blau bemalten Blättern, die zunächst an der Kirchenmauer angelehnt waren“, freute sich Matthias Winkelmann. Der Pastor war keineswegs der einzige, der die Arbeit der Teams bei der Installation der Uhren mitverfolgte: „Erste Schaulustige kamen zum Kirchturm, um zuzusehen, wie der Kran seinen Teleskoparm mit dem Korb ausfuhr und von einem Mitarbeiter in 22 Meter Höhe gelenkt wurde, so dass zwei Mitarbeiter der Hamburger Glockenanlagen- und Turmuhrfirma das erste Zifferblatt an der Westseite des Turmes anbringen konnten“, so Winkelmann.

Dann kamen die goldenen Zeiger zum Einsatz: „Auch sie wurden in entsprechende Höhe des insgesamt 36 Meter hohen Turmes gebracht und angeschraubt. ‚Fünf vor zwölf‘ zeigten sie für den ersten Moment nach der Montage an und stimmten ein wenig nachdenklich. An der Nordseite das gleiche Prozedere. Dann kam im Sonnenschein die Südseite des Turmes dran. Das Wetter gab an diesem Morgen dem April alle Ehre und ein Graupelschauer ging nieder“, schildert der Pastor die Szene.

Einige der Zuschauer seien nach einer Aufwärm-Pause wieder rechtzeitig zum kniffeligen Abschluss erschienen: „Die östliche Turmseite musste über das Kirchendach schräg angesteuert werden. Aber auch diese Herausforderung haben die Mitarbeiter gemeistert, hatten sie doch Erfahrungen von der Abnahme der Zifferblätter vor einigen Monaten.“ Tatsächlich um „fünf vor zwölf“ schwebte dann auch das vierte Zifferblatt in die ihm bestimmt Turmhöhe.

Um kurz vor halb eins waren auch die letzten Zeiger montiert, und eine Stunde später schon stimmte der Glockenschlag mit der angezeigten Uhrzeit überein. „‚Kopf hoch‘ heißt es nun für alle in Neuenkirchen, um die Uhrzeit abzulesen“, freut sich Winkelmann. Ihm habe ein Passant erzählt, dass er immer am Turm hoch zur Uhr schaue, nachdem er gegenüber Kontoauszüge geholt habe. Nun blickt er nicht mehr ins Leere: „Die Uhr hat mir richtig gefehlt“, gibt der Pastor die Worte des Passanten wieder.

Zur Geschichte der Kirchturmuhr: Die aus dem Jahr 1963 stammenden Zifferblätter und Zeiger wurden 1980 zum hundertjährigen Kirchenjubiläum überholt und nun dank zahlreicher Spenden restauriert.

Logo