Springhornhof bietet Vielfalt

Kulturverein lädt am 13. Juni zu Festtag mit Kunst, Musik und Performance ein

Springhornhof bietet Vielfalt

Der Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen lädt für Sonnabend in der Lüneburger Heide zu einem sommerlichen Festtag mit Kunst, Performance und Musik ein. Los geht es um 16 Uhr mit einem Freiluftgespräch und Ausstellungsrundgängen mit Künstlerin Verena Issel. In ihrer Ausstellung „Klapp Klapp“, die nur noch bis zum 13. Juni im Springhornhof zu sehen ist, gestaltete die Norwegerin einen fulminantem Ausstellungsparcours. Eine Serie kleiner Bilder, die zunächst als private Übung gedacht waren, erobern sich darin die Freiheit zurück. Die kunterbunten Motive werden zum Raum, sie springen über auf Wände und Böden, mutieren zu frei stehenden Umrissen, wiederholen sich, wechseln Farben und Proportionen und flirten heftig miteinander. Was das womöglich mit Corona zu tun hat und was es mit dem „Schnuckentempel“ und der unstillbaren Liebe der Künstlerin zur klassischen Antike auf sich hat, wird bei Kaffee und Klappklapp-Kuchen im Ateliergarten mit ihr besprochen.

Im Anschluss daran wird ab 18 Uhr der Vorplatz des Springhornhofs zur Bühne. Regisseurin, Tänzerin und Sängerin Sommer Ulrickson, die Einige noch von der legendären „Dorfladen-Revue“ des Kunstvereins im Dezember 2019 kennen, hat mit Shannon Leypoldt, Eli Cohen und Marcel Holthaus (Musik) eine Aufführung für drei Stationen rund um den Kunstverein entwickelt. Die drei Darstellerinnen kommen von „woanders“ und müssen erst herausfinden, wo und wie man sich wohlfühlen kann. Auf dem Land, im Schatten einer Skulptur, umgeben von Bäumen, unter Menschen – oder besser weit entfernt von Menschen? Der Titel „Heim suchen“ kann Positives und Negatives bedeuten. Sommer Ulricksons Inszenierungen sind geprägt von akrobatischem Körpereinsatz, Poesie, Rhythmus, Sprachwitz und Neugier auf Grenzüberschreitungen aller Art. Sobald die Dämmerung einsetzt können die Besucher bei einem Glas Wein und einem Teller Heidschnuckengulasch einen letzten Blick auf Verena Issels Lichtinstallation „What I Never Thought (umfragebasiertes Neonbett)“ auf der Fassade des Ausstellungsgebäudes werfen. Das Förderprogramm „Neustart Kultur“ hat dem Kunstverein Springhornhof ein großes Zeltdach für den Vorplatz beschert, so dass Zuschauer und Darsteller vor Regen geschützt und gut belüftet sind. Der Eintritt ist frei. Die Kontaktdaten der Zuschauer werden erfasst. Es gelten die üblichen Abstandsregeln und die Pflicht eines Mund-Nasenschutzes solange man nicht an einem festen Platz sitzt.

Sommer Ulrickson wurde 1973 in Kalifornien geboren und studierte dort Tanz, Theater und Performance. 1998 kam sie durch ein Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt Stiftung nach Berlin und arbeitet hier als Regisseurin und Choreographin. 1999 war sie Mitbegründerin der ‚wee dance company‘ und arbeitete unter anderem mit Johann Kresnik an der Volksbühne. Seither schuf sie zahlreiche eigene Choreographien, Theaterproduktionen und Inszenierungen unter anderem für die Sophiensäle, das Deutsche Theater Berlin, die Freilichtspiele Schwäbisch Hall, die Deutsche Oper Berlin und Anfang 2021 für das legendäre Bolshoi Theater in Moskau.

Verena Issel wurde 1982 in München geboren und ist in Norwegen aufgewachsen. Sie hat Freie Kunst und klassische Philologie in Hamburg studiert und lebt heute in Berlin. Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem nach Russland, Taiwan, Südkorea, Japan, Litauen und Papua-Neuguinea. Die Volksbühne Berlin (DE), das ZARYA Center for Contemporary Art (RU), die Trafo Kunsthall (NOR), der Westfälische Kunstverein / LWL Museum Münster und der Kunstverein Jesteburg widmeten ihr Einzelpräsentationen. 2020 war Verena Issel Gastprofessorin an der HfbK Hamburg.

Der Springhornhof ist Ausgangspunkt für die Erkundung eines einzigartigen „Museums ohne Mauern“. Radfahrer und Spaziergänger starten hier ihre Tour zu mehr als vierzig Werken internationaler Künstler, die seit 1967 hier entstanden sind. Eingebettet in Felder, Wälder und Wiesen rund um das Dorf machen die Skulpturen Naturprozesse erfahrbar, schaffen spannungsreiche Räume und eröffnen neue Perspektiven auf eine alte Kulturlandschaft. Auf einem ehemaligen Bauernhof mitten im Ort zeigt der Kunstverein wechselnde Ausstellungen aktueller Kunst.

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