Vier Fußballfelder groß „und nur eine Fuge“

„MaiMed GmbH“ erweitert Logistikzentrum in Neuenkirchen für rund 6,2 Millionen Euro

Vier Fußballfelder groß „und nur eine Fuge“

„‚MaiMed 5.0‘ - das steht für mittlerweile fünf Hallen, die das Unternehmen in knapp zehn Jahren am heutigen Standort errichtet hat“, so Ekkehard Tamm. Der Architekt, der bereits die erste Bauphase in der Robert-Koch-Straße in Neuenkirchen begleitet hatte, beaufsichtigte auch den Bau der zusätzlichen Hallen. Mit dieser Erweiterung des Logistikzentrums hat die „MaiMed GmbH“ ihre Fläche nahezu verdoppelt. Der Anbieter von Medizin- und Schutzprodukten sowie Hygieneartikeln feierte nun die Einweihung seines neuen und hochmodernen Lagers. „Rund 6,2 Millionen Euro wurden hierfür investiert, insgesamt sind es damit etwa 13 Millionen Euro an diesem Standort“, erläuterte Tamm bei der Einweihungsfeier. Eine weitere Vergrößerung des Unternehmens schloss Dirk Pfemfert nicht aus: „Wir wollen uns auf unserem Erfolg nicht ausruhen, sondern diesen weiter ausbauen“, so der geschäftsführende Gesellschafter. Er hatte unter dem Motto „MaiMed 5.0“ zur Hallenvorstellung eingeladen, bei der sich die zahlreichen Gäste am vergangenen Freitag ein Bild von Neu- und Altbau machen konnten.

Vor beinahe einem Vierteljahrhundert hatte Pfemfert in Neuenkirchen das Unternehmen gegründet, das später vom Gewerbegebiet Siemensstraße zur heutigen Adresse an die B 71 umzog. „Wir wollten 1996 etwas ins Rollen bringen, etwas Neues schaffen, nämlich die professionelle Grundversorgung für Medizin- und Hygieneartikel grundlegend verändern. Das ist uns gelungen“, so der „MaiMed“-Chef. Seitdem sei das Unternehmen stets gewachsen, habe heute Kunden in mehr als 30 Ländern, neue Produktgruppen hinzugewonnen und rund 1.600 Artikel im Sortiment - und in Neuenkirchen laufe alles zusammen: In der Zentrale komme die Ware an, erläuterte Pfemfert, „und von hier aus koordinieren wir auch unsere Hersteller in Asien.“

Was in den riesigen neuen Hallen alles lagert, darauf hat Christian Wiedow eine Antwort: „Fast 50 Prozent sind Handschuhe“, so der Leiter Logistik und Lager. „Wir liefern OP-Handschuhe sowie Kompressen, Pflaster und alles andere für die Wundbehandlung an Kliniken; vielleicht hat derjenige, der Ihnen heute morgen in der Bäckerei das Sandwich belegt hat, auch Handschuhe von uns getragen“, so Pfemfert zum „Einsatzspektrum“ einiger Produkte.

Doch Handschuhe, Schutzprodukte und alles für die Wundversorgung machen nur einen Teil der Bestände aus - ein anderer Teil, Desinfektions- und Reinigungsmittel, die zum Teil leicht entzündlich sind, lagert in einem besonders gesicherten Teil des Anbaus: „Diese Halle verfügt über eine Sprinkleranlage, die von einem riesigen Außentank gespeist wird. Sollte die automatische Feuerlöschanlage bei einem Brand Wasser in die Halle leiten, sollte dieses danach keinesfalls ins Grundwasser gelangen können. Daher gibt es für diesen Fall ein dichtes und schnell schließendes Tor. Zudem ist die gesamte Halle wie eine große Wanne konzipiert, damit nichts auslaufen kann“, erklärte Wiedow.

Er erläuterte außerdem noch weitere Besonderheiten des neuen Hallenteils, der dank der sogenannten Shuttle-Lagertechnik eine weitaus höhere Kapazität hat als die alten Gebäude: „Die Regale sind höher und stehen enger zusammen. Wir bekommen dadurch 10.000 Europaletten auf einer Fläche unter, auf der wir im Altbau nur 5.000 lagern können.“ Neue Stapler seien für den neuen Lagerteil angeschafft worden, so Wiedow. „Mittlerweile sind insgesamt 30 Mitarbeiter in allen Lagerhallen beschäftigt.“ Von zuvor rund 10.000 Palettenstellplätzen konnte die Kapazität mit nun etwa 27.000 fast verdreifacht werden.

Wie groß der Komplex ist, in dem zusätzlich noch 1.500 Quadratmeter Bürofläche für die Verwaltung untergebracht sind, davon zeichnete Tamm ein Bild: „17.000 Quadratmeter - das ist eine schwer vorstellbare Fläche der Hallen. Das entspricht etwa der Größe von vier Fußballfeldern“, so der Diplom-Ingenieur. Und durch den Einsatz vieler neuer Verfahren, moderner Baumaterialien und -methoden „hat der neue Bereich trotz der riesigen Fläche im Grunde nur eine einzige Fuge - die liegt quasi auf der Mittellinie.“

„Im Vergleich zum 2009er Altbau gab es viele neue Normen und Vorschriften zu beachten“, so der Architekt weiter. Außerdem seien die Bedingungen, unter denen die neuen Hallen entstanden, nicht einfach gewesen: „Anfangs waren erhebliche Erdarbeiten erforderlich, bei denen rund 23.000 Kubikmeter Boden bewegt werden mussten - das sind rund 2.300 Lkw-Ladungen. Das war wegen des Starkregens zu der Zeit oft sehr schwierig.“ Und nach dem Regen kam die Hitze: „Die Teams haben zum Teil bei Temperaturen von 45 Grad im Schatten auf den Hallendächern gearbeitet.“ Eine weitere Hürde bei der Fertigstellung des jetzigen Projekts: „Wir mussten bauen, während nebenan der Betrieb in vollem Umfang weiterlief.“

Rund anderthalb Jahre nach dem Spatenstich Anfang 2018 sind die neuen Lager - inklusive Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und stromsparendem Beleuchtungssystem mit Bewegungsmeldersteuerung - nicht nur fertig, sondern bereits in Betrieb. „Wir haben gut zu tun“, so Pfemfert.

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