Werke von Philipp Modersohn | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ausstellung „Es hebt sich“ beim Kunstverein Springhornhof zu sehen

Werke von Philipp Modersohn

Mit der Eröffnung von „Es hebt sich“ startet am 27. Juni um 17 Uhr in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Springhornhof in Neuenkirchen eine neue Ausstellung, die über die Sommermonate läuft: Bis zum 6. September sind dort Werke von Philipp Modersohn zu sehen.

Der Berliner Künstler Philipp Modersohn, 1986 in Bremen geboren, untersucht in seinen Skulpturen, Filmen und raumgreifenden Installationen das Verhältnis von Mensch, Umwelt und Materialität. „Seine Werke hinterfragen etablierte Hierarchien zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und scheinbar unbelebter Materie. Geologische, biologische und klimatische Prozesse werden hier zu eigenständigen Akteuren“, so der Kunstverein in seiner Ankündigung.

Modersohn bildet Naturphänomene nicht bloß ab – er lässt sie mitarbeiten: „Ihn interessieren die Kräfte, die den Planeten formen: Druck, Hitze, Wachstum und Verfall. Die Erde ist bei ihm keine Kulisse für menschliches Handeln, sondern ein dichtes, eigenwilliges Geflecht. Dabei verbindet der Künstler wissenschaftliche Fragestellungen mit Humor und surrealen Bildwelten. Seine Arbeiten bewegen sich spielerisch zwischen Ernsthaftigkeit und Witz, zwischen ökologischer Dringlichkeit und Offenheit“, gibt der Kunstverein einen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers.

Am Beginn der Ausstellung verbindet der animierte Kurzfilm „Undrainment“ die Trockenlegung von Mooren mit der Isolation des Einzelnen in der kapitalistischen Moderne. In zwei kontrastierenden Bildsprachen – schwebenden Unterwasseraufnahmen aus dem Moor und inszenierten Miniaturszenen – begleitet der Film ein Stück Torf auf dem Weg durch Zustände von Überfluss und Erschöpfung.

Die im Folgenden präsentierten Skulpturen bestehen aus Beton, Glas, Kunststoff, Torf und weiteren Materialien, die gepresst, verschmolzen oder verdichtet wurden: „Diese Objekte entziehen sich einer eindeutigen Funktion oder Verwertung. Sie wirken archaisch und zeitgenössisch, fragil und widerständig. Modersohn nutzt Druck und Hitze um Skulpturen zu schaffen, die zwischen Kunstobjekt, Architekturfragment und geologischem Fundstück changieren“, so der Kunstverein.

Im Obergeschoss gehe es um die Entstehung von Eigentum und die Einfriedung von Land: „Eine ornamentale Bodeninstallation aus gestreuten Granulaten und Sound untersucht den Moment, in dem offener Raum vermessen, begrenzt und kontrolliert wird. Das Werk thematisiert die historischen Prozesse, durch die Land in Privatbesitz überführt wurde sowie die Auswirkungen dieser Grenzziehungen auf Mensch und Umwelt.“

Modersohn studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin sowie Visual Arts an der Columbia University in New York. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen, darunter im Lantz’schen Skulpturenpark Düsseldorf, in der Bundeskunsthalle Bonn, im Kunstverein Göttingen, in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden sowie in Neapel, Brüssel, São Paulo, Zürich und Tokio.

Die Ausstellung in Neuenkirchen wird gefördert vom Land Niedersachsen und vom Lüneburgischen Landschaftsverband.

Im Laufe der aktuellen Ausstellung sind beim Kunstverein Springhornhof mehrere Veranstaltungen geplant So startet am 4. und 5. Juli jeweils um 14 Uhr mit „Alice im Solarpunk“ ein poetischer Spaziergang mit Schauspiel, Geschichten und Musik von Alice Sofie Miller und Nora Haakh mit Musik von „RENU“. Ferner beginnt am 5. Juli um 11 Uhr eine Sonntagstour: Seit 2003 überspannt Stefan Kerns „Treppe“ einen Graben bei Hartböhn. Begleitet vom Künstler stattet die Gruppe der Skulptur einen Besuch ab, und erfahren, wie sich sein Werk seit damals weiterentwickelt hat. Treffpunkt ist am Springhornhof, von dort aus geht es per Fahrrad oder Pkw zur Skulptur. Im Anschluss an die Tour gibt es eine kleine Bewirtung bis zum Beginn von „Alice im Solarpunk“.