„Worddust everywhere“: Wenn Raum und Sprache zur einer Einheit werden

Künstlerin Natalia Stachon stellt im Kunstverein Springhornhof aus / Eröffnung am 19. September

„Worddust everywhere“: Wenn Raum und Sprache zur einer Einheit werden

„Worddust everywhere“ - so lautet der Titel einer Einzelausstellung, die am Samstag, dem 19. September, um 17 Uhr beim Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen eröffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten der Künstlerin Natalia Stachon. Coronabedingt erfolgen die Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Professor Dr. Martin Warnke, ein einführendes Gespräch mit der Künstlerin und die Bewirtung mit Kaffee und Mandelkuchen im Freien. Natalia Stachon, geboren 1976 in Kattowitz, lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat für ihre Ausstellung ein dichtes Gefüge aus Skulpturen, Rauminterventionen und photorealistischen Zeichnungen entwickelt, in dem die Gegenwart von Sprache und Zeichen sinnlich erfahrbar wird.

Transparente Objekte an den Wänden, erinnern an Lautsprecher, machen jedoch eher eine stumme Abwesenheit spürbar. Zerknüllte, in mühevoller Handarbeit polierte Kupferblätter, liegen scheinbar achtlos wie verworfene Visionen und Ideen auf dem Boden. Schwarze Schilder mit geprägten Wortfragmenten lassen eine solche Fülle von Kombinationen zu, dass deren Bedeutung verblasst. Die Künstlerin zeigt hier die leeren Bühnen und Kulissen - Strukturen, die Menschen errichten und in der sie ihre Getriebenheit ausleben. Doch sie überführt diese in poetische Orte voller Stille, Eingefrorenheit und Intensität, in denen Raum und Sprache zur einer Einheit werden.

Der Titel der Ausstellung stammt aus dem Roman Nova Express (1964) von William S. Burroughs, den er in der „Cut-up-Methode“ verfasste. Dazu hat Burroughs unterschiedliche Textquellen in kleine Fragmente zerschnitten oder gefaltet und dann neu angeordnet. Durch diese endlose Überlagerung von Ausschnitten scheint alles ineinanderzugreifen und auf einmal Sinn zu ergeben. Wie ein tausendfach belichteter Film enthält diese Literatur einen unwiederbringlichen Augenblick lang Vieles von Aktualität und Bedeutung.

Die Ausstellung „Worddust everywhere“ ist bis zum 20. Dezember jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Die Ausstellung wird vom Land Niedersachsen und dem Lüneburgischen Landschaftsverband gefördert.

Natalia Stachon studierte von 1997 bis 2004 in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste und an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst. Ihre Werke waren in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. 2013 erschien die Monographie Natalia Stachon, Daimler Artist Book #3, herausgegeben von der Daimler Kunstsammlung Stuttgart/Berlin.

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