„Zeichen für Zusammenhalt“

Kreissparkasse Soltau unterstützt Neuenkirchener Bürgerbusverein

„Zeichen für Zusammenhalt“

Pünktlich hält der weiße Mercedes-Kleinbus am vergangenen Mittwochmorgen an der Haltestelle am Neuenkirchener Edeka-Markt. Hinter dem Steuer sitzt, bestens gelaunt, Angelika Goldenberg vom Team der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer des Neuenkirchener Bürgerbusvereins. An der Haltestelle warten diesmal allerdings keine Fahrgäste, sondern Vorstandsvertreter des Vereins sowie Dr. Matthias Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse (KSK) Soltau, und Manfred Stein, Geschäftsstellenleiter der Neuenkirchener KSK-Filiale. Das Treffen im Freien hat einen guten Grund: Die Kreissparkasse Soltau unterstützt den Bürgerbusverein im Rahmen eines Werbevertrages mit 1.500 Euro pro Jahr. Als Gegenleistung prangt nun Werbung des Geldinstitutes auf dem Heck des Fahrzeuges.

„Das ist ein tolles Projekt, dass Sie hier in Gang gesetzt haben“, sagt Bergmann und steigt, wie alle Beteiligten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragend, in das Fahrzeug, um sich ein Bild von den „inneren Werten“ des Bürgerbusses zu machen. Im Gespräch mit dem 1. und 2. Vorsitzenden des Bürgerbusvereins, Claus Manicke und Carsten de Vries, interessiert sich der KSK-Vorstand zunächst vor allem für technische Details, unter anderem auch die Motorisierung des Busses.

„Er hat einen 120-PS-Standardmotor“, erklärt Manicke und fügt hinzu: „Wir waren der Meinung, dass es Sinn macht, ein Fahrzeug zu kaufen, dass so wenig wie möglich umgebaut werden muss.“ Mit dem Bus seien die Ehrenamtlichen durch die Bank zufrieden. „Das Fahrgefühl ist top, das haben mir alle bestätigt“, unterstreicht der 1. Vorsitzende beim Fachsimpeln.

Dass der Verein derzeit dennoch ein wenig ausgebremst wird, hat nichts mit mangelndem Fahrkomfort oder gar technischen Problemen zu tun, sondern mit der Corona-Pandemie, wie Manicke berichtet. Einige der insgesamt 16 Fahrerinnen und Fahrer seien berufstätig und hätten von ihren Arbeitgebern wegen der Pandemie kein grünes Licht mehr bekommen, sich in ihrer Freizeit hinter das Steuer zu setzen. Und insbesondere jüngere Leute, die im Sommer noch zur Verfügung gestanden hätten, könnten nun aufgrund erhöhten Arbeitsaufkommens im Job keine Fahrten mehr übernehmen. „Wir halten den Betrieb mit einem abgespeckten Team aufrecht und hangeln uns so von Woche zu Woche. Ich hoffe, dass wir das durchhalten und nicht noch mehr Leute abspringen“, betont der 1. Vorsitzende und spricht den verbliebenen Buslenkerinnen und -lenkern ein großes Lob aus: „Die Mädels und Jungs sind einfach super.“

Die Einschränkungen und Auflagen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hätten sich nun auch negativ auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt. „Seit dem Start im Juli sind sie stetig gestiegen, im November hatten wir dann aber einen Rückgang um rund 20 Prozent“, so Manicke. Dies sei unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Gastronomiebetriebe und Cafés hätten schließen müssen. „Kleinere Seniorengruppen sind zum Beispiel gern mit dem Bürgerbus zum Kaffeetrinken nach Lünzen gefahren. Das fällt jetzt natürlich weg“, bedauert der 1. Vorsitzende. Zudem habe die Mannschaft der Ehrenamtlichen mit ihrem Durchschnittsalter von 66 Jahren aufgrund der Hygienebestimmungen deutlich mehr Arbeit zu bewältigen. So übernähmen zum Beispiel Vorstandsmitglieder die Reinigung und Desinfizierung des Busses. Im Gespräch mit den Sparkassenvertretern nennt Manicke auch Zahlen: Bislang habe der Neuenkirchener Bürgerbus 207 Fahrgäste befördert (Stand 2. Dezember) und bereits 26.500 Kilometer auf dem Tacho. Aktuell arbeite der Verein an einer Optimierung des Fahrplans und der Haltestellen. „Wir haben drei Entwürfe, die wir jetzt aufeinander abstimmen. Einige Haltestellen werden womöglich umgesetzt“, erläutert der 63jährige.

Bergmann und Stein zeigen sich vom Einsatz der Freiwilligen beeindruckt. In Zeiten des demographischen Wandels leisteten Bürgerbusvereine wichtige Arbeit, „insbesondere im ländlichen Raum“, unterstreicht der KSK-Vorstandsvorsitzende: „Es gibt Bedarf - und wir haben über den Verein nur Gutes gehört.“ Deshalb unterstütze die Kreissparkasse hier gern: „Es ist ein wichtiges Projekt, das vom ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger getragen wird.“ Auch das Engagement der anderen Sponsoren und Unterstützer sei „ein Zeichen für den Zusammenhalt im Ort.“

Auf diesen setzt in schwierigen Zeiten auch künftig der Vorstand des aus 55 Mitgliedern bestehenden Bürgerbusvereins: „Wir suchen weitere Fahrerinnen und Fahrer, die uns unterstützen. Und wir suchen natürlich auch weiterhin Sponsoren“, sagt Manicke. Das ist dann quasi auch das Schlusswort, denn Angelika Goldenberg hat sich inzwischen wieder auf den Fahrerplatz gesetzt und signalisiert, dass sie den Bus gleich wieder in Bewegung setzen muss. Sie will rechtzeitig zur nächsten Haltestelle weiterfahren, denn Pünktlichkeit ist auch beim Neuenkirchener Bürgerbusverein oberstes Gebot.

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