Exkursion am 1. Mai: Auf den Spuren des Vogels mit der „Punkfrisur“

Thema Wiedehopf: Naturschutzbund Heidekreis bietet vogelkundliche Führung an

Exkursion am 1. Mai: Auf den Spuren des Vogels mit der „Punkfrisur“

Bei der öffentlichen Wahl zum „Vogel des Jahres 2022“ warb der Wiedehopf als einer von fünf Kandidaten mit dem Wahlslogan „Gift ist keine Lösung“ für eine naturverträgliche, insektenfreundliche Landwirtschaft und machte mit deutlichem Vorsprung vor Mehlschwalbe, Bluthänfling, Feldsperling und Steinschmätzer das Rennen. Den „Wahlsieg“ dürfte der ebenso seltene wie scheue Kandidat nicht zuletzt seinem auffälligen Äußeren verdanken, das ihn zu einem wahren Exoten unter den heimischen Singvögeln macht. Neben vereinzelten Zugbeobachtungen beschränken sich die wenigen Vorkommen in der hiesigen Region auf die Truppenübungsplätze und das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, wo mit etwas Glück seit Mitte dieses Monats der dreisilbige Balzruf der Männchen zu hören ist oder man sogar einen am Boden nach Insekten suchenden Wiedehopf zu sehen bekommt. Aus diesem Grund lädt der Naturschutzbund Heidekreis am 1. Mai ab 9 Uhr alle Interessierten zu einem kostenlosen Rundgang im Tal der Haverbeeke bei Niederhaverbeck ein.

Mit seiner schwarz-weiß Flügelmusterung, dem orange-braunen Kopf- und Brustgefieder und der aufstellbaren Federhaube ist der gut amselgroße Wiedehopf ein echter Hingucker, den zumindest im Flug kaum zu übersehen ist. Als wärmeliebender Höhlenbrüter ist der Wiedehopf auf halboffene bis offene Landschaften mit niedriger Bodenvegetation angewiesen und besiedelt gern Weinberge, Obstgärten, Olivenhaine, Brachen und sandige Heiden, in denen er ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Käfern, Grillen, Larven, Spinnen und Faltern sowie alte Obstbäume oder Kopfweiden als Ruhe- und Brutstätten vorfindet. Allerdings sind die Chancen, den südlich der Sahara überwinternden Langstreckenzieher mit der „Punkfrisur“ in Deutschland zu beobachten, recht gering. Denn mit nur 800 bis 950 Revierpaaren ist der Wiedehopf hierzulande aufgrund fehlender Lebensräume eine gefährdete Vogelart, die jedoch zuletzt mit einem leichten Bestandszuwachs von klimatischen Veränderungen profitiert hat.

Die vogelkundliche Führung unter der Leitung von Dr. Antje Oldenburg startet um 9 Uhr am Naturinformationshaus in Niederhaverbeck und dauert circa zwei Stunden. Weitere Infos gibt es unter Ruf (05164) 801113.

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