Holzernte im Naturschutzpark

VNP Stiftung konzentriert Maschineneinsatz und Holzabfuhr

Holzernte im Naturschutzpark

Die VNP Stiftung Naturschutzpark bewirtschaftet im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide über 3.000 Hektar Wald: „Dies geschieht sowohl auf eigenen Waldflächen als auch auf Flächen, die von der VNP Stiftung langfristig angepachtet worden sind“, so die Mitteilung vom Verein Naturschutzpark (VNP) aus Niederhaverbeck. „Während in vielen Forstbetrieben das ganze Jahr Holz eingeschlagen wird, erntet die VNP Stiftung aus Gründen des Natur- und Forstschutzes nur in den Monaten September bis Ende Februar ihre forstlichen Produkte“, beschreibt Steffen Albers vom VNP das Vorgehen.

„Für die forstliche Planung werden große Durchforstungsblöcke gebildet, um den Maschineneinsatz und die Holzabfuhr möglichst zu konzentrieren. Der Forstbetrieb der Stiftung ist nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes - deutsch: Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen) zertifiziert und wird nach dem Dauerwaldprinzip genutzt“, so Albers.

Zusätzlich habe die VNP Stiftung für ihre Waldpflege einen eigenen Pflege- und Entwicklungsplan zur langfristigen Orientierung aufgestellt: „Da im nordwestdeutschen Tiefland die Kiefer als erste Waldgeneration nach Heideflächen häufig von Douglasien und Buche abgelöst wird, hat sich die Stiftung als Ziel gesetzt, diese lichten Kiefernwälder in großen Waldbereichen zu erhalten und zu fördern.“ Dies gelte insbesondere für Wälder, die in beziehungsweise zwischen Heideflächen liegen: „Hier werden Vernetzungskorridore entwickelt, um den Offenlandarten das Wandern zwischen den Heideflächen zu ermöglichen“, erläutert der Assistent der Geschäftsführung.

Ein weiterer Schwerpunkt sind laut der Mitteilung die an Heideflächen angrenzenden Waldränder: „In diesen Heide-Wald-Übergangsbereichen werden stufige Waldränder aus Lichtbaumarten entwickelt und ein zu dichter Unterstand aus Birken und anderen Baum- und Straucharten aufgelichtet. Vereinzelt soll sich die Kiefer in Gruppen in den Rändern verjüngen, um zukünftig weiterhin einen stufig aufgebauten Waldmantel zu erhalten. Diese Heide-Wald-Übergangsbereiche müssen zusätzlich mit Heidschnucken beweidet werden, um dauerhaft lichte Waldränder zu entwickeln.“

Die größeren, abseits der Heide gelegenen, Waldgebiete werden nach den Grundsätzen der Arbeitgemeinschaft Naturgemäßer Waldwirtschaft (ANW) als Dauerwald gepflegt. Durch stetige Durchforstungsintervalle, alle sieben bis zehn Jahre, solle sich in den meist von der Kiefer dominierten Waldgebieten ein möglichst stufiger, mehrschichtiger Wald mit einer hohen Baumartenvielfalt entwickeln: „Der Voranbau von Laubhölzern beschränkt sich auf die Baumart Eiche, da sich alle anderen Baumarten hinreichend natürlich verjüngen. Aufgrund der Altersstruktur (20- bis 60-jährige Bestände) kommt auch die VNP Stiftung Naturschutzpark nicht ohne hoch mechanisierte Holzernte aus, welche einen Rückegassenabstand von 20 Metern vorgibt. Es ist jedoch vorstellbar, nach Erreichung der ANW-Ziele, jede zweite Rückegasse aufzugeben, um dann vermehrt motormanuell und mit Seiltechnik einzelstammweise zu ernten. Die Rückegassen werden im Gelände mit weißen Pfeilen dauerhaft gekennzeichnet und zusätzlich im Betriebswerk (WaldKat) digitalisiert. Holzerntemaschinen dürfen nur auf diesen markierten Gassen fahren, um Schäden an Boden und Bestand zu reduzieren“, so die Mitteilung.

Für einige ältere Eichen- und Buchenbestände wurde ein spezielles Habitatbaumkonzept entwickelt, wo Waldbestände bis zu 40 Hektar Fläche vollständig aus der Nutzung genommen werden, um als Lebensraum für Arten zu dienen, die auf derart lange, bis zur Zerfallsphase andauernde Lebensraumentwicklung ausgewiesen sind. Albers: „In allen Waldbeständen des VNP werden Habitatbäume mit einem weißen X gekennzeichnet und dem natürlichen Zerfall überlassen.“

Logo