Lila Pracht lockt wieder zahllose Besucher

Heideblütensaison in Naturschutzgebiet eingeläutet: VNP-Naturwächter und Sanitätsreiter unterwegs

Lila Pracht lockt wieder zahllose Besucher

Es ist schon eine Traditionsveranstaltung, wenn die Polizeireiter aus Hannover ihren sommerlichen Dienst im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide antreten und sich aus diesem Anlaß der Öffentlichkeit präsentieren. Doch diesmal musste die VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP: Verein Naturschutzpark) auf die beliebten Beamten hoch zu Ross verzichten, als der alljährliche Pressetermin zum Start der Heideblütensaison am 9. August in Niederhaverbeck über die Bühne ging. Die Polizeireiter sind nämlich erst vom 14. August an unterwegs. Dafür konnte Marc Sander vom VNP neben den Sanitätsreiterinnen der Johanniter-Unfallhilfe und sechs VNP-Naturwächtern die noch wenige Tage amtierende Schneverdinger Heidekönigin Sarah Winkelmann begrüßen.

In diesem Jahr hat die Heideblüte zwei- bis drei Wochen eher begonnen. Das heißt, der Start in die Saison der lila Pracht ist eigentlich schon ein paar Tage her. Der Auftaktveranstaltung am vergangenen Freitag tat dies indes keinen Abbruch: Wie in jedem Jahr waren Journalistinnen und Journalisten, aber auch Kamerateams angereist, um über das Thema zu berichten. Bei bestem Wetter boten die blühende Heide und Schäfer Ralf Bachmann mit seiner Heidetaler Heidschnuckenherde hier die malerische Kulisse für Foto- und Filmaufnahmen mit VNP-Naturwächtern und Sanitätsreiterinnen.

Diese Freiwilligen werden in den kommenden Wochen sicherlich allerhand zu tun haben, denn der VNP erwartet wieder wahre Besucherscharen. „2018 war die Heideblüte wegen der Dürre sehr schlecht. In diesem Jahr ist sie gut bis sehr gut“, weiß Sander. Und das lockt dann natürlich um so mehr Gäste ins Naturchutzgebiet.

Wer sich allerdings dort bewegt, muss Regeln einhalten: „Die Naturschutzgebietsverordnung sagt hier, was geht und was nicht geht“, so Sander. Besucher sollten sich insbesondere merken, was nicht geht. Dazu gehört das Fahrverbot für Kraftfahrzeuge im Naturschutzgebiet ebenso wie das Wegegebot. Letzteres schreibt die Nutzung der Wege vor - sie zu verlassen ist nicht gestattet. Dass Feuer und Grillen sowie das Wegwerfen von Müll verboten sind, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Das gilt auch für die ganzjährige Anleinpflicht: Hunde dürfen im Naturschutzgebiet nicht frei laufen - nie. Diese Regel wird allerdings häufiger gebrochen, was mitunter zu Probleme führen kann: „Einige dieser Vierbeiner fühlen sich dann etwa wie Hütehunde, was sie aber nicht sind: Sie laufen in die Schnuckenherden und beißen dabei auch zu. Den größten Schaden von rund 10.000 Euro hatten wir einmal, als ein Hund zur Lammzeit in die Herde einbrach und die Schnucken über eine längere Strecke hetzte. Viele der trächtigen Muttertiere hatten daraufhin Totgeburten. In diesem Fall konnten wir den Hundehalter allerdings ausfindig machen“, berichtet Sander.

Damit auf der Fläche von rund 23.000 Hektar nicht allzu viele dieser Regeln gebrochen werden, sind die VNP-Naturwächter mit dem Rad unterwegs, die meisten von ihnen übrigens pensionierte Polizisten. Sie achten allerdings nicht nur darauf, dass sich die vielen Besucher angemessen verhalten. Sie stehen ihnen auch unterstützend mit Informationen zu Natur und Landschaft zur Verfügung. An den Wochenenden, wenn die Besucherzahlen meist noch einmal nach oben schnellen, sorgen dann die Sanitätsreiterinnen und -reiter der Johanniter für Verstärkung, die sich bereits seit 2003 an dieser ehrenamtlichen Aufgaben beteiligen. „Sie haben in den vergangenen Jahren schon etlichen Besuchern helfen können, die sich verletzt oder die eigene Konstitution überschätzt hatten und versorgt werden mußten. Wenn in abgelegenen Ecken des Naturschutzgebietes etwas passiert, können die Sanitätsreiter durchaus schneller dort sein als ein Krankenwagen und den Patienten schon einmal versorgen“, so Sander.

Es ist also gut, für den Fall der Fälle fachkundige Helferinnen und Helfer zu haben. Am besten wäre es natürlich, wenn die gar nicht zum Einsatz kommen müssten - und dazu können vor allem die Besucher selbst beitragen.

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