Unterwegs im Naturpark

Polizei- und Sanitätsreiter zusammen mit Naturwacht wieder im Einsatz / VNP setzt neue Maschine zum Plaggen und Schoppern ein

Unterwegs im Naturpark

Zwar blüht die Heide noch gar nicht in voller Pracht, doch schon jetzt strömen mit Beginn der großen Ferien wieder etliche Besucher in die Lüneburger Heide, um hier den Naturpark zu erkunden. Wie jedes Jahr unterstützen auch 2021 die Reiter der Polizeidirektion Hannover in der Tourismus-Hauptsaison ihre Kollegen der Polizeiinspektion Heidekreis im Naturschutzgebiet. Am Hauptsitz des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) in Niederhaverbeck stellten die Beamten jetzt sich und ihre Pferde vor. Sie sind zusammen mit den Sanitätsreitern der Johanniter-Unfall-Hilfe in den kommenden Wochen rund um Wilseder Berg unterwegs. Bei dem Termin gab es auch noch ganz andere „Pferdestärken“ zu sehen: Der VNP hat eine neue Mehrzweckmaschine zur Biomasseentfernung aus den Heideflächen im Einsatz.

Fragen werden den Einsatzkräften hoch zu Ross sowie den Mitarbeitern der VNP-Naturwacht, die auf Fahrrädern in Naturschutzgebiet unterwegs ist, viele gestellt: „Wieso blüht die Heide an dieser Stelle besonders gut?“, „Warum ist diese Fläche so mit Gras bewachsen? Letztes Jahr war hier noch alles Heide!“ oder „Warum soll ich meinen Hund an der Leine führen? Das machen die Schäfer mit ihren Hunden doch auch nicht!“ - solche und viele andere Sätze kommen immer wieder von Besuchern des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide.

Um Informationen zu Natur und Landschaft zu geben oder die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Bestimmungen zu überwachen, fahren die insgesamt sieben Mitarbeiter der VNP-Naturwacht durch das Gebiet. Daneben achten sie auch auf die Einhaltung der ganzjährigen Anleinpflicht für mitführende Hunde, das Fahrverbot für Kraftfahrzeuge im Naturschutzgebiet oder das Wegegebot, nachdem Besucher öffentliche Wege nicht verlassen sollen.

Und sollten Besucher bei ihren Touren durch die Natur medizinische Versorgung benötigen, sind die eingesetzten Sanitätsreiter der Johanniter vom Kreisverband Harburg zur Stelle: Sie können den Gästen vor allem im Nordteil des Naturschutzgebietes bei Bedarf schnell qualifizierte Hilfe leisten. In den vergangenen Jahren haben die Sanitätsreiter schon etlichen Besuchern helfen können, die sich verletzt oder bei einer Wanderung übernommen hatten.

Auch die beiden Polizeireiter der Polizei-Reiterstaffel Hannover sollen für mehr Sicherheit in der Heide sorgen: Ihre Aufmerksamkeit richten sie auf die Einhaltung naturschutzrechtlicher Bestimmungen sowie des Rauchverbotes und das Verbot von offenen Feuern. Auch auf illegales Müllabladen, Motocross-Fahrer, die in den gesperrten Bereichen unterwegs sind, sowie das Einfahrverbot von Kraftfahrzeugen in das Naturschutzgebiet werden sie ein Auge haben. Denn wer aus Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit die Ortschaft Wilsede oder andere Bereiche inmitten des Naturschutzgebiets mit seinem Auto direkt anfährt, riskiert ein Bußgeld. Weiter werden die Polizeireiter auch auf den Großparkplätzen patrouillieren.

„Die berittenen Kräfte der Polizei und ebenso die Sanitäter auf ihren Pferden - sie alle unterstützen uns immer tatkräftig“, lobte Marc Sander. Der Kaufmännischer Leiter des VNP, der zum November die Nachfolge von Geschäftsführer Mathias Zimmermann antreten wird, rechnet dieses Jahr mit reichlich Touristen: „Wir erwarten eine gute bis sehr Heideblüte - und viele Besucher.“

Sander stellte im Rahmen des Pressetermins auch eine neue Maschine vor, ein umgebauter Rübenroder für das sogenannte Plaggen der Heideflächen, also das Abtragen der oberen, von Gras durchzogenen Schichten: „Früher haben Planierraupen die Erde einfach zusammengeschoben, mit dieser Maschine geht das sehr viel schonender.“ Geringerer Bodendruck sei dabei nur einer der Vorteile, darüber hinaus könne das neue Geräte mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig erledigen und biete dem Fahrer einen besseren Überblick. Und die Einsatzmöglichkeiten seien vielfältig: „Fräsen, Mulchen, Plaggen und Schoppern sowie die Aufnahme von Material, das direkt auf einen Treckeranhänger befördert werden kann.“

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