VNP hofft auf neue Wolfsverordnung

„Der Wolf muss den Menschen wieder als Feind wahrnehmen“

VNP hofft auf neue Wolfsverordnung

Die Schäfer der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide äußern sich jetzt öffentlich zu ihren Begegnungen mit dem Wolf. „Seit Jahren“, so Steffen Albers, Assistent der Geschäftsführung der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide, „wird eine stetig wachsende Anzahl von Wölfen im Beweidungsgebiet der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide beobachtet.“

Auch nach offiziellen Angaben verdoppele sich die Wolfspopulation alle drei Jahre. „Die Schäfer der Stiftung stehen in der ersten Reihe, wenn es um (feindliche) Begegnungen mit dem Wolf geht“, erklärt Albers. Der Wolf sei ein beeindruckendes Tier, sagen sie, aber die Romantik, die in der Öffentlichkeit vermittelt wird, gehe an der Realität vollkommen vorbei.

Dr. Barbara Guckes (Leiterin der Schafhaltung beim VNP) betont: „Der Wolf genießt den höchsten Schutzstatus und breitet sich auf Kosten zahlreicher anderer Tierarten aus. Wir sind an einem Eskalationspunkt angelangt, der unsere Schäfer zwingt, ihre Tiere unter Einsatz von Leib und Leben zu schützen. Die Scheu der Wölfe auch vor dem Menschen hat sprunghaft abgenommen, seitdem eine unregulierte und ungehemmte Vermehrung des Wolfes geduldet wird. Um unsere Tiere schützen zu können, muss der Wolf den Menschen wieder als Feind wahrnehmen.“

Der Standpunkt der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide ist klar: „Um die Freilandlandtierhaltung sowie die Pflege und Entwicklung der historischen Kulturlandschaft im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide nachhaltig gewährleisten zu können, ist eine Regulierung der Wölfe unerlässlich.“

Albers zitiert den Schäfer in Grasengrund: „Inzwischen greifen sich Wölfe während des Hütens am hellichten Tage direkt neben uns hütenden Schäfer unsere Tiere. Solche Wölfe lassen sich kaum noch vertreiben. Wir haben Angst - um unsere Tiere, die wir unter viel Mühe und Arbeit aufgezogen haben, und um uns selbst! Erst in der jüngsten Vergangenheit habe ich einen Wolfsangriff erlebt, bei dem auch ich mich akut bedroht gefühlt habe. Der Wolf hat mich über zwei Wochen stetig begleitet; er kam direkt auf mich zu - ein Riesentier, das einen Riesenschreck bei mir auslöste.“

Der Wilseder Schäfer Jürgen Funck berichtet ähnlich: „Letzten Winter lungerte ein Wolf wochenlang direkt an meinem Schafstall herum. Ich habe große Angst um meine lammenden Tiere gehabt. Auch beim Hüten begleitete er mich und kam mir bis auf circa fünf Meter nahe. Ich bin seit 40 Jahren Schäfer beim VNP und fühle mich den Schafen tief verbunden. Wie soll ich meine Tiere und mich verteidigen? Am liebsten würde ich schon jetzt in Rente gehen.“

„Unsere Schäfer hoffen darauf, dass die neue Wolfsverordnung, die Minister Lies auf den Weg gebracht hat, nun zügig die politischen Gremien passiert und umgesetzt wird, denn so kann die Schafhaltung nicht aufrechterhalten werden“, so Albers. „Die Bedrohung unserer Tiere und unserer Schäfer ist inzwischen völlig unzumutbar geworden. Laut VDL (Verband der Lüneburger Heidschnuckenzüchter) haben bereits 15 große schafhaltende Betriebe in Niedersachsen aufgrund der Probleme mit dem Wolf aufgegeben.“

„Wenn die Schafhaltung in der Heide stirbt, wird auch die Landschaft sterben und mit ihr zahlreiche gefährdete Tierarten, die auf die Offenlandpflege durch Schafe angewiesen sind!“, unterstreicht Guckes.

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