Suche nach bestem Saatgut

Kommission der DKV in niedersächsischen Wäldern unterwegs

Suche nach bestem Saatgut

In diesen Tagen war eine Kommission der DKV - Gütegemeinschaft für forstliches Vermehrungsgut e.V. - in niedersächsischen Wäldern unterwegs, unter anderem auch Gebiet rund um Oerrel. Dort begaben sie sich auf die Suche nach den besten Saatguterntebeständen: Dabei suchten die Experten sowohl Wälder der Niedersächsischen Landesforsten, des Klosterkammerforstbetriebes als auch im Privat- und Kommunalbesitz befindliche Waldbestände auf. Im Fokus stehen die Baumarten, die hauptsächlich in den niedersächsischen Wäldern vorkommen und deren Saatguternte und -vertrieb genauestens gesetzlich geregelt sind. Für die Ernte müssen die Waldbestände offiziell zugelassen werden.

„Von diesen bereits auf ihre Qualität hin ausgewählten Wäldern lesen wir jetzt noch einmal das ‚Sahnehäubchen‘ aus“, beschreibt Thomas Rohde, Geschäftsführer der DKV, die Aufgabe der Kommission. „Wir legen noch einmal gesonderten Wert auf die Vitalität, Leistung und herausragende Qualität der Samenbäume. Erntebestände, die unser Gütesiegel ‚Sonderherkunft‘ tragen, sind die Besten der Besten.“ So wurden Buchen-, Stiel-, Trauben- und Roteichenwälder sowie Fichten-, Douglasien und Lärchenbestände dieser Tage genauestens beurteilt und auf ihre besondere Leistungsfähigkeit hin unter die Lupe genommen.

„Wälder, die sich so vital darstellen, sind auch dem Klimawandel am besten gewachsen. Deshalb tun wir gut daran, unsere künftige Waldgeneration aus solchen Bäumen zu begründen und nicht nur auf natürliche Aussamung zu setzen, wenn die Mutterbestände bereits geschwächt sind und nicht unseren Anforderungen entsprechen“, erläutert Andreas Preuß, Leiter der Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel.

Besonders stolz ist der Vorsitzende der Genossenschaftsforst Berel, Dietrich Uthe, auf die schönste Eiche in dem vorgeführten Saatgutbestand. Mit einem 20 Meter langen astfreien schnurgeradem Schaft und einer weitausladenden Krone ragt diese gut 95 Zentimeter dicke Traubeneiche weit in den Himmel hinein. Ihre Qualität und Vitalität bestaunen auch die Kommissionsmitglieder, die eigentlich den Anblick toller Bäume gewohnt sind. „Dieser Baum ist schon außergewöhnlich“, sind sie sich einig.

Aber dieses Mal werden von den Experten auch Wälder besucht, die eigentlich Neulinge in Deutschland sind. „Wir haben sehr gute Waldbestände aus Hemlocktanne, Coloradotanne und Mammutbaum, die bereits seit einigen Jahrzehnten hier wachsen und sich als sehr vital erwiesen haben. In Zeiten der Klimaerwärmung sollten wir diesen Baumarten Beachtung schenken, falls unsere etablierten Arten Schwierigkeiten bekommen“, so Peter Wollborn, Abteilungsleiter für Waldbau bei den Niedersächsischen Landesforsten.

Mit der Auszeichnung von neun Wäldern als „Sonderherkunft“ zeigen sich die Kommissionsmitglieder über ihre diesjährige Ausbeute sehr zufrieden: „Diese neuen Sonderherkünfte sind ein weiterer Baustein für den Aufbau standortgerechter und klimatoleranter Wälder“, sind sie sich sicher.

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