„Samtpfoten im Wald“

NABU-Fahrradtour auf den Spuren der Wildkatze

„Samtpfoten im Wald“

Man könnte sie fast für ein Phantom halten, denn selbst Experten bekommen sie kaum zu Gesicht. Geräuschlos und nahezu unsichtbar schleichen sie durch das Unterholz reich strukturierter Mischwälder, gehen in der Dämmerung am Waldessaum und auf Lichtungen auf Mäusejagd: Die europäische Wildkatze, die in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert durch gnadenlose Verfolgung nahezu ausgerottet wurde, kehrt auf Samtpfoten in ihre Heimat zurück. Dank intensiver Schutzmaßnahmen leben deutschlandweit schätzungsweise wieder 5.000 bis 10.000 der scheuen Jäger, die in Niedersachsen zunächst den Harz und die dicht bewaldeten Mittelgebirgszüge des Weserberglandes besiedelt haben, inzwischen aber auch vereinzelt im Flachland festgestellt wurden. So konnten 2017/2018 im Rahmen einer vom BUND durchgeführten Wildkatzenerfassung erste Nachweise nordöstlich von Bispingen und südlich von Hedern und Rethem erbracht werden.

Der Naturschutzbund Heidekreis (NABU) möchte daher am Sonntag, dem 12. Juli, allen Interessierten Gelegenheit bieten, sich auf einer fünfstündigen Fahrradtour durch die dünnbesiedelte Natur- und Kulturlandschaft südlich des Allerstädtchens Rechtem auf die Spur der Wildkatze zu begeben. Vom Treffpunkt auf dem Parkplatz am Burghof in Rethem, Lange Straße 4, geht es um 11 Uhr auf einen rund 35 Kilometer langen Rundkurs durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit ausgedehnten Kieferforsten, Moorbirken- und Mischwäldern, Wiesen und Weiden, erlengesäumten Bächen und stillen Moortümpeln.

Bei mehreren Zwischenstopps erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über die Lebensweise der heimlichen Waldbewohner, lernen die Unterscheidungsmerkmale zwischen Wild- und Hauskatzen kennen und bekommen einen Einblick in die Gefährdung und den Schutz der stark gefährdeten Tierart. Die Exkursion ist für NABU- und BUND-Mitglieder kostenlos, von Nicht-Mitgliedern wird eine Gebühr erhoben. Infos gibt es bei Dr. Antje Oldenburg, Ruf (05164) 801113.

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