Diskussion mit Umweltministerin Schulze

Klingbeil lud zahlreiche Akteure nach Rotenburg ein

Diskussion mit Umweltministerin Schulze

Rund 30 Akteurinnen und Akteure aus der Kommunalpolitik, Verbänden und Initiativen aus den Landkreisen Heidekreis und Rotenburg haben im Rotenburger Rathaus mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil aus Munster über lokale Themen wie die Erdgasförderung oder Wölfe diskutiert. Klingbeil hatte zu dem Austausch eingeladen, um ein Verständnis für die unterschiedlichen Positionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu entwickeln.

„Mir war wichtig, dass alle miteinander ins Gespräch kommen, denn nur gemeinsam kommen wir zu Lösungen“, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Neben Vertretern der Kommunen und von Aktionsbündnissen waren auch Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort, um mit Schulze und Klingbeil über die Erdgasförderung zu sprechen. Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle berichtete der Runde, dass das Risiko durch verschmutztes Lagerstättenwasser immer größer werde und die Verpressbohrstellen an falschen und ungeeigneten Stellen seien. Er stellte die Frage, wann die Förderung insgesamt in Frage gestellt werden würde. Viele andere Rednerinnen und Redner schlossen sich dem an und merkten an, dass das aktuelle Bergrecht überholt sei.

Klingbeil sagte zu, sich für eine Reform des Bergrechtes einzusetzen und erhielt dabei Unterstützung der Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Sie führte Wasserstoff als eine gesündere und grünere Alternative zu Gas ins Feld. Klingbeil und Schulze betonten darüber hinaus, dass eine Aufklärung der gesundheitlichen Risiken in der Nähe von Erdgasförderstellen Priorität haben müsse.

Mit dem Wolf stand ein weiteres für die Region wichtiges Thema auf der Agenda, zu dem die Wolfsberater aus dem Landkreis Rotenburg und dem Heidekreis eine Einführung gaben. Der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbands Lüneburger Heide, Jochen Oestmann, berichtete von der Genehmigungsdauer für den Herdenschutz von acht bis zwölf Wochen. Außerdem ging es darum, dass Herdenschutz in manchen Gebieten, wie etwa der Heide, schwierig sei. Schulze machte in Rotenburg nochmals deutlich, dass sie sich für eine Weidetierprämie einsetze. Klingbeil betonte, dass die Erfahrungen mit dem Wolf in der Region auch bei zukünftigen politischen Entscheidungen eine Rolle spielen müssen.

Ein Thema, das derzeit bundesweit große Aufmerksamkeit erfährt und auch für die Region wichtig ist, ist Landwirtschaft. Klingbeil hatte hierzu Vertreterinnen und Vertreter des Landvolks, von „Land schafft Verbindung“ und „Fridays for Future“ eingeladen. Das Glyphosatverbot diskutierte die Runde ebenso wie die von der EU geforderte Senkung der Nitratwerte. Vor allem das Messstellennetz stand im Fokus der Diskussion in Rotenburg.

„Wir alle sind uns einig: wir wollen die heimische Landwirtschaft stärken und das Klima und unsere Umwelt schützen“, so Klingbeil. Er versicherte den Vertretern der örtlichen Landwirtschaft, dass er sich weiterhin dafür einsetzten werde, dass die anstehenden Entscheidungen die heimische Landwirtschaft nicht zu stark belasten.

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