Wehren üben gemeinsam

Fachzug „Messen und Spüren“ aus dem Heidekreis nach Scharnebeck

Wehren üben gemeinsam

Am 17. Mai trafen sich der ABC-Zug Lüneburg aus dem Landkreis Lüneburg und der Fachzug „Messen und Spüren“ aus dem Heidekreis zu einer Wochenend-übung in der FTZ (Feuerwehr-Technischen-Zentrale) in Scharnebeck.

Um 18 Uhr setzte sich der Verband aus neun Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften mit Blaulicht und Signaleinrichtung über Lauenburg an der Elbe in Richtung Neuhaus in Bewegung. In Zeetze hatte die Gefahrgutgruppe aus dem Amt Neuhaus eine Gefahrgutlage ausgearbeitet. Dort, so das Übungsszenario, war es in einer Agrargenossenschaft mit Werkstatt zu einem Brand gekommen. Die Freiwillige Feuerwehr Zeetze konnte den Brand bereits unter Kontrolle bringen und hatte den ABC-Zug Lüneburg zur Unterstützung angefordert, da sich in diesem Objekt 3.000 Kubikmeter Düngemittel und zirka 1.000 Liter Pestizide befanden und Feuerwehrleute über Atemwegsreizungen klagten.

Der Lüneburger ABC-Zugführer Daniel Weber setzte die beiden ABC-Erkundungskraftwagen aus den Landkreisen Lüneburg und Heidekreis zur Gefahrstoffüberwachung in der Ortschaft ein und ließ einen Dekontaminationsplatz errichten, um die in Chemiekalienschutzanzügen (CSA) eingesetzten Kräfte zu reinigen.

Nach der Abarbeitung der Gefahrenlageging es ins Nachtquartier. Die Abendverpflegung mit „Lagerfeuer“ gab es auf dem Schulhof im Amt Neuhaus. Die Nacht verbrachten rund 30 Kameradinnen und Kameraden in den Klassenzimmern, bevor es am nächsten Morgen weiterging.

Mit der Autofähre wurden alle Feuerwehrfahrzeuge über die Elbe nach Bleckede übergesetzt. Dieses Mal befand sich der Übunseinsatzort auf der Museumseisenbahn bei der Ortschaft Neetze: Ein Triebwagen der Bleckeder Kleinbahn war auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Pkw kollidiert, der radioaktives Material geladen hatte.

Das Kraftfahrzeug wurde nach dem Aufprall mehrere hundert Meter weit über die Schienen mitgeschleift. In dem Zug befanden sich noch 20 Fahrgäste und im Pkw waren zwei Personen eingeklemmt.

Jetzt mußten sich die Spezialkräfte mit der Strahlenschutz-Sonderausrüstung zum Schienenfahrzeug begeben, die zum Teil verletzten Personen aus dem Zug befreien und über Leitern und mit Rettungstragen in Sicherheit bringen. An der Absperrgrenze wurde ein Dekontaminationsplatz errichtet. Ein Trupp überprüfte am Eingang alle Personen mit einem Kontaminationsnachweisgerät auf eine eventuelle Kontamination durch radioaktive Partikel, bevor diese dann vom Rettungsdienst übernommen und versorgt werden konnten.

Die Freiwillige Feuerwehr Neetze befreite unterdessen die beiden eingeklemmten Personen mit schwerem Gerät aus dem Pkw. Hierzu mußte die Beifahrertür mit der Rettungsschere geöffnet und das Dach vom Auto entfernt werden.

Nach Übungsende trafen sich alle Einheiten wieder in der FTZ Scharnebeck. Dort wartete nicht nur das Mittagessen, sondern auch lobende Worte des ABC-Zugführers Daniel Weber für die erfolgreiche Arbeit aller Einsatzkräfte.

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