20 Jahre voller „Herz, Haltung und Hoffnung“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

„De Hun’nenhoff“ in Schneverdingen feiert am 9. August „runden Geburtstag“ mit Hoffest für alle Interessierten und buntem Programm

20 Jahre voller „Herz, Haltung und Hoffnung“

Gleich drei Gründe zum Feiern hat das Team der Stiftung und der Einrichtung „De Hun’nenhoff“ in Schneverdingen: Gründerin Dr. Usha Peters wurde in diesem Monat für ihr jahrzehntelanges Engagement im Bereich des Tierschutzes mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zudem feiert die gemeinnützige Organisation ihr 20-jähriges Bestehen, und der Hof ist seit nunmehr zehn Jahren an seinem Standort zu finden. Am 9. August steht deshalb von 10 bis 17 Uhr ein großes Hoffest auf dem Programm, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Auf Besucherinnen und Besucher wartet auf dem Gelände in der Reimerdinger Straße 50 unter dem Motto „Zwei Jahrzehnte Herz, Haltung und Hoffnung“ ein abwechslungsreiches Programm mit Modenschau für Mensch und Hund, Besuch der Heidekönigin, Verlosung, Informations- und Verkaufsständen rund um Tiere und Tierschutz, Spielen für Kinder sowie als Leckerli interessanten Fachvorträgen.

„Was vor 20 Jahren mit einer Vision begann, ist heute ein besonderer Ort in der Lüneburger Heide geworden: ein Lebenshof für Tiere, die sonst kaum noch eine Chance gehabt hätten. Hunde im Rolli, alte Seelen, sensible Charaktere – sie alle haben hier nicht nur ein Dach über dem Kopf gefunden, sondern Würde, Fürsorge und Sicherheit“, unterstreicht das Team des Hundehofes in der Einladung zum fröhlichen Fest.

Insbesondere kümmern sich die Tierfreunde um Hunde mit körperlichen Behinderungen. „Dank individuell angepasster Rollwagen können viele unserer Schützlinge wieder laufen, spielen und ihr Leben in vollen Zügen genießen“, heißt es auf der Internetseite der Einrichtung. Darüber hinaus unterstützt das Team gern Halterinnen und Halter gehandicapter Hunde mit Rehabilitationsangeboten und hilft Herrchen und Frauchen bei Bedarf dabei, den passenden Rollwagen für ihren Liebling zu finden.

Einige der aufgenommenen Hunde wurden misshandelt, sind krank oder haben gelähmte Beine. Auf dem „Hun’nenhoff“ bekommen sie Physiotherapie und eine „anschnallbare ­Hilfe“, mit der sie wieder über Stock und Stein rennen beziehungsweise rollen können. Das „Gassi-Gehen“ übernehmen dabei zahlreiche Ehrenamtliche.

Angefangen hat alles im Jahr 2005. Weil niemand die Hündin Lia, wegen ihrer amputierten Hinterbeine gehandicapt, bei sich aufnehmen wollte, sprang Dr. Usha Peters damals kurzerhand in die Bresche. Dank einer eigens angefertigten Konstruktion konnte sich das Tier nach längerer Eingewöhnungsphase wieder eigenständig fortbewegen. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten flitzte Lia mit dem individuell angepassten Rollwagen stundenlang mit mir querfeldein durch Wald und Wiesen und unterschied sich kaum von einem anderen Hund. Durch Lia verlor ich die Angst vor dem Umgang mit einem gehandicapten Hund“, berichtet Peters. Diese Erfolgsgeschichte machte schnell die Runde. Es folgten zunehmend Anfragen, ob sich Peters womöglich auch um weitere Hunde mit Behinderungen kümmern könne. Und so machte sie sich Gedanken, wie sie diese Herausforderung neben ihrem Beruf als Ärztin wohl in die Tat umsetzen könnte. Die Synapsen arbeiteten wohl im Glasfasermodus, denn schnell war die Idee „De Hun’nenhoff“ geboren. „Unterstützt wurde ich durch den Hundetrainer Tom Bode, der mit seinem Wissen über Verhalten und Training von Hunden viel zu einer artgerechten und entspannten Haltung der Schützlinge beitrug und mit mir 2018 gemeinsam die Stiftung ‚De Hun’nenhoff‘ gründete“, so Peters.

Zunächst kümmerte sie sich quasi im Alleingang um die Tiere. Daraus entwickelte sich dann allerdings eine professionelle Anlaufstation für die sogenannten Rollihunde. Seit 2016 ist der „Hun’nenhoff“ auf dem Areal bei Schneverdingen ansässig. Auf der rund 50.000 Quadratmeter großen Anlage kümmern sich derzeit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie circa 35 Ehrenamtliche um die Tiere. Und das sind nicht nur Hunde, sondern unter anderem auch Katzen, Pferde, Schafe, Hühner und Gänse.

Im Mittelpunkt stehen jedoch nach wie vor die Rollihunde, von denen aktuell um die 30 auf dem Hof ein Zuhause gefunden haben.

Für ihre Arbeit wurde die Einrichtung „De Hun’nenhoff“ bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Rahmen einer Feierstunde durch Landrat Jens Grote an die Gründerin war jüngst quasi die Kirsche auf der Sahnetorte. Die Geehrte selbst betont, dass sie die Auszeichnung stellvertretend für das gesamte Team des Hofes und sämtliche Unterstützerinnen und Unterstützer, darunter auch Tierärztinnen und -ärzte, entgegengenommen habe. Sie, die Hofleiterinnen Saskia Wicke und Ramona Klein sowie alle anderen, die sich auf dem Hof für Tiere engagieren, freuen sich nun auf das Hoffest am 9. August und richten sich an alle Interessierten: „Lernen Sie unsere außergewöhnlichen Fellnasen kennen und erleben Sie aus nächster Nähe, wie Lebensfreude, Fürsorge und Inklusion auf vier Pfoten aussehen. Zwischen Hundeausläufen, Pferdeweiden und den weiten Feldern der Heide öffnen wir unsere Tore für alle, die unseren Weg begleitet haben – und für alle, die ihn kennenlernen möchten. Es wird Führungen geben, persönliche Einblicke in unsere Arbeit, Begegnungen mit unseren besonderen Hunden und viele Gespräche über das, was Tierschutz wirklich bedeutet: Verantwortung übernehmen, auch wenn es schwer wird.“

Leicht ist das Ganze tatsächlich nicht, zumal sich „De Hun’nenhoff“ größtenteils aus Spenden finanziert. Von ehrenamtlichem Engagement und Sachspenden allein können Tierarztkosten, Physiotherapie, Strom, Wasser, Heizung oder auch Lohnkosten nicht bezahlt werden. Und die umsorgten Tiere benötigen jeden Tag Zuwendung – unabhängig davon, ob gerade Spenden eingehen oder nicht. Tierarztkosten entstünden nicht gelegentlich, „sondern oft unerwartet und in hoher Frequenz. Spezialfutter, Medikamente und Physiotherapie sind für viele unserer Hunde überlebenswichtig“, heißt es auf der Internetseite des Hofes.

Die Bereiche Pflege, Betreuung und Unterbringung verursachten kontinuierlich hohe Kosten. „Es ist eine schwierige Zeit. Alles wird teurer, die Tierarztkosten, das Futter, die Energie“, berichtet die Hofleitung.

Große Bedeutung komme in diesem Zusammenhang dem Förderverein der Stiftung „De Hu’nenhoff“ zu. Dieser mache es als Ausrichter und Hauptsponsor überhaupt erst möglich, das Hoffest am 9. August in dieser Größenordnung feiern zu können. Dessen 1. Vorsitzender Stefan Maus wird um 11 Uhr mit von der Partie sein und das Hoffest gemeinsam mit der Stiftungsgründerin und der Hofleitung feierlich eröffnen.

Das gesamte Festprogramm ist auf der Internetseite https://de-hunnenhoff.de zu finden.

Wichtig: Zum Schutz der Tiere auf dem Hof ist das Mitbringen eigener Hunde auf das Gelände nicht gestattet.