23.000 Euro für „Heidezauber“

Schneverdinger Kulturverein erhält EU-Fördermittel für Großveranstaltung im Oktober

23.000 Euro für „Heidezauber“

Über erhebliche Fördermittel freut sich der Schneverdinger Kulturverein als Veranstalter des „Heidezaubers“. Stolze 23.000 Euro erhalten die engagierten Initiatoren der Veranstaltung aus dem „Leader“-Fördermitteltopf der Europäischen Union. „Das ist der größte Einzelbetrag, den der Kulturverein jemals erhalten hat. Und das war fundamental wichtig. Ohne diese Förderung hätte die Veranstaltung wohl nicht stattfinden können“, betonte Organisator Hartmut Fach vom Kulturverein am vergangenen Donnerstag am Schafstall am Heidegarten. Dort fanden sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, des Landkreises, der Naturparkregion Lüneburger Heide, des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg sowie des Kulturvereins zur symbolischen Übergabe der Fördergelder ein.

Nach den Regengüssen am Vormittag ließ sich pünktlich zum Termin am Schafstall in Sichtweite zur blühenden Heide die Sonne blicken, so dass das Pressegespräch zur Freude aller Beteiligten im Freien über die Bühne gehen konnte - und zwar dort, wo auch die „Heidezauber“-Veranstaltung vom 2. bis 6. Oktober an fünf Abenden wieder Besucher aus nah und fern begeistern soll, diesmal unter der Überschrift „Die große Reise“.

Hartmut Fach als Koordinator der Arbeitsgruppen des Kulturvereins, die sich seit Monaten mit der Organisation der Großveranstaltung befassen, stellte bei dieser Gelegenheit noch einmal kurz das Konzept vor. „Wir haben das Programm erweitert, ein größeres Gelände und auch mehr Aktivitäten als bei der Premiere vor drei Jahren“, so Fach.

Hauptattraktionen seien auch in diesem Jahr die Licht- und Klanginstallationen des Forums „InterArt“ um Regisseur Wolfram Lenssen an zwölf Spielorten in der Natur sowie das viermal je Abend aufgeführte Theaterstück der Calluna-Bühne. Darüber hinaus werde es aber noch weitaus mehr zu entdecken und zu erleben geben: „Diesmal werden auch Walk-acts auf dem Gelände unterwegs sein - Riesenschmetterlinge, Elfen und Trolle.“ Und mit dem Programm „Tiere auf der Reise“ biete die Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz ein pädagogisches Programm für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren an. Geführte Nachtwanderungen und ein Fotowettbewerb rundeten das Programm ab. Nicht zu vergessen die den „Heidezauber“ flankierenden Veranstaltungen an verschiedenen Orten in der Stadt - von der musikalischen Lesung „Der kleine Prinz“ bis hin zum Jazzkonzert. Bereits im Jahr 2016 seien Besucher aus Städten wie Celle, Lüneburg und Hamburg in die Heideblütenstadt gereist. „Mit unserem Rahmenprogramm wollen wir die Leute möglichst dazu bewegen, mindestens eine Nacht oder auch zwei Nächte in der Stadt zu bleiben“, erläuterte Fach. Dazu dienten auch vor- und nachmittags angebotene Führungen durch das Camp Reinsehlen, das Pietzmoor und durch den Höpen. „Wir sind sehr froh, dass uns die Stadt hier unterstützt“, unterstrich der Organisator.

Apropos Unterstützung: „So ein Projekt kostet natürlich eine Menge Geld. Und wir können so eine Großveranstaltung nur organisieren, wenn wir Planungssicherheit haben. Für die diesjährige Veranstaltung waren allerdings Zuwendungen in Höhe von 50.000 Euro notwendig - und das geht nur über überregionale Förderprogramme. Deshalb haben wir beim Naturpark Lüneburger Heide angeklopft und mit Hanna Fenske eine kompertente Ansprechpartnerin gefunden, die uns zielsicher durch den Antragsdschungel geführt hat.“ Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Naturparkregion Lüneburger Heide ist Initiatorin und Trägerin des hiesigen Leader-Prozesses. Deren Vorsitzender Olaf Muus: „Die LAG hat den Antrag des Kulturvereins Schneverdingen geprüft und war einstimmig der Meinung, dass dieses Projekt förderfähig ist.“ Das Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg habe das Ganze noch einmal mit den Richtlinien abgeglichen und grünes Licht gegeben. Die Veranstaltung „Heidezauber“ zeige, so Muus, „dass unsere Region nicht nur aus Heideblüte besteht. Die ist nur das i-Tüpfelchen - und das wird mit diesem Projekt unterstrichen.“ Zudem sei eine Kulturveranstaltung dieser Größenordnung ein verbindendes Element in der gesamten Naturparkregion. „Kein Kirchturmdenken, sondern gemeinsam“ laute das Motto. Ferner verlängere die Veranstaltung quasi die Hauptsaison, wovon touristische Anbieter profitieren könnten. „Das Projekt passt sehr gut in den sanften Tourismus. Der ‚Heidezauber‘ gewährt einen Zugung zur Heidelandschaft über Kunst und Natur“, betonte Hanna Fenske. Torben Braun vom Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg erklärte, dass die Förderung kultureller Veranstaltungen mit Leader-Mitteln eher die Ausnahme sei, zumal überwiegend Anträge zur finanziellen Unterstützung von Infrastrukturprojekten auf den Amtstischen landeten.

„Für die Stadt und die Region ist das eine herausragende Veranstaltung“, hob Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens hervor. Eine über fünf Abende laufende Veranstaltung dieser Größenordnung könne aber nur auf die Beine gestellt werden, „wenn alle an einem Strang ziehen.“ So seien Bauhofmitarbeiter ebenso auf den Beinen wie zahlreiche Ehrenamtliche: „Da müssen schon alle Hand in Hand arbeiten.“ Bemerkenswert sei, dass die Veranstaltung trotz - laut Richtlinien - eigentlich zu hoher Einwohnerzahl förderfähig sei, „weil es sich um ein Projekt mit überregionaler Bedeutung handelt.“

Ein großes Lob richtete die Bürgermeisterin in diesem Zusammenhang an den Kulturverein: „Das ist schon alles stabsmäßig durchorganisiert, aber anders geht es auch nicht.“ Dr. Carsten Bargmann, Vorsitzender des Kulturvereins, gab das Lob an die Mitglieder weiter, die in verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Vorbereitungen beschäftigt seien. „Die Planungen fangen ein- bis eineinhalb Jahre vorher an. Das ist schon sehr viel Arbeit.“

Und die ist noch lange nicht beendet, denn die Vorbereitungen gehen nun so langsam in die heiße Phase. Unter anderem will auch fleißig die Werbetrommel gerührt werden, damit der zweite „Heidezauber“ auch in Sachen Besucherzahlen ein Erfolg wird. „Unter anderem machen wir auch Radiowerbung über zwei Sender“, berichtete Fach. Alle Infos, auch über das Begleitprogramm und den Kartenvorverkauf, gibt es im Internet unter www.heidezauber.hk.

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