Aller guten Dinge sind drei

„Kirchen und Kino“: Macher präsentieren das neue Programm / Acht Filme

Aller guten Dinge sind drei

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Insofern passt es, dass der „Kirchen und Kino“-Flyer in leuchtenden Grün-Tönen daher kommt. Ist es doch bereits der dritte Versuch in Schneverdingen, besagte Filmreihe im Lichtspielhaus in der KulturStellmacherei zu etablieren. Dass es diesmal klappt, hoffen alle Beteiligten - auch weil aller guten Dinge drei sind. Vertreter des Vereins „LichtSpiel“, der beteiligten Kirchen und der Kreissparkasse Soltau waren ins Kino gekommen, um das „Kirchen und Kino“-Programm vorzustellen. Acht Filme beinhaltet die Reihe, los geht’s am kommenden Montag, dem 13. September, mit dem Film „Undine“.

„Mit dem entsprechenden Hygienekonzept können wir zurzeit 28 Plätze anbieten“, berichtet Ulrich von der Heide. Gemeinsam mit Werner Mader - beide gehören dem Vorstand des Vereins LichtSpiel an - präsentiert er Programm und Flyer und hebt dabei hervor, dass es sich um preisgekrönte Filme handele. Und dass das Kino jetzt über eine moderne Frischluftanlage verfüge: Die könne sowohl heizen als auch kühlen, vor allem aber sorge sie dafür, dass nun der Kinobetrieb überhaupt wieder möglich sei (HK berichtete). Man erinnere sich: Nach Schließung des Dersa-Kinos in Soltau wurde die zweite Hälfte der „Kirchen und Kino“-Reihe 2019/20 im Schneverdinger Kino LichtSpiel fortgesetzt. Infolge des Lockdowns gab es jedoch nur im Januar und Februar Aufführungen, die beiden für März und April geplanten Filmvorführungen entfielen. Als dann die Soltauer Kirchengemeinden entschieden, die Reihe nicht weiter fortzusetzen, nahm das Kinoteam Kontakt zu den Schneverdinger Kirchengemeinden auf. Mit Erfolg: Die örtlichen Gemeinden beschlossen, ab Staffel 2020/21 mit dabei zu sein. Coronabedingt fanden die ersten Vorführungen nicht im Kinosaal, sondern im Gemeindehaus der Gemeinde Peter und Paul beziehungsweise in der Aula der Grundschule am Osterwald statt, bevor der nächste Lockdown kam und erneut gar nichts mehr ging.

Nun also geht’s in den dritten Anlauf. Für den sollten sich Filmfans die folgenden Montagabende - Beginn jeweils um 19 Uhr - im Kalender anstreichen:

• 13. September: An diesem Abend läuft „Undine“, in dem Film geht es um eine junge Stadthistorikerin, die von ihrem Freund verlassen und daraufhin vom Fluch des alten Wasserfrau-Undine-Mythos eingeholt wird. Doch statt den Mann zu töten, der sie verraten hat, verliebt sie sich aufs Neue.

• 11. Oktober: Mit „Yalda“ kommt eine Produktion zur Aufführung, in der eine wegen Mordes verurteilte Frau der Todesstrafe entkommen kann, wenn sie in einer Fernsehsendung ein Millionenpublikum dazu bewegt, ihr zu verzeihen. Eine Tragödie um Schuld, Vergebung und Einschaltquoten im Stil eines Thrillers.

• 8. November: Zeit für „Corpus Christi“, ein Drama um einen jungen Mann, der nach seiner Haftentlassung in die Rolle eines polnischen Dorfpfarrers schlüpft und Gutes bewirkt, weil er mit einer Tragödie in der Gemeinde auf unkonventionelle Weise umgeht.

• 13. Dezember: „Niemals Selten Manchmal Immer“ steht auf dem Programm, in dem Film geht es um zwei Teenager, die vom Land nach New York reisen, um eine ungewollte Schwangerschaft ohne elterliche Zustimmung beenden zu können. Dieser Film ist gleichermaßen Abtreibungsdrama, Road Movie als auch Coming-of-Age-Geschichte.

• 10. Januar: Ins neue Jahr geht es mit „Der Rausch“. Vier Lehrer brechen aus ihrem Trott aus, indem sie ihre Trinkfestigkeit bei einem pseudowissenschaftlichen Experiment überprüfen. Plötzlich bekommt ihr Leben neuen Schwung. Zwischen Euphorie und motorischen Einschränkungen hält die dramatische Komödie ein mulmiges Gleichgewicht: Kann man den Rausch feiern, ohne ihn zu entschuldigen?

• 14. Februar: „Ich bin dein Mensch“ heißt es an diesem Abend. Eine Anthropologin will an Fördermittel für ihre Studien kommen, weshalb sie sich zur Teilnahme an einem Experiment bereit erklärt: Drei Wochen lang lebt sie mit einem humanoiden Roboter zusammen. Eine Tragikomödie, die Vorstellungen von Liebe und Sehnsucht auslotet und fragt, was den Menschen ausmacht.

• 14. März: Zwischen Doku, Spielfilm und politischer Aktionskunst inszeniert „Das Neue Evangelium“ eine moderne Geschichte eines schwarzen Jesus mit radikal aktuellen Bezügen.

• 11. April: Ganz besonders empfiehlt „LichtSpiel-Vorstand“ Ulrich von der Heide den Oscar-prämierten Film „Nomadland“. Nach dem Verlust ihres Jobs macht sich eine 60-jährige Witwe im Kleinbus auf eine Reise durch den Südwesten der USA. Sie trifft auf andere Nomaden und Nomadinnen sowie eine Gegenkultur, die von Unabhängigkeit und Freiheit träumt.

„Kirchen und Kino“ ist eine ökumenische Filmreihe. Die Filme werden in zehn niedersächsischen Kinos sowie in 15 westfälischen Lichtspielhäusern gezeigt. Evangelische und katholische Filmarbeit erstellen laut Werner Mader zunächst eine Auswahlliste, die teilnehmenden Kinobetreiber teilten daraufhin mit, welche der auf der Liste stehenden Filme sie empfehlen können. Die Filme, die die meisten Stimmen erhielten, kämen schließlich ins „Kirchen und Kino“-Programm. Partnergemeinden aus Schneverdingen sind die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Peter und Paul, die evangelisch-lutherische Markusgemeinde und die Friedenskirchengemeinde Heber, die katholische Pfarrgemeinde St. Marien, die Christuskirchen-Gemeinde, die Johannes-Gemeinde sowie die freie evangelische Gemeinde. Gefördert wird das Projekt durch die Kreissparkasse Soltau.

(maa)

Logo