Apotheken bleiben wichtig

Büttinghaus im Gespräch mit Pharmazeut Eimer

Apotheken bleiben wichtig

Auch wenn derzeit noch kein Kraut gegen Covid-19 gewachsen ist, sind doch die Apotheken gerade auch in der Corona-Krise und natürlich in der Erkältungszeit wichtige Anlaufstellen. Gleichzeitig müssen immer mehr Pharmazeuten ihren Laden dichtmachen. Ein Phänomen, das schon seit mehreren Jahren in der Diskussion ist. Vor diesem Hintergrund hat Johannes Eimer von der Schneverdinger Stadtapotheke das Gespräch mit dem hiesigen CDU-Bundestagskandidaten Carsten Büttinghaus gesucht.

Der wachsende Onlinehandel und die Nachwuchssorgen stellten die Apotheker auf dem Land unter gehörigen Druck, so Eimer: „Amazon steigt nun in großem Maße in den Vertrieb von Medikamenten ein und kann diese als Billigware verkaufen, da die persönliche Beratung, die Ladenmiete und auch eine gewisse Qualitätsprüfung wegfallen. Das wird verheerende Auswirkungen auf die gesamte Apothekenstruktur haben“, zeigt sich der Apotheker besorgt. Selbst Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei mit seinem „Vor-­Ort-Apotheken-Gesetz“ für fairen Wettbewerb zwischen dem Laden- und Versandverkauf schon vor zwei Jahren auf EU-Ebene gescheitert. Erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sei Brüssel wieder gesprächsbereiter. Jedoch blieben Zweifel, ob sich das Rabattverbot für Online-Apotheken mit dem Europarecht so einfach vereinbaren lasse.

Auch Büttinghaus kennt das Problem: „Die Frage ist doch, warum sollten Apotheken nicht einfach plattgemacht werden? Was will der Verbraucher, die Verbraucherin? Vertrauen.“ Der Mehrwert liege in der verlässlichen Qualitätskontrolle. „Auch die fachmännische Beratung vor allem für ältere oder schwerer erkrankte Menschen ist von erheblicher Bedeutung“, so Büttinghaus. Oftmals habe der Apotheker vor Ort die gesamte Medikamentenliste im Blick: „Manchmal ergeben sich Auffälligkeiten, die dann kurz mit dem verschreibenden Arzt besprochen werden können,“ ergänzt Pharmazeut Eimer.

Auch ein zusätzlicher Service wie Ernährungsberatung, Lichtwellentherapien oder Patientenfortbildungen durch Gesprächsrunden könnten die Kundenbindung in Zukunft verbessern.

Realistischerweise gibt Büttinghaus jedoch zu bedenken: „Wir werden die fortschreitende Digitalisierung auch nicht vor den Apotheken aufhalten können.“ Diese Veränderung sehen Eimer und Büttinghaus aber durchaus auch als Chance: „ Es ist an der Zeit, dass wir in unserer Region unseren Versorgungsauftrag optimieren, der flächendeckend in den ländlichen Regionen stattfinden muss. In diesem Zusammenhang können Ärzte mit ihren Apothekern vor Ort neue, dynamischere Organisationsformen entwickeln.“ Nur eines könne die Digitalisierung natürlich nicht ersetzen: Die soziale Nähe, das vertraute Gespräch.

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