Azubis und Betriebe ehren

Auch Mehrheitsgruppe SPD/Grüne im Schneverdinger Stadtrat stellt Antrag

Azubis und Betriebe ehren

Einen Antrag zur Ehrung von Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben durch die Stadt Schneverdingen mit der Bitte um Beratung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtmarketing (Wirtschaftsausschuss), die am 15. April auf dem Plan steht, hat die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne im Schneverdinger Stadtrat gestellt.

Darin heißt es: „Die Stadt Schneverdingen ehrt Bürgerinnen und Bürger für besondere Leistungen und Engagement. Hierzu gehört ebenso die Ehrung von sportlichen, aber auch besonderen schulischen Leistungen. Bisher werden jedoch die herausragenden Leistungen, die von Auszubildenden und ihren Ausbildungsbetrieben erbracht werden, nicht gesondert durch die Stadt gewürdigt. Dies sollte nach Ansicht der Gruppe SPD/Grüne mit diesem Antrag geändert werden. Es geht uns um die Würdigung sehr guter beruflicher Leistungen von Auszubildenen und die Ausbildungserfolge ortsansässiger Betriebe. Außerdem soll eine positive Darstellung des Ausbildungsstandortes Schneverdingen erfolgen.“

Die Gruppe SPD/Grüne beantrage deshalb, so deren Sprecher Rolf Weinreich (SPD) und stellvertretender Gruppensprecher Markus Neuefeind (Bündnis 90/Die Grünen), „dass Auszubildende, die im Bereich der Stadt Schneverdingen leben oder ausgebildet werden und ortsansässige Ausbildungsbetriebe für besondere Leistungen in der Ausbildung von der Stadt Schneverdingen geehrt werden.“

Die Mehrheitsgruppe schlägt nun ein „aus unserer Sicht praxistaugliches und für die Stadtverwaltung durchführbares Verfahren“ vor, das mehrere Punkte umfasst:

1. Geehrt werden Auszubildende und deren Ausbildungsbetriebe mit einer Abschlussnote besser als eine 2,0 im Gesamtergebnis der Lehrabschluss-Prüfung.

2. Die zu Ehrenden werden im „Windhundverfahren“ nach Notendurchschnitt ermittelt.

3. Die Anzahl der zu Ehrenden ist begrenzt auf maximal fünf Personen sowie fünf Ausbildungsbetriebe.

4. Betrachtet wird ein Ausbildungsabschluss im Zeitraum vom 1. Juli des Vorjahres bis zum 30. Juni des aktuellen Jahres.

5. Die zu ehrenden Auszubildenden/Ausbildungsbetriebe werden von den Betrieben selbst, vom HGV Schneverdingen oder von den Innungen/Kammern vorgeschlagen.

6. Eine gesonderte Abfrage bei den Betrieben/Unternehmen durch die Stadt Schneverdingen erfolgt nicht.

7. Für den Antrag auf Ehrung wird ein einfaches Formblatt entwickelt, das auf der Homepage der Stadt Schneverdingen veröffentlicht oder im Rathaus zur Verfügung gestellt wird.

8. Das Formblatt wird von den Vorschlagenden ausgefüllt und bei der Stadt Schneverdingen bis zum 15. August des aktuellen Jahres per Post oder per Mail eingereicht.

9. Eine Aufarbeitung der eingereichten Vorschläge erfolgt durch die Stadtverwaltung, vorzugsweise im Bereich Wirtschaftsförderung.

10. Die Beschlussfassung erfolgt, nach Vorbereitung durch eine nicht öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtmarketing (Wirtschaftsausschuss), durch den Verwaltungsausschuss (analog der Sportlerehrung).

11. Die Ehrung wird im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtmarketing (Wirtschaftsausschuss) durch den/die Bürgermeister/Bürgermeisterin vorgenommen.

12. Die zu Ehrenden erhalten eine entsprechend lautende Urkunde und ein kleines angemessenes Präsent.

Mit ihrem Antrag betritt die Mehrheitsgruppe keinesfalls Neuland. Das Ganze ist schön länger Thema, zumal die Gruppe Liberale Schneverdinger Wähler (LSW) im Stadtrat bereits am 27. Oktober 2019 zum Haushalt 2020 einen Änderungsantrag auf Ehrung von ausgezeichneten Auszubildenden in handwerklichen Berufen und deren Ausbildungsbetrieben gestellt hatte. Dieser LSW-Antrag wurde am 13. November 2019 im Wirtschaftsausschuss mehrheitlich abgelehnt. Im Verwaltungsausschuss zwölf Tage später wurde der Antrag zum Haushalt 2020 dann nicht erneut gestellt, zumal das Thema im Zuge des Cittaslow-Prozesses behandelt werden sollte. Das passierte jedoch nicht, da die entsprechenden Arbeitskreise wegen der Corona-Pandemie nicht tagen konnten. Und so forderte die Gruppe LSW am 24. Januar dieses Jahres erneut per Antrag, dass die Stadt Schneverdingen Auszubildende, die ihre Ausbildung mit hervorragenden Leistungen abgeschlossen haben und dafür von ihrer jeweiligen Berufsorganisation, zum Beispiel Innung, ausgezeichnet worden sind, ebenso ehrt, wie die Schneverdinger Betriebe, in denen diese ausgebildet worden sind. Neben einer Anerkennung der Leistungen sei es das Ziel, die Azubis an die Stadt Schneverdingen als Wohn- und Arbeitsstätte zu binden und eine, so LSW-Sprecher Jürgen Schulz, „bodenständige Verlässlichkeit“, zu erreichen. Eine Ehrung der Betriebe könne dazu führen, Schneverdingen als „guten und vielfältigen Ausbildungsstandort“ darzustellen. Zudem werde das Know-how des Mittelstandes gehalten.

Dieser Antrag der LSW wurde in der jüngsten Schneverdinger Ratssitzung im Februar dieses Jahres einstimmig in den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

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